Tag Archive für Privacy Extensions

IPv6 – viel Aufregung um… was eigentlich?

Backbone-RouterMan mag es gerne als Beleg der neuen netzpolitischen Sensibilität sehen: Obwohl das neue Internetprotokoll IPv6 im Surfalltag der Internetnutzer noch nicht wirklich angekommen ist, findet es sich mittlerweile verlässlich auf der politischen Tagesordnung. Die Grundstimmung dort hat teils regelrecht alarmistische Züge angenommen. Auch wenn Vergleiche mit der Kernspaltung erfreulicherweise eher die Ausnahme sind – IPv6 wird vor allem aus der Perspektive des Datenschutzes derzeit als große Bedrohung dargestellt. Auch deshalb hat der Bundesbeauftragte für Datenschutz für heute zu einer Konferenz zum Thema nach Berlin geladen.

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Kategorie: Netzkultur
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Arbeit für die Fußnote

In den letzten Wochen wurden weltweit deutlich mehr IPv4-Adressen vergeben als zuvor, daher haben die Glaskugeln alle Schätzungen zur  Vergabe der letzten IPv4-Adressen um jeweils ein Vierteljahr vorgezogen. Der Name „IPv4” suggeriert, daß wir die vierte Version eines Protokolls vor uns hätten und daher die Internet Provider ja schon viel Erfahrung mit so einem „Update” haben müssten; tatsächlich ist IPv4 aber eben die erste (verbreitete) Version des Internet Protokolls, IPv6 eben die zweite.

Beide sollen parallel betrieben werden, bis auch der letzte IPv6 am Laufen hat, daraus ergibt sich an vielen Stellen aber auch doppelte Arbeit. Wenn es ein historisch vergleichbares Beispiel gibt, dann ist es am ehesten noch der Wechsel vom Network Control Programm auf das Transmission Control Protocol im Jahr 1983: jeder Server und jede Internet-Anwendung muss einmal angepasst werden, aber für einige Jahre beides gleichzeitig können. Es ist eben keine „Umstellung” oder ein „Update”, sondern eine Migration ohne festen Stichtag. Und immer wieder gibt es Aspekte, zu denen es noch keine Praxiserfahrungen gibt. Obwohl für Endanwender vieles schon gelöst ist, bedeutet IPv6  für Admins und Softwareentwickler oft noch ein recht weites Forschungsfeld. Auch, wenn man schon seit 10 Jahren IPv6 routet: in der Praxis spielt dann doch oft wieder alles etwas anders zusammen.

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Kategorie: Netzkultur
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IPv6 = totale Überwachung?

Über feste und dynamische IPv6-Adressen und ihre gleichzeitige Verwendung

Die Einführung der neuen Version des Internetprotokolls sorgt bei vielen Internetnutzern für Angst vor Überwachbarkeit. Diese Befürchtungen sind zum Teil berechtigt, wenn wir alle bei der Umsetzung nicht aufpassen. Verkürzt dargestellt lautet die Kritik: Wenn jedem mit dem Internet verbundenen Gerät eine feste IPv6-Adresse zugewiesen würde und Network Address Translation (NAT) wegfiele, tauchten diese festen Identitäten in jedem Datenverkehr, der mit dem Internet ausgetauscht wird, auf und es sei nicht zu verhindern, dass Amazon oder Google, Wolfgang Schäuble, Thomas de Maizière, die Geheimdienste, das Militär, die Amerikaner oder noch schlimmere Gesellen den Datenverkehr immer wieder demselben Internetanschluss oder gar demselben Computer zuordnen können. Eine Art persönliche Absenderangabe unter jeden Datenverkehr.

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Kategorie: Developer
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