Bei Notebooks zeigt sich neben USB-C-Anschlüssen immer öfter ein Blitzsymbol als Kennzeichen für Thunderbolt. Neuere Notebook-Modelle unterstützen sogar den neuen Thunderbolt 4 Standard. Was genau steckt hinter dieser Technologie und worin unterscheidet sich diese im Vergleich zum normalem USB-Standard?

Tim Metzger
TimMetzger
Tim ist Redakteur bei Allround-PC.com und schreibt zusätzlich für das 1&1 Magazin.
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Die Geschichte von Thunderbolt

 

Thunderbolt entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen Intel und Apple und kam erstmals 2011 in MacBooks zum Einsatz. Es handelt sich dabei um ein Schnittstellen-Protokoll, das universell zum Verbinden von Monitoren, Peripheriegeräten, Festplatten und mehr gedacht ist. Grundlegend ist Thunderbolt eine Kombination aus DisplayPort und PCIe, was zur Einführung eine doppelt so hohe Bandbreite im Vergleich zum damaligen USB 3.0 Standard ermöglichte. Thunderbolt verwendet spezielle Kabel und wies in der ersten und zweiten Generation noch den Mini-DisplayPort-Anschluss auf.

 

Mit Thunderbolt 3 folgte 2015 ein größerer Sprung, denn seitdem setzt die Schnittstelle fest auf USB-C als Anschluss, hat eine Bandbreite von bis zu 40 Gigabit pro Sekunde und kann auch Strom mit relativ hoher Leistung übertragen. Zum Thunderbolt-3-Start ließen sich nur Desktop-Systeme mit Intels sechster Prozessorgeneration damit ausstatten, erst 2016 gelang der Technologie mit dem Re-Design des Apple MacBooks ein größerer Marktdurchbruch.

 

Quelle: Intel

Im Jahr 2020 erschienen die ersten Notebooks mit Thunderbolt 4, da Intel die Unterstützung dafür direkt in die Mobilprozessoren der elften Generation integriert hat. Ein Jahr zuvor übergab Intel die Spezifikation von Thunderbolt 3 dem USB-Implementers-Forum, welches darauf aufbauend USB4 entwickelte. Da die neueste Thunderbolt-Generation keine höhere Bandbreite, sondern vielmehr Detailverbesserungen bietet, herrscht deshalb viel Verwirrung um die Unterschiede zwischen Thunderbolt 3, USB4 und Thunderbolt 4 - zumal alle den USB-C-Anschluss verwenden.

Vorteile von Thunderbolt 4

 

Gegenüber Thunderbolt 3 bietet die vierte Generation zwar weiterhin maximal 40 Gigabit pro Sekunde, jedoch wurde die Mindestanforderung für PCIe-Daten von 16 auf 32 Gigabit pro Sekunde angehoben. Dadurch können vor allem PCIe-Speichergeräte profitieren, etwa externe Thunderbolt-SSDs und externe Grafikkarten. Zudem setzt die neue Generation einen speziellen Speicherschutz mit Intel-Technik voraus, um verbundene Systeme vor Sicherheitsbedrohungen zu bewahren.

 

Quelle: Intel

Darüber hinaus lässt sich ein System nun über Peripherie, die mit einem Thunderbolt-Dock verbunden ist, aus dem Ruhezustand wecken. Schlanke Notebooks müssen zudem Laden über mindestens einen Thunderbolt-Port unterstützen. Statt einem 4K-Monitor mit 60 Hertz muss Thunderbolt 4 des Weiteren mindestens zwei 4K-Monitore mit je 60 Hertz unterstützen. Sogar die Verwendung eines 8K-Displays ist über Thunderbolt 4 möglich. Bei Zubehör wie Dockingstationen sind mindestens vier Thunderbolt-4-Anschlüsse verpflichtend.

Thunderbolt 4 vs. USB4: wo ist der Unterschied?

 

Durch die gestiegenen Mindestanforderungen stellt Thunderbolt 4 die aktuell umfangreichste und wohl einheitlichste Schnittstelle mit USB-C dar. Die Bandbreite von USB4 liegt im Vergleich bei mindestens 20, schafft optional jedoch auch 40 Gigabit pro Sekunde. Vorangegangene USB-Generationen waren sogar noch deutlich fragmentierter hinsichtlich Funktionen und Geschwindigkeit.

 

Die genannten Funktionen von Thunderbolt 4 bietet USB4 hingegen nicht und selbst im Vergleich zu Thunderbolt 3 weist der neue USB-Standard mehr Lücken hinsichtlich der Eigenschaften auf. Beispielsweise lädt ein Thunderbolt-3- oder Thunderbolt-4-Anschluss mindestens mit 15 Watt, bei USB4 sind es lediglich 7,5 Watt. Dennoch sind diese drei Schnittstellen-Protokolle untereinander kompatibel. Weiterhin gilt es bei Produkten mit USB-C also darauf zu achten, welches Protokoll dahinter steckt. Mit Thunderbolt 4 gibt es jedoch stets alle Funktionen, die der Anschluss momentan zu bieten hat.

 

 

Tipp
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Quellen: