Schon seit längerer Zeit müssen sich Smartwatches nicht mehr auf die Mobilfunk-Verbindung ihres gekoppelten Smartphones verlassen, denn manchmal kommen sie mit einer eigenen LTE-Antenne daher. Zwischen welchen Modellen der bekanntesten Hersteller Sie wählen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Jonathan Kemper
JonathanKemper
Jonathan ist Redakteur bei Allround-PC.com und schreibt zusätzlich für das 1&1 Magazin.
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Was bringt eine Smartwatch mit LTE?

 

Unterwegs ohne Smartphone telefonieren: Ist die LTE-Smartwatch einmal komplett eingerichtet, braucht es kein Smartphone mehr, um Telefonate anzunehmen oder abzusetzen. Die eSIM beherbergt die gleiche Nummer wie das physische Pendant, das ins Mobiltelefon gesteckt wird. Mehr Details zur eSIM erfahren Sie später.

 

Ohne Smartphone bezahlen: Das Smartphone an ein Kartenleseterminal zu halten ist immer häufiger zu beobachten, doch auch mit einer Smartwatch lässt sich die Rechnung begleichen. Dank LTE-Verbindung benötigt es kein gekoppeltes Smartphone, damit Dienste wie Apple Pay, Samsung Pay und Co. die Transaktion einfach per NFC durchführen können.

 

Musik hören ohne Smartphone: Die entsprechende Streaming-App für das jeweilige Betriebssystem vorausgesetzt, kann eine Smartwatch auch als Medienplayer am Handgelenk fungieren. Für Offlinesicherung ist der in der Regel knapp bemessene Flash-Speicher vorgesehen, doch über LTE können Musiktitel, Podcasts oder Hörbücher auch direkt aus dem Netz gestreamt werden.

LTE ohne echte SIM-Karte: die eSIM

 

Es ist wohl offensichtlich, dass die LTE-Funktionalität einer Smartwatch nur in Verbindung mit einer SIM sowie einem entsprechenden Tarif genutzt werden kann. Aus Platzgründen ist das Einschieben einer echten SIM-Karte in Wearables jedoch in der Regel nicht möglich. Für diesen Anwendungsfall wurde die eSIM entwickelt, die nur virtuell in der Uhr Platz nimmt. Sie ist mit dem gleichen Vertrag wie das Smartphone verknüpft und muss nach Lieferung lediglich durch das Scannen eines QR-Codes aktiviert werden. Mehr zur eSIM lesen Sie hier.

Apple Watch (Series 6)

 

Quelle: Apple

Die Smartwatch von Apple ist wohl eine der beliebtesten Lösungen, wenn es um einen smarten Begleiter am Handgelenk zum iPhone geht. Seit 2015 erscheint die Apple Watch regelmäßig in einer neuen Generation. Das aktuelle Modell ist die Series 6, welche im September 2020 eingeführt wurde. Über die komplette Zeit hinweg ist sie ihrem quadratischen Format und ihrem Betriebssystem watchOS treu geblieben. Abgesehen von GPS und einem Herzfrequenzsensor ist sie inzwischen auch mit Sport-Features wie einem Blutsauerstoffmesser (SpO2) ausgestattet. Beim Display handelt es sich um einen LTPO-OLED-Bildschirm, der stromsparend im Always-On-Modus betrieben werden kann. Preislich ist die Apple Watch Series 6 im Premium-Bereich angesiedelt.

Technische Daten

 

  • 1,78 Zoll LTPO-OLED Display, quadratisch, 448 x 368 Pixel
  • Apple S6 SoC
  • 1 GB RAM, 32 GB Speicher
  • Wi-Fi, LTE, NFC, GPS, Bluetooth 5.0
  • bis 50 Meter wasserdicht
  • Herzfrequenz, Blutsauerstoff (SpO2, VO2max)

Alternativ gibt es die Apple Watch SE, die zwar zu einem niedrigeren Preis verfügbar ist, jedoch auch mit ein paar Abstrichen daherkommt - zum Beispiel bei den biometrischen Sensoren.

Samsung Galaxy Watch 3

 

Quelle: Samsung

Die Galaxy Watch ist Samsungs Vertreter im heiß umkämpften Wearable-Markt. Die Südkoreaner haben mit Tizen ihre eigene Software für den runden Bildschirm entwickelt, der in der Galaxy Watch 3 mit 41 und mit 45 Millimetern Durchmesser verbaut ist. Ein Bedienungselement ist die drehbare Lünette um den berührungsempfindlichen OLED-Bildschirm, die nicht nur gut aussieht, sondern die Navigation auch spürbar vereinfacht. Samsung sticht außerdem mit einer hohen Akkulaufzeit, einem Blutdruckmesser sowie Kompatibilität zu allen 22-Millimeter-Armbändern hervor.

Technische Daten

 

  • 1,2 Zoll (41 mm)/1,4 Zoll (45 mm) Super-AMOLED Display, rund, 360 x 360 Pixel
  • Exynos 9110 SoC
  • 1 GB RAM, 8 GB Speicher
  • Wi-Fi, LTE, NFC, GPS, Bluetooth 5.0
  • bis 50 Meter wasserdicht, MIL-STD-810G
  • Herzfrequenz (EKG), Blutdruck

Huawei Watch 3/3 Pro

 

Quelle: Huawei

Während die Huawei Watch zuvor auf Wear OS und damit wie die Smartphones des chinesischen Herstellers auf Google-Software gesetzt hatte, musste man nun auf ein System aus eigener Entwicklung umschwenken. Ganz konkret kommt nun Harmony OS 2.0 zum Einsatz, so wie es auch bei Huawei-Smartphones zukünftig der Fall sein wird. Das bedeutet, Apps werden nicht über den Google Play Store, sondern über die sogenannte App Gallery installiert. Hier kann Huawei aber mit einem wachsenden Angebot mit vielen bekannten Partnern punkten. Der Unterschied zwischen der Watch 3 und der Watch 3 Pro ist nicht nur im Preis, sondern vor allem in der Größe des Akkus zu finden, was sich auch bei Maßen und Dicke des Gehäuses abzeichnet.

Technische Daten

 

  • 1,43 Zoll AMOLED Display, rund, 466 x 466 Pixeln
  • HiSilicon Hi6262 SoC
  • 2 GB RAM, 16 GB Speicher
  • Wi-Fi, LTE, NFC, GPS, Bluetooth 5.2
  • bis 50 Meter wasserdicht
  • Herzfrequenz, Blutsauerstoff (SpO2), Körpertemperatur

Fazit zu den aktuellen Smartwatch-Modellen

 

Wem für die neue Smartwatch ein etwas größeres Budget zur Verfügung steht und wer absoluter iOS-Fan ist, trifft mit der Apple Watch Series 6 genau die richtige Wahl. Dieses Modell kann mit zahlreichen praktischen Funktionen wie beispielsweise der Möglichkeit ein EKG direkt am Handgelenk durchzuführen, sowie einer besonders intuitiven Bedienung durch watchOS punkten. Wer hingegen Android-affin ist und idealerweise auch ein Samsung-Smartphone nutzt, kommt mit der etwas preiswerteren Galaxy Watch 3 voll auf seine Kosten. Was uns dabei besonders gut gefällt ist das Feature der drehbaren Lünette. Mit dem beweglichen Ring um das Uhrengehäuse lässt sich die Smartwatch alternativ zum Touchscreen steuern – praktisch ist das vor allem dann, wenn das Display beispielsweise im Regen nicht mit dem Finger bedient werden kann. Der „Underdog“, die Huawei Watch 3 (Pro), muss sich im Vergleich zu den anderen beiden Smartwatches nicht verstecken. Das neue Betriebssystem Harmony OS 2.0 hat viele Stärken wie ein brandneues Design. Darüber hinaus bietet die Huawei-Uhr doppelt so viel Speicherplatz wie das Samsung-Wearable.

 

 

 

Quellen: