Egal, ob zum Laden Ihres Smartphone-Akkus oder zum Übertragen von Urlaubsfotos auf den PC: Die Geräteschnittstelle USB ist aus unserem Alltag mit digitalen Medien nicht mehr wegzudenken. Doch was genau steckt hinter der Abkürzung USB, welche verschiedenen USB-Varianten gibt es und wie unterscheiden sich diese? All diese Fragen beantworten wir für Sie im nachfolgenden Beitrag.

Jessica Gietz
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Jessica ist Redakteurin für das 1&1 Magazin und kennt die besten Eisdielen der Stadt.
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USB – was ist das eigentlich?

 

Quelle: shutterstock

Die Abkürzung USB steht für „Universal Serial Bus“. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein serielles BUS-System – also ein System zur Datenübertragung, bei dem zwischen den einzelnen Geräten ein gemeinsamer Übertragungsweg genutzt wird. Vereinfacht gesagt ist USB eine einheitliche Schnittstelle, um Strom und Daten von einem elektronischen Gerät auf ein anderes zu übertragen. An eine USB-Schnittstelle können Sie über ein entsprechendes Kabel Speichermedien wie USB-Sticks oder externe Festplatten, aber auch Computermäuse oder Drucker an Laptops oder Computer anschließen. Dort ist der Anschluss standardisiert, die externen Geräte können jedoch verschiedene Anschlusstypen unterstützen.

Die Geschichte der USB-Standards

 

Ein Zusammenschluss von mehreren Unternehmen, darunter Microsoft, Intel, IBM und Compaq, hat den USB-Standard entwickelt und 1996 in der Version USB 1.0 eingeführt. USB 1.0 hat Übertragungsraten von 12 Mbit/s möglich gemacht – also 12.000 Bits pro Sekunde. Vier Jahre später, 2000, folgte dann USB 2.0 mit deutlich höheren Übertragungsraten von 480 Mbit/s. Dieser Standard wurde beispielsweise von Windows XP unterstützt und stellt heute noch die am meisten verbreitete Protokollversion der Schnittstelle dar. 2008 gab es dann in Sachen USB-Standards mit USB 3.0 einen weiteren Sprung, da diese Version bis zu fünf Gigabit pro Sekunde erreicht. Seit 2013 wurden mit USB 3.1 und USB 3.2 immer neue und schnellere USB-Varianten eingeführt, bis schließlich 2020 mit USB 4 die neueste Version vorgestellt wurde.

USB-Standards in der Übersicht

 

Das USB-Implementers-Forum hat die Namen der USB-3-Generationen im Laufe der Jahre mehrfach verändert, was bis heute für Verwirrung sorgt. Kein Wunder, dass die exakte Benennung bei neuen Produkten wie Smartphones und Notebooks je nach Hersteller bis heute variiert. Deshalb hier noch einmal eine Übersicht der verschiedenen USB-Standards mit den jeweiligen Übertragungsraten:

 

USB-Standard Bezeichnung Maximal Übertragungsrate
USB 1.0 Full-Speed 12 Mbit/s
USB 2.0 Hi-Speed 480 Mbit/s
USB 3.0 (USB 3.1 Gen 1, USB 3.2 Gen 1) SuperSpeed USB 5 Gbit/s
USB 3.1 (USB 3.1 Gen 2, USB 3.2 Gen 2) SuperSpeed USB 10 Gbps 10 Gbit/s
USB 3.2 (USB 3.2 Gen 2x2) SuperSpeed USB 20 Gbps 20 Gbit/s
USB 4 Gen 3x1 USB4 20 Gbps 20 Gbit/s
USB 4 Gen 3x2 USB4 40 Gbps 40 Gbit/s

Was USB alles kann

 

USB-C-Anschluss am Xiaomi Mi 11

Bilder, Videos oder andere Dateien vom Smartphone auf den PC übertragen: Wahrscheinlich haben Sie die USB-Schnittstelle genau für dieses Anwenderszenario schon einmal genutzt. Doch abgesehen davon gibt es noch weitere Einsatzmöglichkeiten von USB: Mit Ausnahme von Sonderfällen, wie USB 3.0 zu HDMI, können Sie mit einem USB-C Stecker auch Videosignale durch ein USB-Kabel übertragen. Es handelt sich dabei um DisplayPort-Signale, weshalb man die Funktion auch „USB-C DisplayPort Alt Mode“ nennt. Einen USB-C-Anschluss haben Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an Ihrem Smartphone, beispielsweise beim Xiaomi Mi 11 oder beim iPhone 12. Im Vergleich zum „alten“ USB-A-Anschluss gibt es mit dem Typ C keine Fehler beim Verbinden, da der Anschluss symmetrisch ist und der Stecker somit von beiden Seiten passt.

 

Abseits von Daten konnte USB 2.0 früher bereits Strom in geringer Leistung übertragen. Doch erst mit USB 3.0 wurde diese Funktion populär – derzeit ist eine Leistung von bis zu 100 Watt erlaubt. Einige Multimedia-Notebooks werden deshalb bereits heute nur noch über USB-C geladen.

Was hat USB mit Thunderbolt zu tun?

 

Quelle: Intel

Wussten Sie, dass USB 4 auf Thunderbolt 3 basiert? Thunderbolt ist ein Schnittstellen-Protokoll, das ursprünglich gemeinsam von Intel und Apple entwickelt wurde. Im Vergleich zu USB war es von Vornherein nicht zur Übertragung von Daten gedacht, sondern zusätzlich zum Verbinden von Monitoren, Festplatten und Co. Seit 2015 gibt es Thunderbolt 3. Wie USB 4 erreicht dieses Schnittstellen-Protokoll bis zu 40 Gbit/s und nutzt USB-C. 2020 wurde dann Thunderbolt 4 mit einigen Detailverbesserungen vorgestellt.

Viele Handys mit USB-C-Anschluss nutzen „langsamen“ USB 2.0-Standard

 

Vor allem in der Smartphone-Nutzung sind höhere Übertragungsgeschwindigkeiten sehr praktisch. Doch leider sind selbst aktuelle Modelle oft noch nicht fit für schnelle Übertragungsraten, obwohl sie mit einem USB Typ-C-Anschluss ausgestattet sind. In vielen Fällen können Daten nämlich nur mit USB 2.0-Geschwindigkeit übertragen werden – das ist beispielsweise beim neuen Galaxy A52s 5G so. Samsungs Oberklasse-Modell, das Galaxy S21, unterstützt hingegen USB 3.2 mit deutlich schnelleren Übertragungsraten. Falls Sie sich bei Ihrem Modell unsicher sind: Ein Blick auf die Specs schafft in jedem Fall Klarheit.

 

 

 

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