Ganz überraschend kündigte der japanische Telekommunikations- und Internetkonzern Softbank kürzlich mit dem Leitz Phone 1 ein neues Premium-Smartphone an. Es trägt den Schriftzug der deutschen Marke Leica nicht nur auf der Kamera, sondern ist komplett damit gebrandet. Die Ausstattung kann sich sehen lassen, ist aber nicht unbekannt.

Tim Metzger
TimMetzger
Tim ist Redakteur bei Allround-PC.com und schreibt zusätzlich für das 1&1 Magazin.
Alle Beiträge

Das Smartphone ist nach dem Leica-Gründer Ernst Leitz benannt und trägt das rote Logo auf der Rückseite. Leica ist besonders auf Fotoapparate und Optiken spezialisiert, darunter vor allem Ferngläser. Bisher trugen nur einige Huawei-Geräte auf dem Smartphone-Markt den Leica-Schriftzug, da das deutsche Traditionsunternehmen mit Hauptsitz im hessischen Wetzlar an den Kameras mitgewirkt hat. Mit dem zuletzt angekündigten Sharp Aquos R6 kam dann überraschenderweise ein neuer Hersteller dazu, nun folgt das vollwertige Leica-Smartphone. Beide Geräte werden vom Unternehmen Softbank vermarktet, ein japanischer Mobilfunk-, Fernseh- und Internetanbieter mit zahlreichen Unternehmenszweigen und Anteilen an anderen Firmen. Unter anderem gehört ein Computerspielunternehmen zu Softbank, das japanische Unternehmen ist zudem an der Alibaba-Gruppe, Uber, Tier Mobility und Boston Dynamics beteiligt.

Technisch identisch mit dem Sharp Aquos R6

 

Die Kameraschutzkappe des Leica Leitz 1 - Quelle: Leica

Mit dem Leitz Phone 1 bringt Softbank nun im Juli ein Leica-Smartphone auf den japanischen Markt. Dort kostet es knapp 188.000 Yen, was umgerechnet rund 1.400 Euro sind. Entsprechend weist das Leitz Phone 1 auch Flaggschiff-Spezifikationen auf. Es teilt die technische Ausstattung mit dem Sharp Aquos R6, bietet jedoch ein anderes Design, da Leica beim Sharp-Pendant nur die Kamera mitentwickelt hat und im Falle des Leitz Phone 1 komplett an der Entwicklung beteiligt war. Softbank richtet das Aquos R6 an jene, die nur eine aktuelle Smartphone-Kamera von Leica haben möchten, während das Leitz Phone 1 für waschechte Leica-Fans gedacht ist. Es kommt sogar mit einer gebrandeten Kamera-Schutzkappe aus Metall daher.

Ein-Zoll-Kamera von Leica

 

In dem runden Kameramodul mit Leica-Schriftzug steckt eine 20-Megapixel-Hauptkamera mit einer Sensorgröße von einem Zoll. Mit Ausnahme exotischer Hybriden aus Kamera und Smartphone wie dem Panasonic Lumix DMC-CM1 beinhaltet bislang kein anderes Smartphone einen solch großen Kamerasensor – das nahezu baugleiche Sharp Aquos R6 natürlich ausgenommen. Übrigens: Der CMOS-Sensor in Sonys Kompaktkameraserie RX100 ist gleich groß. Die Hauptkamera bietet darüber hinaus ein Summicron-Objektiv mit sieben Elementen sowie eine Blende von f/1.9. Daneben sitzen noch ein Time-of-Flight-Tiefensensor und ein Laser-Autofokus. Auf eine Weitwinkel- oder Telekamera hat der Hersteller verzichtet, vermutlich wohl auch wegen Platzmangel. Für Selfie steht eine Frontkamera mit 12 Megapixeln zur Verfügung.

Das OLED-Display stellt neue Rekorde auf

 

Nicht nur die Hauptkamera ist ein Novum auf dem Markt, sondern auch das Display. Es handelt sich um einen 6,6 Zoll großen Pro-IGZO-OLED-Bildschirm, der mit 2.730 x 1.260 Pixeln auflöst. Er unterstützt Dolby Vision und soll eine bislang bei OLED unerreichte Helligkeit von maximal 2.000 Nits erreichen. Der bisherige OLED-Rekordhalter ist Samsungs Galaxy S21 Ultra mit rund 1.200 Nits. Obendrein hat das Display eine adaptive Bildwiederholfrequenz von 240 Hertz. Aktuelle Flaggschiffe bieten eher 120 Hertz, das Maximum betrug bislang 165 Hertz. Des Weiteren kommt erstmals Qualcomms Ultraschall-Fingerabdrucksensor 3D Sonic Max mit einer Fläche von 600 Millimetern zum Einsatz, der zwei Finger gleichzeitig erkennen kann.

Quelle: Leica

Weitere Spezifikationen des Leitz Phone 1

 

Der Sim- und SD-Schacht befindet sich oben - Quelle: Leica

Das relativ dicke Gehäuse ist gemäß IP68 vor Wasser und Staub geschützt, im Rahmen gibt es USB-C, einen Kopfhöreranschluss und den SIM-Schacht. Dieser kann auch eine MicroSD-Karte zur Speichererweiterung aufnehmen. Als Prozessor dient standesgemäß ein Qualcomm Snapdragon 888, außerdem bietet das Leica-Smartphone 12 Gigabyte Arbeitsspeicher, 128 Gigabyte Speicherplatz, Unterstützung für 5G und Wi-Fi 6 sowie einen Akku mit 5.000 Milliamperestunden.

 

 

Quellen: