Samsung hat das Galaxy Z Fold3 und somit bereits die dritte Generation des faltbaren Smartphones an den Start gebracht. Neben aufgefrischter Hardware für mehr Leistung gibt es vor allem feinere Anpassungen hinsichtlich Design, Display und Kamera. Was das Foldable zu bieten hat und ob es im Alltag überzeugen kann, erfahren Sie in diesem Testbericht.

Leonardo Ziaja
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Leonardo ist stellvertretender Chefredakteur von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Das Samsung Galaxy Z Fold3 wurde zusammen mit dem Galaxy Z Flip3 auf dem Galaxy Unpacked Event im August vorgestellt. Mittlerweile sind die beiden Smartphones bereits in mehreren Farbausführungen erhältlich, das Galaxy Z Fold3 gibt es beispielsweise in Phantom Black, Phantom Green und Phantom Silver. Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) für das faltbare Smartphone liegt bei 1.799 Euro mit 12 + 256 GB, die größere Speichervariante mit 12 + 512 GB kostet rund 1.899 Euro. Der Preis ist zwar deutlich höher als bei anderen Top-Modellen, ist gegenüber dem Vorgänger allerdings um rund 150 Euro gesunken. Das erste Galaxy Fold kam sogar für 2.100 Euro UVP auf den Markt.

Design und Verarbeitung

 

Wie schon beim Galaxy Z Fold2, dem Vorgänger, setzt Samsung auf ein Design im „Buch-Format“. Das Foldable lässt sich also wie ein Buch auf- und wieder zuklappen. Mit einem Gewicht von 271 Gramm ist das Gerät zwar ein wenig leichter geworden, gehört aber dennoch zu den eher schwereren Modellen.

 

Auf der Rückseite, die übrigens aus Corning Gorilla Glas Victus besteht, hat sich Samsung für ein mattes Finish entschieden. Damit erhält das Smartphone nicht nur einen edleren Look, auch Fingerabdrücke werden nicht mehr ganz so schnell sichtbar. Die Scharnierabdeckung inklusive Samsung-Schriftzug bleibt dagegen glänzend. Eine erfreuliche Neuerung ist allerdings die IPX8-Zertifizierung, mit der das Galaxy Z Fold3 nun vollständig gegen Wasser geschützt ist und rund 30 Minuten in 1,5 Meter tiefem Süßwasser überstehen kann.

 

Die Verarbeitung ist insgesamt exzellent, das Smartphone macht einen sehr robusten Eindruck. Zum Entsperren steht ein Fingerabdrucksensor im Powerbutton auf der rechten Seite zur Verfügung, direkt darüber befindet sich die Lautstärkewippe. Auf der Unterseite sind ein USB-C Anschluss sowie ein Lautsprecher platziert. Dieser wird mit einem weiteren Lautsprecher auf der Oberseite zu einem Stereo-Paar kombiniert.

Display(s)

 

Das Galaxy Z Fold3 besitzt zwei Displays, ein 6,2 Zoll AMOLED auf der Außenseite und ein 7,6“ AMOLED im Inneren. Beide Bildschirme besitzen eine hohe Auflösung, eine adaptive Bildwiederholrate mit bis zu 120 Hz und eine starke Leuchtkraft. So erreicht das Coverdisplay in unserem Test bis zu 1.100 nits, das innere Display schafft bis zu 1.000 nits. Samsung setzt beim flexiblen Displaypanel auf das neue „Eco OLED“, welches ohne Polarizer auskommt und so eine höhere Helligkeit bei einem geringeren Stromverbrauch erreichen soll.

 

Damit das flexible Panel besser geschützt ist, nutzt Samsung das sogenannte „UTG“ – also „Ultra Thin Glass“. Die ultradünne Glasschicht soll den Bildschirm widerstandsfähiger machen und zumindest ein wenig das Gefühl von einem mit Glas bedeckten Display vermitteln. Das Coverdisplay erhält dagegen Gorilla Glass Victus zum Schutz vor Kratzern.

 

Sehr spannend ist die Technologie der „Under-Display-Camera“ (kurz UDC), die als Frontkamera im inneren Display zum Einsatz kommt. Entgegen Notch und Punch-Hole, bei denen ein Bereich vom Display ausgeschnitten wird, sitzt der Kamerasensor nun direkt unter dem Display. Möglich wird dies durch den Einsatz einer speziellen Pixelmatrix, damit auch weiterhin Licht auf den Sensor durchdringen kann.

Leistung, Speicher und Akku

 

Das Herzstück des Samsung Galaxy Z Fold3 ist ein Qualcomm Snapdragon 888 SoC, der über acht Kerne verfügt und mit bis zu 2,84 GHz taktet. Dazu gesellen sich 12 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 256 GB oder 512 GB interner Speicher. Eine Erweiterung per MicroSD-Karte ist nicht möglich, bei den verfügbaren Speichervarianten jedoch auch nicht unbedingt notwendig. Die Leistung ist im Alltag, besonders in Verbindung mit den 120 Hz Displays, wirklich erstklassig. Das Galaxy Z Fold3 kann mehrere Apps im Hintergrund belassen, auch Spiele machen eine gute Figur.

 

Als Betriebssystem kommt Android 11 in Kombination mit der Benutzeroberfläche OneUI zum Einsatz. Diese bringt ein paar spezielle Funktionen auf das Foldable, unter anderem die „Dual Preview“ für die Kamera. Mehr dazu sowie weitere hilfreiche Hinweise finden Sie in unserem Tipps und Tricks Artikel zum Galaxy Z Fold3.

 

Der Akku ist gegenüber dem Vorgänger leider ein wenig geschrumpft und besitzt nun eine Kapazität von 4.400 mAh. Im PCMark Battery Test (Work 3.0) erreicht das Galaxy Z Fold3 einen Wert von knapp über 6 Stunden, bis die Restladung nur noch 20% beträgt. Zum Vergleich: Das Galaxy S21 Ultra erreicht in diesem Test knapp 7 Stunden und 40 Minuten – mit 5.000 mAh wohlgemerkt. Die Akkulaufzeit des faltbaren Smartphones ist also nicht überragend, aber auch nicht wirklich schlecht.

 

Geladen wird das Galaxy Z Fold3 mit bis zu 25 Watt, ein entsprechendes Netzteil ist jedoch nicht im Lieferumfang enthalten. Alternativ kann das Foldable kabellos mit bis zu zehn Watt mit neuer Energie versorgt werden. Hinsichtlich Ladetechnologien hängt Samsung also ein gutes Stück gegenüber der Konkurrenz zurück. Darüber hinaus ist das faltbare Smartphone allerdings mit modernen Features wie 5G, Wi-Fi 6E sowie Bluetooth 5.0 ausgestattet. Auch NFC zum mobilen Bezahlen, beispielsweise per Google Pay, ist mit an Bord.

Kameras

 

Samsung verpasst dem Galaxy Z Fold3 insgesamt fünf Kameras. Dazu zählen eine 10 MP Frontkamera als Punch-Hole im Coverdisplay und die 4 MP Under-Display-Camera im inneren Display. Auf der Rückseite sitzen drei 12 MP Sensoren für die Haupt-, die Ultraweitwinkel- und die Telefotokamera. Letztere ermöglicht eine 2-fach optische Vergrößerung.

 

Die Fotoqualität ist insgesamt auf einem guten Niveau, wird dem Preisschild des Smartphones jedoch nicht ganz gerecht. Zwar können sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen, doch ein Hauptsensor mit höherer Auflösung und eine Periskop-Linse mit mehr optischem Zoom hätten dem Galaxy Z Fold3 gutgetan. Trotzdem lässt sich das faltbare Smartphone sowohl bei Tag als auch bei Nacht gut zum „Knipsen“ nutzen, auch Videos gelingen mit einer guten Qualität. Für Selfies empfehlen wir aber auf die 10 MP Frontkamera im äußeren Display oder direkt die rückseitige Triple-Kamera zurückzugreifen, da die Fotoqualität der Under-Display-Camera nicht überzeugen kann.

Fazit: Foldable überzeugt durch konsequente Weiterentwicklung

 

Samsung hat das Foldable gut weiterentwickelt und an wichtigen Punkten gearbeitet, um das Smartphone noch widerstandsfähiger und somit alltagstauglicher zu machen. Die Performance ist erstklassig, das Format vielseitig einsetzbar und besonders die hochauflösenden sowie hellen Displays können überzeugen. Dazu gibt es eine vielseitige Triple-Kamera, Unterstützung für den S Pen und Stereo-Lautsprecher. Allerdings wird das Galaxy Z Fold3 ohne Netzteil ausgeliefert und lädt zudem eher langsam für heutige Verhältnisse. Zudem sollte Samsung für den Nachfolger definitiv an der Under-Display-Camera arbeiten. Schlussendlich ist das Galaxy Z Fold3 ein ausgesprochen schickes und hochwertiges Smartphone.

 

Tipp
Sie interessieren sich für das Samsung Galaxy Z Fold3, die einmaligen Anschaffungskosten sind Ihnen aber zu hoch? In Kombination mit einer 1&1 All-Net-Flat wird das Foldable zu deutlich attraktiveren Konditionen hier im 1&1 Shop angeboten.