Oppo hat das Find X3 Pro nicht nur mit leistungsfähiger Hardware ausgestattet, auch die Kameras haben ein Upgrade erhalten. Besonders die Mikroskopkamera sticht dabei hervor und ermöglicht Bilder, die sonst vorher mit einem Smartphone nicht möglich waren. Doch was genau steckt dahinter?

Leonardo Ziaja
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Leonardo ist stellvertretender Chefredakteur von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Das neue Flaggschiff-Smartphone der Oppo Find X3-Serie erhält eine leistungsstarke Quad-Kamera auf der Rückseite. Sowohl Haupt- als auch Ultraweitwinkelkamera nutzen jeweils einen 50 Megapixel Sensor, darüber hinaus gibt es eine Telekamera mit 13 Megapixeln und 5-fachem Hybrid-Zoom.

 

Für die vierte Linse hat sich Oppo etwas Besonderes überlegt und erstmals eine Mikroskopkamera integriert. Sie kann Objekte bei einem Abstand von einem bis drei Millimeter bis zu 60-fach vergrößern. Der Sensor löst mit 3 Megapixeln auf, bietet eine f/3.0 Blende und einen fixen Fokusbereich. Durch die vergleichsweise geringe Auflösung sind die Fotos nicht ganz so scharf, wie man es mittlerweile sonst gewohnt ist.

 

Ultraweitwinkel-Kamera, Makro-Kamera und Co.? Im verlinkten Beitrag erklären wir Ihnen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Smartphone-Kameras.

Mikroskopkamera: mehr Details als mit einer Makrolinse

 

Zwar gibt es schon einige Smartphones mit einer sogenannten Makrokamera, die für sehr feine Nahaufnahmen geeignet ist, ein Mikroskop hat jedoch noch kein Hersteller integriert. Um die Mikroskopkamera nutzen zu können, muss sie explizit in der Übersicht der Kamera-Modi angesteuert werden. Ansonsten nutzt das Find X3 Pro bei Nahaufnahmen automatisch den Makromodus über die Ultraweitwinkelkamera. Standardmäßig knipst die Mikroskopkamera mit einer 30-fachen Vergrößerung, der Maximalzoom wird digital realisiert.

 

Da der Schärfebereich sehr eng (1-3 mm) und kein Autofokus vorhanden ist, braucht es viel Fingerspitzengefühl beim Fokussieren. Am besten wird das Smartphone beispielsweise auf einem Tisch abgestützt oder auf einem kleinen Stativ montiert – so kann der Schärfebereich am feinsten bewegt werden. Nun müssen Sie nur noch abdrücken, was ebenfalls nicht ganz so einfach ist, da das Bild dabei schnell verwackeln kann. Alternativ lässt sich das Foto auch über die Lautstärkewippe auslösen oder die Funktion „Aufnahme beim Tippen“ in den Kamera-Einstellungen auswählen. Darüber hinaus lassen sich auch Full HD Videos mit der Mikroskopkamera aufnehmen, was je nach Objekt noch einmal deutlich spannender ist.

Ein wichtiger Aspekt: der Sensor braucht viel Licht

 

Da das Smartphone bei solch einem geringen Abstand zum Objekt doch sehr viel Licht wegnimmt, hat Oppo der Mikroskopkamera ein kleines LED-Ringlicht spendiert. Tatsächlich zeigt sich auch in der Praxis recht schnell, dass der Sensor viel Licht für qualitativ gute Fotos benötigt und somit bei Dunkelheit nur bedingt zu gebrauchen ist. Wir empfehlen die Verwendung des Mikroskops eher in helleren Umgebungen und bei Tageslicht.

Sehr beeindruckende Technik, im Alltag aber eher ein Gimmick

 

Die Mikroskopkamera macht im Alltag wirklich viel Spaß. Es ist ein regelrechtes Spiel sich nach Objekten umzuschauen, die sich mit der Kamera „untersuchen“ lassen könnten. Die Möglichkeiten sind unendlich, von einzelnen Stofffasern eines Sofas, gedruckten Buchstaben in einem Buch über feine Strukturen einer Holztischplatte bis hin zu Mini-Kondensatoren auf Computerplatinen oder kleinen Moospflänzchen im Wald. Schlussendlich lässt sich die Mikroskopkamera jedoch eher als Gimmick bezeichnen. Bei Familie und Freunden werden die Nahaufnahmen aber wohl für Begeisterung sorgen. Natürlich sollte die Mikroskopkamera im Oppo Find X3 Pro nicht mit großen Mikroskopen verglichen werden, professionelle Geräte erreichen deutlich stärkere Vergrößerungen. Dennoch ist es beachtlich, solch eine Technologie in einem Smartphone anzutreffen und nutzen zu können.