In vielen Fällen kann ein Smartphone eine Digitalkamera ersetzen – und wenn ein Smartphone hier besonders in Frage kommt, ist es das Xiaomi-Flaggschiff Mi 11 Ultra, das mit einer mächtigen Triple-Cam ausgestattet ist. Wozu die Kamera in der Lage ist, erfahren Sie in diesem Testbericht.

Jonathan Kemper
JonathanKemper
Jonathan ist Redakteur bei Allround-PC.com und schreibt zusätzlich für das 1&1 Magazin.
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Quelle: Xiaomi

Das Xiaomi Mi 11 Ultra ist das derzeit teuerste Smartphone des Herstellers und markiert das obere Ende der Flaggschiff-Serie. Bei der Auswahl der hochwertigen Komponenten wurde jedoch nicht nur Augenmerk auf den großen, hochauflösenden OLED-Bildschirm, den leistungsfähigen Qualcomm-SoC Snapdragon 888 oder den 12 GB großen Arbeitsspeicher gelegt, sondern vor allem auf die Kameras. Das massive Kameramodul auf der Rückseite beherbergt drei Sensoren. Hinzukommt eine Selfie-Kamera mit einem einzelnen 20-MP-Sensor (f/2.2, 27 mm), der in einer Punchhole in der linken, oberen Ecke der Vorderseite untergebracht ist.

 

  • Hauptkamera: 50 MP, f/2.0, 24 mm
  • Ultraweitwinkel: 48 MP, f/2.2, 12 mm
  • Periskop: 48 MP, f/4.1, 120 mm

 

Eine Smartphone-Kamera ist jedoch auch immer nur so gut wie ihre Software. Einen positiven Eindruck macht daher die automatische AI-Überarbeitung, die Farben kräftigt, und der HDR-Modus für gleichmäßig ausgeleuchtete Bildmotive. Abseits der diversen Automatik-Modi bleibt dem Fotografen noch der Pro-Modus, der die individuelle Anpassung von Reglern wie Belichtungszeit, ISO, Blende und Fokus erlaubt.

Hauptsensor

 

Der Hauptsensor kommt wohl bei den meisten Fotos zum Einsatz und ist dank seiner Weitwinkeloptik vielseitig verwendbar. Ob für Landschaftsfotos, Porträts oder Nahaufnahmen, die 50 MP liefern auch bei mittelmäßigen Lichtverhältnissen noch gestochen scharfe Bilder. Mittels Pixel-Binning werden vier Pixel zu einem kombiniert, um mehr Lichtinformationen aufnehmen zu können und Bildrauschen zu minimieren. Effektiv entstehen also 12,5-MP-Bilder, die nicht so viel Speicher benötigen. Unter den weiteren Modi ist jedoch auch die Möglichkeit versteckt, explizit Bilder mit 50 MP zu schießen.

Ultraweitwinkel und Makro

 

Der Ultraweitwinkelsensor ist mit 48 MP und einer verhältnismäßig offenen Blende ausgestattet, die selbst nachts noch gute Bilder entstehen lässt. Ebenfalls wird auf Pixel-Binning mit 12-MP-Fotos gesetzt. Dieser Sensor wird auch dann angesteuert, wenn die Makro-Funktion in den Einstellungen aktiviert wird. Das sorgt dafür, dass ein künstlicher Bokeh rund um das Objekt im Vordergrund erzeugt wird. Für ungewöhnliche Perspektiven von Gebäuden, Landschaften oder Nahaufnahmen steht die Ultraweitwinkelkamera jederzeit bereit.

 

Zoom

 

Die Zoom-Linse komplettiert das Trio und steht mit ihren 48 MP ihren Kollegen in wenig nach. Die Brennweite von 120 mm resultiert gegenüber dem Hauptsensor in einer fünffach optischen, also verlustfreien Vergrößerung. Die Zoomstufen zwischen 1x und 5x werden also digital mittels der Hauptkamera realisiert. Im Test konnte die Periskop-Linse mit durchweg scharfen Fotos überzeugen.

 

Nacht

 

Wie viele andere Kamera-Apps ist auch die von Xiaomi mit einer dedizierten Funktion für die Nacht ausgerüstet, bei der die Belichtungszeit erhöht wird. Der Nachtmodus kann mit allen drei Linsen verwendet werden, produziert allerdings in Kombination mit dem Hauptsensor die besten Ergebnisse. Direkte Lichtquellen tendieren in Bildern jedoch dazu, Schlieren zu erzeugen.

 

Porträt und Selfie

 

Der Porträt-Modus kann direkt über die Hauptleiste angesteuert werden und ist sowohl für Aufnahmen von Menschen als auch von Tieren oder Gegenständen geeignet. Hier schießen Sie Bilder mit dem Hauptsensor oder der Selfiekamera und versehen sie mit einem künstlichen Unschärfeeffekt, der im Regelfall auch sehr authentisch wirkt. Anpassungen der Blende sind möglich, außerdem können Weichzeichner, Filter und Effekte automatisch hinzugefügt werden.

 

 

Eins der Alleinstellungsmerkmale des Xiaomi Mi 11 Ultra ist das zweite Display auf der Rückseite gleich neben der Triple-Cam. Hier können die aktuelle Uhrzeit, inspirierende Zitate oder eben eine Vorschau des Suchers angezeigt werden. Auch in Selfie-Situationen könnten Sie so problemlos auf den besseren Hauptsensor zurückgreifen, auch wenn die 20-MP-Selfiecam durchaus nicht zu enttäuschen weiß.

Kreativ

 

Während die drei verschiedenen Sensoren schon zu einigem Experimentieren einladen, gibt es auch einige Kreativ-Modi, die ausprobiert werden wollen. Unter „Lange Belichtungszeit“ finden sich zum Beispiel weitere Möglichkeiten, abgesehen vom Nacht-Modus mit Licht zu spielen. Die Option „Super-Mond“ gibt Zugriff auf eine bis zu 60-fache digitale Vergrößerung. Und mit „Klonen“ können Sie sich ganz einfach selbst mehrfach in einem Standbild festhalten. Für einen Modelleisenbahn-Look können Fotos außerdem mit einem Tilt-Shift-Filter überlagert werden.

Video

 

Nicht nur für Fotos ist die Smartphone-Kamera des Mi 11 Ultra eine gute Wahl, sondern auch für Videos. Der Video-Modus kann mit jedem der einzelnen Sensoren benutzt werden, unterstützt 4K-Auflösung bei 60 FPS und sogar 8K-Auflösung bei immerhin 24 FPS. Allerdings haben nur Hauptsensor und Periskop-Linse einen optischen Bildstabilisator (OIS) an Bord, die für ausgesprochen wackelfreie Clips verantwortlich sind. Beim Weitwinkel-Sensor greift nur die elektronische Bildstabilisierung, die sich durch seltene digitale Stabilisierungsartefakte bemerkbar macht.

Fazit

 

Bereits wenige Monate nach der Markteinführung in Deutschland ist das Xiaomi Mi 11 Ultra nicht mehr verfügbar. Das ist schade, da der Hersteller mit diesem Gerät ein Glanzstück abgeliefert hat. Xiamoi hat durchaus demonstriert über welche technischen Möglichkeiten und Know-How der Aufsteiger aus China verfügt. Anstatt einen Sensor mit einer besonders hohen Auflösung zu versehen wie die 108-MP-Kamera im normalen Mi 11, wurden hier möglichst leistungsfähige Einheiten in allen Bereichen verbaut. In Alltagsfotos ist kein Qualitätsabfall von Ultraweitwinkel oder Zoom-Objektiv zum Hauptsensor zu bemerken. Auf jeden Fall hat Xiaomi die Latte für iPhone 13 Pro Max, Samsung Galaxy S22 Ultra und Co. ziemlich hochgelegt.

 

Tipp
Sie interessieren sich für die Xiaomi Mi 11-Serie, die einmaligen Anschaffungskosten sind Ihnen aber zu hoch? In Kombination mit einer 1&1 Daten-Flat wird beispielsweise das Mi 11 Lite 5G zu deutlich attraktiveren Konditionen hier im 1&1 Shop angeboten.

 

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