Samsung hat auf dem Galaxy Unpacked Event die mittlerweile dritte Generation der faltbaren Fold- und Flip-Smartphones vorgestellt. Besonders das Galaxy Z Fold 3 sticht mit der nahezu unsichtbaren „Under Display Camera“ im inneren Display hervor. Welche Eigenschaften haben sich im Vergleich zum Vorgänger Galaxy Z Fold 2 verändert? Wir haben die Foldable-Smartphones verglichen.

Leonardo Ziaja
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Leonardo ist stellvertretender Chefredakteur von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Knapp drei Jahre ist es schon her, seit Samsung mit dem Galaxy Fold das erste, eigene faltbare Smartphone vorgestellt hat. Während die erste Generation vor allem „Early Adopter“, also Technik-Liebhaber und -Enthusiasten, in den Bann zog, so war bereits die zweite Generation um einiges ausgereifter. Samsung legt beim Galaxy Z Fold 3 nochmal eine Schippe drauf und verbessert wichtige Stellschrauben, die das faltbare Smartphone noch alltagstauglicher machen sollen. Der Preis ist mit 1.799 Euro unverbindliche Preisempfehlung (UVP) zwar deutlich höher als bei anderen Top-Modellen, ist jedoch gegenüber dem Vorgänger um rund 150 Euro gesunken. Das erste Galaxy Fold ging sogar für 2.100 Euro UVP an den Start.

Kleinere Neuerungen im Design

 

Samsung ist dem Design treu geblieben, auch die dritte Fold-Generation lässt sich weiterhin wie ein Buch auf- und zuklappen. Das Smartphone wird aus besonders robustem Aluminium gefertigt, was Samsung speziell für die faltbaren Modelle entwickelt hat. Bereits das Galaxy Z Fold 2 konnte im Alltag mit einer überraschend strapazierfähigen Haptik beeindrucken. Laut Samsung soll das Galaxy Z Fold 3 mindestens 200.000 Faltvorgänge unbeschadet aushalten, das wären täglich über 130 Mal Auf- und Zuklappen über einen Zeitraum von vier Jahren. Darüber hinaus hat Samsung dem Galaxy Z Fold 3 eine neue Schutzfolie für das Innendisplay verpasst. Diese PET-Folie soll gegenüber dem Vorgänger nochmal deutlich widerstandsfähiger sein und ermöglicht somit auch erstmals den Einsatz eines S-Pens.

 

Mit knapp 271 Gramm ist das faltbare Smartphone einen Tick leichter geworden, das Galaxy Z Fold 2 brachte es noch auf 282 Gramm. Die Abmessungen sind nahezu identisch geblieben, allerdings besitzt das Galaxy Z Fold 3 etwas abgerundete Ecken. Eine ausgesprochen beeindruckende Neuerung ist die IPX8-Zertifizierung, mit der das Foldable rund 30 Minuten in 1,5 Meter tiefem Wasser überstehen soll. Samsung hat es also irgendwie geschafft das Smartphone trotz beweglichem Scharnier gegen das Eindringen von Wasser zu schützen – ein weiterer Schritt zur Alltagstauglichkeit.

Das Fold 3 glänzt mit under-Display-Camera

 

Während auf der Außenseite ein 6,2“ Coverdisplay mit OLED-Panel und Gorilla Glass Victus verbaut ist, so präsentiert sich im Inneren das große, flexible 7,6“ OLED-Display mit „Ultra Thin Glas“ – also der hauchdünnen Glasschicht zwischen Display und Kunststoffoberschicht. Gegenüber dem Galaxy Z Fold 2 hat Samsung bei der dritten Generation nun auch dem äußeren Display eine erhöhte Bildwiederholrate von 120 Hz verpasst. Somit werden bewegte Inhalte auf beiden Bildschirmen deutlich flüssiger dargestellt. Die Auflösungen bleiben nahezu identisch: 2.208 x 1.768 Pixel für das Hauptdisplay, 2.260 x 832 Pixel für das Coverdisplay.

 

Besonders im Fokus steht die neue 4 Megapixel Under-Display-Camera des Galaxy Z Fold 3. Während Samsung bei der zweiten Fold-Generation auf zwei identische 10 Megapixel Punch-Hole-Kameras für Selfies gesetzt hat, so ist die Frontkamera im inneren Display nun nahezu unsichtbar. Diese innovative Technologie, die auch bei anderen Smartphone-Herstellern in Entwicklung ist, lässt die Frontkamera unter dem Displays abtauchen. Statt einem kreisrunden Ausschnitt, so wie es beim Punch-Hole im Galaxy Z Fold 2 der Fall ist, fällt die sogenannte „UDC“ des Galaxy Z Fold 3 nur durch die leicht veränderte Pixelmatrix im Bereich der Kamera auf. Wenn die Frontkamera benötigt wird, sind die darüberliegenden Pixel ausgeschaltet und lassen Licht für den Kamerasensor durch. Falls nicht, kann das Display die Pixel einschalten und so für ein nahezu ungestörtes Displayerlebnis sorgen.

Stärkere Leistung unter der Haube

 

Unter der Haube steckt nun ein Qualcomm Snapdragon 888 SoC mit 5 nm Strukturgröße, acht Kernen und bis zu 2,84 GHz. Zum Vergleich: im Galaxy Z Fold 2 arbeitet ein Snapdragon 865+ mit 7 nm, acht Kernen und max. 3,1 GHz. Es gibt also etwas mehr Leistung und Effizienz für die dritte Fold-Generation, dazu gesellen sich dann weiterhin 12 Gigabyte Arbeitsspeicher. Statt nur einer Speicherkonfiguration mit 256 Gigabyte internem Speicher bietet Samsung beim Galaxy Z Fold 3 mit 512 Gigabyte nun auch eine zweite Option an. Eine Erweiterung per MicroSD-Karte ist dabei nicht möglich.

 

Ein „Downgrade“, wenn vermutlich auch eher kaum spürbar, gibt es beim Akku zu vermelden. Statt den 4.500 mAh im Galaxy Z Fold 2 gibt es bei der dritten Generation nun 4.400 mAh. Dennoch sollte diese Kapazität für den Alltag mehr als ausreichend sein. Beim Laden hat sich Samsung allerdings nicht weiter nach vorne bewegt. Auch das Galaxy Z Fold 3 lässt sich weiterhin nur mit bis zu 25 Watt aufladen, dazu gibt es kabelloses Laden mit bis zu 15 Watt. Hier muss der koreanische Hersteller so langsam an Fahrt gewinnen und zu Oppo, OnePlus, Xiaomi & Co. aufholen.

 

Ansonsten sind 5G, Bluetooth 5.0 sowie Wi-Fi 6 und NFC mit an Bord. Zum Entsperren steht erneut ein Fingerabdrucksensor im Powerbutton zur Verfügung. Als Betriebssystem setzt Samsung beim Galaxy Z Fold 3 auf Android 11 in Verbindung mit One UI 3.1.1. Anhänger der Galaxy Note Serie dürften sich zudem über die Unterstützung für den S Pen freuen. Das Galaxy Z Fold 3 lässt sich nun mit einem digitalen Stift nutzen, wahlweise mit dem S Pen Fold Edition (nur für das Foldable geeignet) oder S Pen Pro (auch für andere Galaxy-Geräte mit S Pen Support geeignet).

Bessere Auflösung bei Kameras

 

Bei einer der beiden Frontkameras gab es bereits eine Veränderung, hinsichtlich der rückseitigen Hauptkamera hat sich jedoch – zumindest auf dem Papier – nichts getan. Laut Samsung wurden zwar bessere Kamerasensoren verbaut, allerdings gibt es nach wie vor eine Triple-Kamera mit drei 12 Megapixel Sensoren. Dazu zählen eine Hauptkamera, eine Ultraweitwinkelkamera sowie die Telekamera mit 2-fach optischem Zoom. Ob sich die Fotoqualität gegenüber dem Galaxy Z Fold 2, welches die identische Ausstattung besitzt, verbessert hat, müssen erste Praxistests zeigen.

Fazit: Das Foldable wird immer alltagstauglicher und robuster

 

Samsung ist bereits bei der dritten Generation eines faltbaren Smartphones angekommen und anderen Herstellern somit um einiges voraus. Das Foldable wird immer alltagstauglicher, robuster und erneut etwas günstiger. Die großen Verbesserungen beim Galaxy Z Fold 3 gegenüber dem Vorgänger bleiben zwar aus, allerdings gibt es wichtige Detailverbesserungen wie die IPX8-Zertifizierung zum Schutz vor Wasser, den S Pen Support und 120 Hz für das Coverdisplay. Zudem setzt Samsung erstmals auf die innovative Technologie der „Under Display Camera“, die es wohl bald in mehreren Smartphones zu sehen geben wird.

 

 

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