Die Verbesserungen des iPhone 13 Pro sind zwar überschaubar, tragen aber zu einem deutlich besseren Gesamtpaket im Vergleich zum Vorgängermodell bei. Wir zeigen die Stärken und Schwächen des iPhones übersichtlich im Test auf.

Tim Metzger
TimMetzger
Tim ist Redakteur bei Allround-PC.com und schreibt zusätzlich für das 1&1 Magazin.
Alle Beiträge

Design und Verarbeitung

 

Bei der iPhone 13-Generation hat sich äußerlich kaum etwas verändert, was besonders für die Pro-Modelle gilt. Das etwas kantigere Design der iPhone-12-Serie ist erhalten geblieben, allerdings hat Apple die Notch genannte Bildschirmeinkerbung um 20 Prozent in der Breite verkleinert. Zumindest beim iPhone 13 Pro fällt sie dafür neuerdings minimal länger aus – das fällt nur bei genauem Hinsehen auf und nagt bei 18:9-Videos etwas am Rand. Der hinzugewonnene Platz in der Statusleiste wird leider nicht ausgenutzt, weshalb man für die Prozentanzeige der Akkukapazität weiterhin das Kontrollzentrum öffnen muss.

 

Die Farbe Sierrablau hat das dunklere Pazifikblau ersetzt, alternativ stehen die Pro-Modelle wieder in Silber, Graphit und Gold zur Auswahl. Während die günstigeren iPhones einen matten Aluminiumrahmen aufweisen, kommt beim iPhone 13 Pro glänzender Edelstahl zum Einsatz, der besonders anfällig für Kratzer ist. Abermals dient übrigens Lightning und nicht USB-C als Ladeanschluss.

 

Die matte Glasrückseite fühlt sich wertig an und aus ihr ragt nun ein wesentlich größeres Kameramodul hervor, das erneut aus drei Kameras sowie einem LiDAR-Tiefensensor besteht. Das Gehäuse übersteht Tauchgänge bis zu sechs Meter für maximal 30 Minuten, womit Apple Branchenführer in puncto Wasserschutz bleibt. Insgesamt wirkt die Verarbeitung edel und die gute Haptik der verbauten Taptic Engine (Vibrationsmotor) sowie der Tasten macht ebenfalls viel her. Angesichts der Tatsache, dass Face ID nicht mit Gesichtsmasken funktioniert, wäre ein Fingerabdrucksensor in der Power-Taste allerdings wünschenswert gewesen. Die Stereolautsprecher klingen gut und übersteuern selbst bei hoher Lautstärke nicht.

Display

 

Mit 6,1 Zoll ist die Bildschirmdiagonale des iPhone 13 Pro unverändert. Auch die Auflösung beträgt wieder 2.532 x 1.170 Pixel, was in einer sehr hohen Pixeldichte von 460 Pixeln pro Zoll resultiert. Apple verwendet jedoch diesmal ein OLED-Display mit LTPO-Technik. Das sorgt für eine adaptive Bildwiederholfrequenz zwischen zehn und 120 Hertz. Etwa beim Lesen oder bei der Videowiedergabe spart die adaptive Refresh-Rate Strom und beim Bedienen wirkt die Anzeige deutlich geschmeidiger.

 

Im Außeneinsatz erreicht das flache Display laut Apple eine sehr hohe Helligkeit von 1.000 Nits und bei HDR-Inhalten schafft es sogar bis zu 1.200 Nits – diese Werte können wir bestätigen. Zusammengefasst gibt es am Display nichts zu bemängeln und es ist im Vergleich zu Android-Flaggschiffen wegen der verhältnismäßig kompakten Größe noch gut einhändig bedienbar.

Leistung, Speicher und mehr

 

Quelle: Apple

Zur weiteren Ausstattung zählt der neue Apple A15 Bionic-Prozessor. Die zwei Performance- und vier Effizienzkerne der CPU bieten höhere Taktraten als zuvor und auch der System-Level-Cache wurde auf 32 Megabyte verdoppelt. Zudem beinhaltet der Chip im Falle der diesjährigen Pro-iPhones eine Fünf-Kern-GPU, die einer Analyse von AnandTech zufolge etwa 28 bis 46 Prozent schneller als die GPU des A14 Bionic ist. Auf konkrete Leistungsvergleiche hat Apple verzichtet, denn bei der Entwicklung des A15 Bionic ging es vor allem um eine bessere Effizienz. Trotzdem lässt er die Konkurrenz aus dem Android-Segment hinsichtlich der Leistung alt aussehen. In der Praxis dürften jedoch nur wenige die gesteigerte Performance spüren – vielmehr sorgt das 120-Hertz-Display für einen sichtbaren Unterschied.

 

Das System-on-Chip wird mit dem 5G-Modem von Qualcomm gepaart, das ebenfalls im Android-Flaggschiff-Chip Snapdragon 888 zum Einsatz kommt. Abseits von 5G beherrscht das iPhone 13 Pro noch Wi-Fi 6, Bluetooth 5.0, NFC und aktuelle Ortungsstandards. Auf das neue Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.2 mit hochauflösenden Codecs wurde verzichtet und NFC steht nur für Apple Pay und nicht für schnelles Geräte-Pairing zur Verfügung.

 

Intern stecken des Weiteren sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und wahlweise 128, 256, 512 Gigabyte oder gar ein Terabyte an Massenspeicher. Für die Datenübertragung an Computer bzw. Macs muss jedoch auf langsames USB 2.0 via Lightning oder das kaum schnellere AirDrop zurückgegriffen werden. Ab Werk dient iOS 15 als Betriebssystem, welches unter anderem die Anzeige von Benachrichtigungen, Safari, Karten und den Datenschutz verbessert hat. Als praktisch stellte sich die neue Funktion namens Livetext heraus, die wesentlich zügiger und genauer als Google Lens Text in Bildern erkennt.

 

Apple versorgt das iPhone 13 Pro voraussichtlich mindestens fünf Jahre mit Software-Updates.

Akkulaufzeit und -ladezeit

 

Die Akkukapazität des neuen Pro-Modells fällt mit 3.095 Milliamperestunden elf Prozent höher im Vergleich zum iPhone 12 Pro aus. Während der Präsentation sprach der Hersteller von einer um eineinhalb Stunden verlängerten Akkulaufzeit. Der auf Effizienz getrimmte A15 Bionic, die adaptive Bildwiederholfrequenz des LTPO-Bildschirms und der größere Akku machen das Smartphone somit zum echten Dauerläufer.

 

Im Test erreichten wir bis zu sieben Stunden aktive Bildschirmzeit mit nur einer Akkuladung. Während vergleichbare Android-Smartphones mit deutlich größeren Akkus für gewöhnlich nach vier bis fünf Stunden an die Steckdose müssen, hat das iPhone nach der Zeit oft noch über 40 Prozent Restladung übrig. Selbst bei starker Nutzung kommt man problemlos über einen Tag, bei moderater Nutzung hält der Akku auch gut zwei Tage durch.

 

Nach einer halben Stunde an einem Netzteil mit 20 Watt oder mehr ist der Akku wieder zur Hälfte geladen, ein vollständiger Ladevorgang dauert allerdings rund eineinhalb Stunden. Kabellos per Qi-Standard oder MagSafe lädt das iPhone noch langsamer.

Kameras

 

Insgesamt vier Kameras mit je zwölf Megapixeln sind im iPhone verbaut, drei davon auf der Rückseite. Die Hauptkamera hat einen größeren Sensor erhalten und bietet eine optische Stabilisierung mit Sensorverschiebung. Der Ultraweitwinkelkamera spendierte Apple einen Autofokus für Makroaufnahmen sowie eine bessere Offenblende. Außerdem gibt es eine Telekamera mit dreifach optischem Zoom. Der LiDAR-Sensor unterstützt die Hauptkamera in dunklen Umgebungen beim Fokussieren und wird ansonsten für die künstliche Portrait-Tiefenunschärfe sowie Augmented-Reality-Anwendungen genutzt.

 

Zusammengefasst liefert das iPhone 13 Pro durchweg eine gute Bildqualität ab. Konkurrenten überbieten Apples Kameras zuweilen in einzelnen Aspekten, doch das neue Pro-Modell bietet ein überzeugendes Kamera-Gesamtpaket, ohne Rekorde zu brechen. Der Hersteller nutzt die Vorteile der verbesserten Hauptkamera bei Nachtaufnahmen allerdings nicht, um die Fotos detailreicher zu machen, sondern um die Belichtungszeit zu verringern. Wem die Brennweite der Telekamera nicht genügt, muss sich nach einem Android-Smartphone mit Periskop-Zoom umsehen.

 

Die Weitwinkelkamera erzeugt bei schlechten Lichtverhältnissen nun bessere Fotos als zuvor und die Makro-Option ist ein nettes Extra. Selfies sind qualitativ in Ordnung, aber hier hat sich in den letzten Jahren bei Apple nicht spürbar etwas getan. Wo das iPhone wieder besonders glänzt, ist die Videoqualität. Bei Dunkelheit kam es in Videos jedoch oft zu störenden Linsenreflexionen von Straßenlaternen oder ähnlichem.

Fazit

 

Das iPhone 13 Pro ist effektiv ein iPhone 12S Pro, für Neueinsteiger oder Besitzer eines alten Modells aber eine gute Wahl. Vor allem das 120-Hertz-Display und die längere Akkulaufzeit sind entscheidende Vorteile. Auch das Kamera-System schneidet gut ab und das Leistungsniveau des A15 Bionic ist unerreicht. Leider lädt der Akku nur sehr langsam wieder auf und die schmalere Bildschirmeinkerbung bietet keinen nennenswerten Mehrwert. Generell fallen die Preise abermals hoch aus, denn vergleichbar ausgestattete Android-Flaggschiffe gibt es oft schon für unter 1.000 Euro. In dieser kompakten Smartphone-Klasse bekommt das iPhone 13 Pro jedoch höchstens Konkurrenz vom Asus ZenFone 8, Samsung Galaxy S21 und Sony Xperia 5 III.

 

Pro Contra
extrem viel Leistung teuer
helles OLED-Display mit bis zu 120 Hertz langsame Ladegeschwindigkeit
hochwertige Verarbeitung und kompaktes Gehäuse Rahmen anfällig für Kratzer
sehr lange Akkulaufzeit kein Wi-Fi 6E
gute Kameraqualität kaum Bluetooth-Codecs

 

Tipp
Sie interessieren sich für das iPhone 13 Pro, die einmaligen Anschaffungskosten sind Ihnen aber zu hoch? In Kombination mit einer 1&1 All-Net-Flat wird das iPhone 13 Pro im 1&1-Shop bereits ab einer Einmalzahlung von 0 Euro angeboten.

 

Quelle: