Samsung bringt mit der Galaxy Watch 4 nicht nur die nächste Smartwatch-Generation auf den Markt, sondern auch die erste Uhr mit neuem Wear OS-Betriebssystem. Was hat sich noch im Vergleich zum Vorgänger getan? Und lohnt sich ein Upgrade von einer Galaxy Watch 3? Wir haben die beiden Smartwatches miteinander verglichen.

Leonardo Ziaja
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Leonardo ist stellvertretender Chefredakteur von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Die neue Galaxy Watch 4 geht in zwei Ausführungen an den Start. Samsung bringt einerseits ein „Standard“-Modell mit eher sportlichem Look, welches in 40 bzw. 44 mm erhältlich sein wird. Zudem steht die Galaxy Watch 4 auch in einer Classic-Variante in 42 bzw. 46 mm zur Verfügung. Alle vier Modelle gibt es jeweils als reines Bluetooth-Modell oder inklusive LTE-Modem. Preislich startet die neue Galaxy Watch 4 (40 mm, Bluetooth) bei 269 Euro unverbindliche Preisempfehlung (UVP).

Design und Verarbeitung

 

Während die neue Galaxy Watch 4 Classic der direkte Nachfolger der Galaxy Watch 3 ist, so entpuppt sich die „normale“ Galaxy Watch 4 eher als Nachfolger der Galaxy Watch Active-Reihe. Das Classic-Modell besitzt ein etwas eleganteres Design, was sich auch beim Edelstahlgehäuse widerspiegelt. Die Standard-Variante der Galaxy Watch 4 bekommt dagegen einen sportlicheren Look und ein Aluminiumgehäuse spendiert.

 

Sowohl das neue Modell als auch der Vorgänger nutzen einen runden Bildschirm auf der Oberseite, dieser unterscheidet sich jedoch in Größe und Auflösung. Die Displaydiagonale von 1,2“ oder 1,4“ ist zwar gleichgeblieben, allerdings hat Samsung an der Auflösung gedreht und beiden Größen ein schärferes Bild verpasst. So stehen für das 1,2“ OLED nun 396 x 396 Pixel und beim  1,4“ OLED 450 x 450 Pixel zur Verfügung. Darüber hinaus ist statt Gorilla Glass DX nun die noch etwas widerstandsfähigere Plus-Variante (also Gorilla Glass DX+) mit an Bord.

 

Um das Display herum besitzt die Galaxy Watch 3 eine drehbare Lünette, beispielsweise zum Scrollen durch das App-Menü. Diese kommt auch bei der neuen Galaxy Watch 4 zum Einsatz, doch nur die Classic-Ausführung darf sich über einen physischen Ring zum Drehen freuen. Beim Standard-Modell hat sich Samsung dagegen für eine touchsensitive Lünette entschieden.

 

IP68- und 5ATM-Zertifizierungen zum Schutz vor Wasser und Staub sind auch bei der Galaxy Watch 4 vorhanden. Die Smartwatches können also auch bei Regen oder beim Schwimmen am Handgelenk bleiben.

Leistung, Speicher und Akku

 

Unter der Haube hat sich Samsung bei der neuen Galaxy Watch 4 für den Exynos W920 SoC entschieden. Dieser ist mit einer Strukturgröße von 5 nm gegenüber den 10 nm des Exynos 9110 aus der Galaxy Watch 3 um einiges effizienter. Dazu gibt es bei der Galaxy Watch 4 nun 1,5 GB statt 1 GB Arbeitsspeicher sowie 16 GB statt 8 GB internen Speicher.

 

Wie auch beim Vorgänger bekommt die neue Smartwatch-Generation wieder die Option eine integrierte eSIM nutzen zu können, mit der die Uhr über das Mobilfunknetz kommunizieren und somit unabhängig vom Smartphone agieren kann. Standardmäßig mit an Bord sind jedoch Bluetooth 5.0, Wi-Fi sowie NFC zum mobilen Bezahlen.

 

Beim Akku gibt es zumindest bei den kleineren Größen keine Veränderung zu vermelden. Wie schon die Galaxy Watch 3 in 41 mm besitzt auch die Watch 4 in 40 bzw. 42 mm einen Akku mit 247 mAh. Bei der größeren Ausführung konnte Samsung die Kapazität jedoch von 340 mAh (Watch 3 45 mm) auf 361 mAh (Watch 4 44 bzw. 46 mm) steigern. Geladen werden die Smartwatches nach wie vor über einen Adapter, der die Energie kabellos überträgt. Laut Samsung soll 30 Minuten Aufladen für 10 Stunden Nutzung reichen.

Das neue Wear OS

 

Besonders im Fokus steht das neue Betriebssystem, denn statt Tizen OS setzt Samsung nun auf Wear OS „3“. Die neue Version des Google-Systems wurde in Kooperation mit dem südkoreanischen Hersteller entwickelt und ermöglicht den Zugriff auf das Google-Ökosystem. Durch die Benutzeroberfläche One UI Watch 3.0 erhalten die Uhren zwar den Samsung-typischen Look, dazu gibt es nun allerdings Apps aus dem Play Store wie YouTube oder Google Maps. Statt nur Samsung Pay ist daher auch Google Pay zum mobilen Bezahlen mit an Bord.

 

Mit Wear OS ist die neue Galaxy Watch 4 nun allerdings nicht mehr mit iOS-Smartphones kompatibel. Zur Kopplung mit dem Smartphone wird die Samsung Wearable-App benötigt, die es ebenfalls im Google Play Store gibt. Das entsprechende Watch 4-Plugin wird dann automatisch heruntergeladen. Die Galaxy Watch 3 wird nach aktuellem Stand aber wohl kein Update auf das neue Wear OS bekommen.

Fitnessfunktionen

 

So ein Wearable ist natürlich auch für Fitness-Aktivitäten sehr praktisch, daher hat Samsung die Galaxy Watch 4 um eine spannende Funktion ergänzt. Neben dem Messen von Puls, Blutdruck sowie EKG und Schlaf, so wie es bereits die Galaxy Watch 3 kann, ist nun auch ein sogenannter BIA-Sensor mit an Bord. Über die „Bioelektrische Impedanzanalyse“ wird der Körper etwas genauer analysiert, was wiederum weitere Details zu Fettanteil, Muskelmasse sowie Körperwasser ermöglicht. Darüber hinaus kann die Smartwatch nun Schnarch-Geräusche erkennen und Schlafmuster so noch genauer erkennen.

Fazit: Mehr Leistung, neue Fitness-Sensoren und neues Wear OS

 

Mit der Galaxy Watch 4 stellt Samsung das Line-up der smarten Uhren etwas breiter auf und bietet zwei Modelle mit unterschiedlichem Design in jeweils zwei Größen an. Die große Sensation bleibt zwar aus, allerdings hat der südkoreanische Hersteller die Smartwatches an feinen Details verbessert. So gibt es neben mehr Leistung und Speicher auch den neuen BIA-Sensor zur Körperanalyse. Darüber hinaus arbeitet nun das neue Wear OS auf den Uhren, welches den Zugriff auf Google-Apps ermöglicht. Das nagt jedoch wohl ein wenig an der Laufzeit, ein Akkuwunder scheint auch die neue Galaxy Watch 4 nicht zu sein.