Rund sechs Jahre nach dem Erscheinen von Windows 10 ist Microsoft dazu bereit, die nächste Version seines Betriebssystems einzuführen. Windows 11 bringt eine ganze Reihe an Neuerungen mit, von denen wir Ihnen hier einige vorstellen.

Jonathan Kemper
JonathanKemper
Jonathan ist Redakteur bei Allround-PC.com und schreibt zusätzlich für das 1&1 Magazin.
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Startmenü in der Mitte

 

Die Änderung, die auf Screenshots von Windows 11 vermutlich zuerst ins Auge sticht: Das Startmenü ist mit dem neuen Windows-Logo illustriert und nun nicht mehr standardmäßig in der linken unteren Ecke, sondern mittig in der Taskleiste platziert. Das soll unter anderem die Bedienung auf besonders breiten Monitoren erleichtern. Auch wurden die viel Platz einnehmenden Live-Tiles aus dem Startmenü gestrichen. Insgesamt legt Microsoft bei Windows 11 Wert auf eine aufgeräumte Oberfläche, sodass Funktionen und Dateien möglichst schnell auffindbar sind. Leider hat das wohl auch weniger Möglichkeiten zur Personalisierung zur Folge, da Entwickler offenbar keine eigenen Anpassungen für die Taskleiste in ihre Software implementieren können.

 

Widgets kommen zurück

 

Quelle: Microsoft

Während Widgets mit Windows Vista schon vor über zehn Jahren integriert wurden, gab es ein solches Feature unter Windows 10 nicht. Mit Windows 11 feiern sie allerdings endlich ihr Comeback und erinnern optisch durchaus an die Lösung auf Apple-Systemen. Auf einen Blick gibt es hier zum Beispiel Informationen über das Wetter, Nachrichten, den Kalender oder verschiedene Börsenkurse.

Multi-Window und Snap-Layouts

 

Microsoft passt Windows 11 auf die Anforderungen eines modernen Arbeitsalltags mit verschiedenen Funktionen an. Dazu gehört auch die bessere Unterstützung mehrerer Monitore und Arbeitsflächen. Die sogenannten Snap-Layouts helfen beispielsweise bei der Anordnung mehrerer Fenster. Weiterhin soll sich Windows 11 nun die Position der Fenster merken können, sodass Sie immer genau da weitermachen können, wo Sie aufgehört haben.

Microsoft Teams integriert

 

Wenig verwunderlich möchte das Unternehmen in Zeiten der hohen Nachfrage nach dem Home-Office seine eigene Software-Plattform stärker gegen die Konkurrenz durchsetzen. Daher ist Microsoft Teams tiefer in Windows 11 integriert. Das Betriebssystem soll das Nutzen von Videochats oder das Versenden von Textnachrichten vereinfachen. Direkt in der Taskleiste sollen Funktionen wie Stummschalten oder Bildschirmteilen untergebracht sein.

Updates sollen kleiner und schneller werden

 

Die zeitnahe Aktualisierung liegt Microsoft offenbar am Herzen, weshalb Updatepakete insgesamt kleiner, dafür jedoch schneller ausgeliefert werden sollen. Nutzer und Nutzerinnen selbst sollen sich weniger um die Updates kümmern müssen, da sie im Hintergrund ausgeführt werden. Kürzer fällt angeblich auch die Boot-Zeit aus, sodass PCs und Laptops bereits wenige Momente nach dem Anschalten einsatzbereit sind. Statt zwei großer Feature-Updates pro Jahr gibt es allerdings wohl nur noch eines. Für Home- und Pro-Editionen gelten generell 24 Monate, für Enterprise- und Education-Versionen 36 Monate Support.

Microsoft Store neu und offener

 

Wie auch der Rest des Betriebssystems erhält der Microsoft Store einen frischen Anstrich. Doch er verändert sich nicht nur optisch. Entwickler sollen die Möglichkeit erhalten, Apps in verschiedenen Formen wie als Win32-Anwendung, Progressive Web App (PWA), Universal Windows App (UWP) oder Framework-Anwendung einzureichen, und obendrein zu 100 statt 85 Prozent am Umsatz beteiligt zu werden.

Android-Apps unter Windows 11

 

Für eine große Überraschung sorgte die Ankündigung, dass Windows 11 sogar Android-Apps ausführen können soll, ohne dabei auf umständliche Lösungen wie Emulatoren ausweichen zu müssen. Geplant ist, dass der im Vergleich zum Google Play Store etwas beschränktere Amazon App Store Zugang zu den Anwendungen bietet. Diese Funktionalität soll jedoch nicht zum Start verfügbar sein, sondern wird noch einige Monate nach Launch auf sich warten lassen.

 

Welche Voraussetzungen muss ein PC für Windows 11 erfüllen?

 

Quelle: Microsoft

Microsoft hat konkrete Systemanforderungen für einen Computer mit Windows 11 veröffentlicht. So muss die 64-Bit-kompatible CPU zum Beispiel mit mindestens zwei Kernen bei 1 GHz oder mehr ausgestattet sein, der Arbeitsspeicher muss mindestens 4 GB und der Festspeicher 64 GB bieten. Zu den Voraussetzungen kommen unter anderem ein für einen sicheren Start aktiviertes UEFI, ein Trusted Platform Module (TPM) in Version 2.0 und Kompatibilität mit DirectX 12 hinzu. Auch muss das Display mindestens 9 Zoll in der Diagonalen messen und mit 720p (HD) auflösen. Microsoft stellt zur Überprüfung, ob das jeweilige Gerät die Anforderungen erfüllt, mit dem „PC Health Check“ ein eigenes Tool zur Verfügung.

Wann erscheint Windows 11?

 

Windows 11 wurde am 24. Juni 2021 angekündigt und bald darauf mit dem finalen Erscheinungsdatum am 5. Oktober 2021 versehen. Ab diesem Zeitpunkt werden Computer mit Windows 10, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, nach und nach kostenlos mit einem Update auf Windows 11 versorgt. Die Verteilung dürfte bis Frühjahr 2022 dauern. Ein Lizenzschlüssel von Windows 7, 8 oder 10 soll zur Aktivierung von Windows 11 verwendet werden können.

 

 

Quellen: