Was verbirgt sich hinter Begriffen wie spritzwassergeschützt, staubdicht oder sturzresistent? Was hat es mit dem Schutz durch eine IP-Zertifizierung sowie durch Gorilla Glass auf sich? Welche Standards gibt es und was bedeuten diese? Diese Fragen möchten wir hier kurz klären.

Jessica Gietz
JessicaGietz
Jessica ist Redakteurin für das 1&1 Magazin und kennt die besten Eisdielen der Stadt.
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Was bedeutet „IP Zertifizierung“?

 

iPhone 12 mit IP 68-Zertifizierung

IP ist die Abkürzung für „International Protection“. Bei der sogenannten IP-Zertifizierung handelt es sich also um eine international gültige Klassifizierung von Standards für Technikgeräte im Hinblick auf deren Sicherheit. Gekennzeichnet ist die Widerstandsfähigkeit des Gerätes gegen äußere Einflüsse mit der Bezeichnung IP und meist zwei Kennziffern. Letztere geben an, inwieweit ein bestimmtes Smartphone gegen Wasser und Staub geschützt ist.

 

Die erste Kennziffer nach der Abkürzung „IP“ beschreibt die Widerstandsfähigkeit gegenüber Festsoffen (Staub) und ist in 7 Stufen, von 0 (nicht staubdicht) bis 6 (staubdicht) unterteilt. Die zweite Kennziffer sagt aus, bis zu welchem Grad das Gerät vor Wasser geschützt ist. Hier reicht die Skala von 0 (kein Schutz) bis 9 (Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung).

 

Steht statt einer Zahl in der IP-Zertifizierung ein „X“, ist das Gerät in diesem Bereich nicht geprüft worden.

 

Manche Hersteller werben damit, dass das Smartphone nach der Militärnorm MIL-STD-810 zertifiziert ist. Das bedeutet, dass das Gerät unter extremen Bedingungen getestet wurde, also in großer Höhe bei niedrigem Luftdruck oder gefrierendem Regen. Jedoch muss für diese Zertifizierung nur einer der eben genannten Tests bestanden sein.

 

Aktuelle Flaggschiffe wie die Modelle der Apple iPhone 12-Reihe oder die Galaxy S21-Serie von Samsung sind beispielsweise mit IP 68 zertifiziert. Das bedeutet, dass die Smartphones staubdicht und gegen längeres Untertauchen in Flüssigkeiten geschützt sind.

Die IP-Schutzklassen in der Übersicht

Erste Ziffer bei IP-Zertifizierung

  • kein Schutz
  • Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser von 50 mm.
  • Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser von 12 mm.
  • Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser von 2,5 mm.
  • Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser von 1,0 mm.
  • Geschützt gegen Staub in schädigender Menge (staubgeschützt).
  • Vollständiger Schutz vor Staubeintritt (staubdicht).

Zweite Ziffer bei IP-Zertifizierung

  • kein Schutz
  • Schutz gegen Tropfwasser.
  • Schutz gegen fallendes Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist.
  • Schutz gegen fallendes Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte.
  • Schutz gegen allseitiges Spritzwasser.
  • Schutz gegen Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel.
  • Schutz gegen starkes Strahlwasser und zeitweilige Überflutung.
  • Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen.
  • Schutz gegen dauerndes Untertauchen (wasserdicht)
  • Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung

Schutz durch Gorilla Glass

 

Quelle: Corning

Staub und Wasser sind leider nicht die einzigen Gefahren für ein Smartphone. Fällt das Handy einmal aus Versehen aus der Hand, kann das Display zersplittern. Damit das nicht passiert, arbeitet das Unternehmen Corning seit Jahren an einem möglichst kratzfesten und sturzresistenten Spezialglas für Smartphones und Tablets. Eine besondere chemische Behandlung verleiht dem sogenannten Gorilla Glass eine hohe Glashärte. Zur Veranschaulichung hier ein Beispiel: Gewöhnliches Glas bekommt bei einer Drucklast von rund 5 Newton erste Risse, bei Cornings Spezialglas passiert das erst bei etwa 40 Newton. Zur Einordnung der Schutzklassen von Gorilla Glass gilt folgende Faustregel: Je höher die Schutzklasse, desto sicherer ist das Handy vor Kratzern und Stürzen.

 

Das aktuelle Flaggschiff von Xiaomi, das Mi 11, ist beispielsweise gleich doppelt durch Gorilla Glass geschützt. Auf der Frontseite kommt der aktuelle Corning-Spitzenreiter in Sachen Widerstandsfähigkeit, Gorilla Glass Victus, zum Einsatz, während der chinesische Hersteller auf der Rückseite das ebenfalls sehr robuste Gorilla Glass 5 verbaut hat.

Die Gorilla Glass-Schutzklassen in der Übersicht

  • Gorilla Glass 1 schützt vor Fett- und Schmutz-Rückständen.
  • Gorilla Glas 2 zerbricht nicht bei einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm.
  • Gorilla Glass 3 ist weniger anfällig für Kratzer und Brüche sowie flexibler als Gorilla Glass 2.
  • Gorilla Glass 4 bedeutet, dass Smartphones 80 Prozent der Stürze aus einer Höhe von einem Meter überstehen.
  • Gorilla Glass 5 schützt Handy-Displays bei Stürzen aus einer Höhe von 1,6 Metern.
  • Gorilla Glass 6 verhindert Display-Schäden auch nach mehreren Stürzen. Im Labor haben Bildschirme aus Gorilla Glass 6 Herstellerangaben zufolge 15 Stürze überstanden.
  • Gorilla Glass Victus ist laut Corning bis zu zweimal kratzfester als Gorilla Glass 6 und soll Stürze aus bis zu zwei Metern unbeschadet überstehen.