Die EU-Kommission möchte Smartphone- und Tablet-Herstellern Regeln für die längere Unterstützung von Hard- und Software auferlegen. Auch ein Energielabel, wie man es von Kühlschränken und Fernsehern kennt, soll eingeführt werden.

Jonathan Kemper
JonathanKemper
Jonathan ist Redakteur bei Allround-PC.com und schreibt zusätzlich für das 1&1 Magazin.
Alle Beiträge

Mindestens fünf Jahre Sicherheitsupdates und drei Jahre Funktionsupdates sollen Smartphone-Hersteller künftig bieten, wenn es nach der EU-Kommission geht. Schließlich werden solche Geräte in der Regel schon nach anderthalb bis zwei Jahren ausgetauscht, stellt die Verbraucherzentrale fest. Ein Smartphone oder Tablet hingegen so lange wie möglich zu nutzen, sei ein guter Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Preise von Ersatzteilen dürften nicht verändert werden

 

Neben einem konsequenteren Software-Support soll auch die längere Verfügbarkeit von Ersatzteilen forciert werden. Für fünf Jahre sollen demnach Smartphone-Komponenten wie Akkus, Displays, Mikrofone, Konnektoren oder sogar explizit Faltmechanismen „für Falthandys“ (wie das jüngst vorgestellte Samsung Galaxy Z Fold 3 und Flip 3) verfügbar sein. Zudem sollen Hersteller sich einmal auf einen Preis festlegen und diesen nicht mehr verändern dürfen. Für Tablets werde die Frist auf mindestens sechs Jahre festgelegt.

Werden Smartphone-Akkus wieder austauschbar?

 

Quelle: GettyImages

Auch gibt es Vorgaben für die Lebensdauer von Akkus, die noch eine Kapazität von 80 Prozent ihres ursprünglichen Wertes nach 1.000 Ladezyklen vorweisen müssen. Erreichen sie diesen Wert nur nach mindestens 500 Zyklen, solle der Akku austauschbar sein. Schließlich ist die Rede von standardisierten Tests zur Überprüfung von Sturz- und Wasserbeständigkeit sowie von Transparenzpflichten, unter anderem über die Nutzung „kritischer Rohstoffe“ wie Kobalt.

Energielabel wie bei Kühlschränken und Fernsehern

 

Entwurf des geplanten Energielabels

Neben diesen Ökodesign-Regeln möchte die EU-Kommission ein Energielabel für Smartphones und Tablets einführen, das Informationen über Lebensdauer und Kapazität des Akkus sowie IP-Schutzart, Robustheitswert und möglicherweise sogar Reparierbarkeit des Gerätes enthält.

Bundesregierung fordert sieben Jahre Support

 

Das Bundeswirtschaftsministerium hat sich auf Anfrage der c’t-Redaktion zu den Plänen geäußert und möchte die Hersteller sogar zu einer Support-Dauer von sieben Jahren mit Sicherheitsupdates und Ersatzteilen verpflichten. Die EU-Richtlinie soll im zweiten Quartal 2022 finalisiert werden und gilt direkt nach Inkrafttreten – die Mitgliedsstaaten müssen sie also nicht erst in nationales Recht umsetzen.

 

 

Quellen: