Das digitale Zeitalter eröffnet viele spannende Möglichkeiten, bringt aber auch Schattenseiten mit sich. Gerade im Internet sind Kinder und Jugendliche vielen Gefahren ausgesetzt, da sich Hass und Hetze viel leichter verbreiten lässt und die Hemmschwelle für Mobbing im Netz relativ niedrig ist. In diesem Beitrag klären wir Sie über Cybermobbing auf und geben Ratschläge für Eltern, deren Kinder Opfer von Cybermobbing geworden sind.

KarinKaufmann
Karin Kaufmann ist Redakteurin für das 1&1 Magazin.
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Was ist Cybermobbing?

 

Das BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) definiert Cyberbullying bzw. Cybermobbing wie folgt: „Unter Cyberbullying oder Cybermobbing versteht man die Beleidigung, Bedrohung, Bloßstellung oder Belästigung von Personen mithilfe von Kommunikationsmedien; beispielsweise über Smartphones, E-Mails, Websites, Foren, Chats und Communities“. Cybermobbing ist demnach die Nutzung digitaler Technologie, um jemanden absichtlich und wiederholt psychisch zu verletzen. Es kann jederzeit und überall passieren, wo es Internet oder mobilen Zugang gibt.

Cybermobbing erfolgt über unterschiedliche Formen in vielen digitalen Kanälen

 

Cybermobbing liegt vor, wenn eine Person digitale Technologien nutzt, um eine andere Person absichtlich und wiederholt zu belästigen, zu demütigen, in Verlegenheit zu bringen, zu bedrohen, zu schikanieren oder einzuschüchtern. Cybermobbing geschieht dabei auf viele verschiedene Arten – in Textnachrichten, E-Mails oder Online-Spielen sowie auf Social Media-Apps wie Facebook, YouTube, Tumblr, Snapchat, Instagram und TikTok.

Beispiele für Cybermobbing

  • das Posten oder Senden von Nachrichten, die Menschen bedrohen oder herabsetzen
  • das Ausschließen von Menschen aus Online-Spielen oder sozialen Foren
  • das Verbreiten von üblen Gerüchten über Personen im Internet
  • das Einrichten von unfreundlichen oder unangenehmen gefälschten Konten in sozialen Medien unter Verwendung echter Fotos und Kontaktangaben
  • Trolling oder Stalking von Personen im Internet
  • das Teilen oder Weiterleiten persönlicher Informationen von Personen
  • das Veröffentlichen von beleidigenden oder peinlichen Fotos oder Videos von Personen
  • die Belästigung anderer Menschen in virtuellen Umgebungen oder Online-Spielen

Auswirkungen von Cybermobbing

Quelle: Shutterstock

 

Cybermobbing hinterlässt bei Kindern und Teenagern oft ein vermindertes Selbstwertgefühl, weniger Interesse an der Schule und geringe schulische Leistungen. Deshalb kann es vorkommen, dass sich Kinder und Jugendliche verwirrt, allein, einsam und isoliert fühlen. Cybermobbing kann zu psychischen Problemen wie Depressionen, Angstzuständen, Stress und in extremen Fällen zu Selbstmordgedanken führen.

 

Manche Opfer von Cybermobbing haben das Gefühl, dass sie keinen sicheren Ort haben oder ihnen niemand helfen kann. Häufig vertrauen sich Betroffene deshalb weder ihren Eltern noch Freunden an. Auch kann es vorkommen, dass Cybermobbing in Offline-Mobbing umschlägt, beispielsweise bei Mobbing in der Schule. Kinder und Jugendliche können also Cybermobbing und persönliches Mobbing gleichzeitig erleben.

Cybermobbing: Wie Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen können

 

Reden ist eine der besten Möglichkeiten, um Ihr Kind vor Cybermobbing zu schützen. Sprechen Sie über dieses Thema mit Ihrem Kind bevor sie es bei den ersten Schritten im Internet begleiten. .Dieser Zeitpunkt ist häufig mit dem ersten eigenen Kinder-Handy gleichzusetzen.

 

Erklärung dafür, was Cybermobbing ist: Cybermobbing ist das Versenden von gemeinen Textnachrichten, das Verbreiten von Gerüchten in sozialen Medien, der absichtliche Ausschluss von jemandem in einem Onlinespiel oder das Teilen eines peinlichen Fotos mit anderen Personen.

 

Erklärung dafür, wie es sich anfühlt, wenn man gemobbt wird: Wenn man gemobbt wird, fühlt man sich traurig und einsam. Jeder Mensch mag gemocht und anerkannt werden, Ausgrenzung fühlt sich für niemanden schön an.

 

Erklärung für mögliche Konsequenzen von Cybermobbing: Kinder, die Cybermobbing ausgesetzt sind, können sich in der Schule nicht mehr gut konzentrieren, schreiben schlechte Noten und sind oftmals deprimiert oder ängstlich. Einige Kinder und Jugendliche haben schlimmstenfalls sogar keine Lust mehr zu leben.

Quelle: Shutterstock

Wichtige Regeln, um Ihr Kind vor Cybermobbing zu schützen

 

Klare Regeln, wann Ihr Kind das Handy, den Laptop oder das Tablet benutzen darf, können helfen, Cybermobbing zu vermeiden. In dem Beitrag Wichtige Regeln für Kinder im Netz erfahren Sie mehr darüber. Eine Regel könnte zum Beispiel lauten, das Smartphone nur zwischen 16.00 und 19.00 Uhr zu nutzen. Nachts gilt es das Handy auszuschalten und in einem Familienbereich (beispielsweise im Wohnzimmer) zu hinterlegen.

Unter Berücksichtigung nachfolgender Tipps kann sich Ihr Kind vor den Gefahren von Cybermobbing schützen:

  • Akzeptieren Sie nur bekannte Personen als Online-Freunde und Follower. Wenn Ihr Kind jemand unbekannten als „Kumpel", „Freund" oder „Follower" hinzufügt, gibt es dieser Person automatisch Zugang zu Informationen über Ihr Kind, die für Mobbing (aus)genutzt werden könnten
  • Geben Sie keine Passwörter weiter. Manche Teenager geben ihre Passwörter als Zeichen des Vertrauens an Freunde weiter, aber ein Passwort gibt anderen Personen die Macht, sich online als Ihr Kind auszugeben
  • Denken Sie nach, bevor Sie etwas posten. Wenn Ihr Kind persönliche Kommentare, Fotos oder Videos postet, könnte es unerwünschte Aufmerksamkeit oder negative Kommentare erhalten. Personen können einen Screenshot machen oder die Kommentare und Fotos herunterladen und sie überall teilen und veröffentlichen. Sie können auch für lange Zeit online verfügbar sein

Auch wenn Ihr Kind Cybermobbing nicht persönlich betrifft, es aber einen Vorfall an der Schule durch Freunde mitbekommt, soll sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter unbedingt an Sie als Elternteil oder an den Lehrer wenden.

Service-Telefon und Hilfe-Seiten bei Internet-Mobbing

  • Die Nummer gegen Kummer

Telefonisch unter 116 111 (Anrufe von Festnetz und Handy sind kostenlos) oder per Mail unter www.nummergegenkummer.de

Erreichbarkeit: Montags-Samstags von 14 bis 20 Uhr

Der Anruf erscheint nicht auf der Telefonabrechnung der Eltern

  • Die Telefonseelsorge

Telefonisch unter 0800/111 0 111 · 0800/111 0 222 oder 0800/ 116 123 (kostenlos und rund um die Uhr telefonisch erreichbar; weitere Infos unter telefonseelsorge.de

  • Bündnis gegen Cybermobbing

Weitere Infos unter buendnis-gegen-cybermobbing.de