Oppo hat sich beim neuen Find X3 Pro 5G für eine konstante Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger entschieden und besonders die Kamera verbessert. Neben zwei neuen Sensoren für die Haupt- und Ultraweitwinkelkamera sticht dabei besonders die einzigartige Mikroskoplinse hervor. Ob die Kamera überzeugen kann und wie sich das Oppo Find X3 Pro 5G im Alltag schlägt, erfahren Sie in diesem Testbericht.

Leonardo Ziaja
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Leonardo ist stellvertretender Chefredakteur von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Design & Verarbeitung des Oppo Find X3 Pro 5G

 

Wie für ein modernes Flaggschiff üblich, ist das Find X3 Pro 5G aus Aluminium und Glas gefertigt. Auf der Front kommt Gorilla Glass 5 zum Einsatz, um das Display vor Kratzern zu schützen. Die Rückseite fällt vor allem durch die geschwungene Ausbuchtung der Kamera auf, welche dem Smartphone einen sehr eleganten Look verleiht. Die insgesamt vier Sensoren tragen dadurch weniger auf und erwecken den Anschein, als wäre das Smartphone aus einem Guss gefertigt.

 

Oppo bietet das Find X3 Pro 5G entweder im glänzenden Schwarz oder mattem Blau an. Vor allem die zweite Farbvariante kann durch das fast schon samtartige Gefühl beeindrucken – Fingerabdrücke ade. Die Verarbeitung ist insgesamt auf einem sehr hohen Niveau. Durch die abgerundeten Kanten auf der Rückseite liegt das Oppo-Smartphone sehr gut in der Hand. Das Gewicht liegt mit 193 Gramm auf einem angenehmen Level, das Find X3 Pro 5G ist zudem gut ausbalanciert und fällt beispielsweise nicht durch eine zu üppige Kamera nach hinten über. Durch den dünnen Aluminiumrahmen und das gebogene Glas fällt die Dicke von 8,26 mm kaum auf, das Smartphone wirkt auf den ersten Blick deutlich dünner.

 

Ansonsten bringt das Oppo-Smartphone ein klassisches Layout mit. Auf der Unterseite befinden sich Lautsprecher, USB Typ-C Anschluss und der Sim-Karten-Einschub. Dort können zwei Nano-Sim-Karten untergebracht werden. Eine Speichererweiterung per MicroSD-Karte ist leider nicht möglich. Der Powerbutton ist auf der rechten Seite anzutreffen, die Lautstärkeregelung liegt gegenüber auf der linken Seite. Zum Entsperren steht ein Fingerabdrucksensor unter dem Display zur Verfügung. Dieser sitzt jedoch deutlich tiefer als beim Vorgänger und ist somit etwas schwieriger zu erreichen, er arbeitet jedoch schnell und zuverlässig.

Ausstattung & Performance – was leistet das Oppo Find X3 Pro 5G?

 

Im Inneren setzt Oppo auf topaktuelle Hardware, wodurch das Smartphone sowohl im Alltag als auch bei anspruchsvollen Anwendungen eine Top-Leistung bietet. Das Herzstück ist ein Qualcomm Snapdragon 888 SoC mit acht Kernen, einer Strukturgröße von 5 nm und einem Maximaltakt von 2,84 GHz. Insgesamt stehen bis zu 12 Gigabyte Arbeitsspeicher (LPDDR5) zur Verfügung, dazu gibt es 256 Gigabyte internen Speicher. Des Weiteren sind 5G, Wi-Fi 6 sowie Bluetooth 5.2 und NFC mit dabei. Als Betriebssystem ist Android 11 in Kombination mit ColorOS 11.2 installiert. Die Oppo-Benutzeroberfläche bietet ein simples Design mit vielen Anpassungsmöglichkeiten sowie einigen Besonderheiten. Sie lässt sich schnell bedienen und ist in Verbindung mit der Hardware sehr flott unterwegs.

 

Dazu trägt auch das Display mit der erhöhten Bildwiederholfrequenz von 120 Hz bei. Oppo setzt hierbei auf ein 6,7 Zoll großes AMOLED-Panel mit einer Auflösung von 3.216 x 1.440 Pixeln (QHD+) und LTPO-Technik. Sie ermöglicht dem Bildschirm eine adaptive Bildrate, was wiederum Energie einsparen kann. Neben den dynamischen 120 Hz stehen auch konstante 60 Hz zur Auswahl, darüber hinaus lässt sich die Bildschirmauflösung automatisch oder manuell auf Full HD+ sowie QHD+ einstellen. Die Touch-Abtastrate liegt bei maximal 240 Hz.

 

Oppo gibt eine maximale Helligkeit von 1.300 Nits an, in unserem Test konnten wir bei vollständig weißer Anzeige maximal 730 nits messen. Wenn das APL („Average Picture Level“) auf 20 % reduziert wird, erhöht sich die Helligkeit auf 795 nits. Das sind ohne Frage erstklassige Werte, die Herstellerangabe ist jedoch noch nicht ganz nachvollziehbar. Eventuell reicht Oppo hier noch ein Software-Update nach und nutzt so das volle Potenzial des Panels aus. Die Farbdarstellung ist jedoch ausgesprochen gut und lässt sich mit vier verschiedenen Modi anpassen. Darüber hinaus gibt es die Funktion „Naturfarbendisplay“, welche die Farbtemperatur auf das Niveau des Umgebungslichts angleicht. Im Falle eines eingeschränkten Farbsehvermögens bietet Oppo die „Farbsehverbesserung“ inklusive personalisiertem Farbsehtest an – eine sehr sinnvolle Ergänzung.

 

Der Lautsprecher auf der Unterseite wird mit dem schmalen „Earpiece“ über dem Display, also dem Lautsprecher für Telefonate, zu einem Stereo-Setup kombiniert. Die Soundqualität ist dabei nach wie vor sehr gut, zudem ist ein Sound-Tuning mit Dolby Atmos an Bord.

 

Der Akku des Oppo Find X3 Pro 5G bietet eine Kapazität von 4.500 mAh, eine feine Steigerung gegenüber dem Vorgänger Oppo Find X2 Pro. Zum Laden steht die Super VOOC 2.0 Technologie mit bis zu 65 Watt zur Verfügung, ein entsprechendes Ladegerät ist im Lieferumfang enthalten. Damit ist der Akku in unter 40 Minuten vollständig geladen, nach 10 Minuten sind bereits 40 % vorhanden. Darüber hinaus ist nun auch kabelloses Laden mit dabei, hierbei sind bis zu 30 Watt möglich, ein entsprechend leistungsfähiges Ladegerät muss separat erworben werden.

 

Im Alltag konnten wir mit dem Smartphone eine Bildschirmzeit von knapp 4-5 Stunden bei einer Laufzeit von mindestens einem Tag erreichen. Das Find X3 Pro 5G platziert sich daher im oberen Mittelfeld.

Quad-Kamera mit Mikroskoplinse

 

Eine Aufnahme mit dem Oppo Find X3 Pro 5G

Schon das Find X2 Pro konnte mit einer ausgesprochen guten Kamera beeindrucken, für das neue Find X3 Pro 5G hat Oppo die Ausstattung weiterentwickelt. Das Besondere: der Smartphone-Hersteller verbaut zwei Mal den gleichen Kamerasensor. Ganz konkret handelt es sich dabei um den Sony IMX766 mit 50 Megapixeln, der bei der Hauptkamera mit einer f/1.8 Blende inklusive OIS (opt. Bildstabilisierung) und bei der Ultraweitwinkelkamera mit einer f/2.2 Blende und 110,3° Sichtbereich zum Einsatz kommt. Beide Sensoren können besonders bei Tag für ausgesprochen detaillierte und scharfe Bilder sorgen. Die Fotos sind farblich gut abgestimmt, wirken natürlich und besitzen eine gute Dynamik. Die HDR-Technik funktioniert schon sehr gut, ab und an gehen besonders dunkle Bereiche jedoch etwas unter. Auch bei Nacht können sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen.

 

Eine Aufnahme bei Nacht mit dem Oppo Find X3 Pro 5G

 

Die Periskoplinse des Vorgängers wurde von Oppo leider gestrichen, stattdessen gibt es beim Find X3 Pro 5G nun eine 13 Megapixel Telefotokamera (f/2.4 Blende) mit einer 2-fach optischen Vergrößerung und einem 5-fachen Hybridzoom. Sie sorgt ebenfalls für gute Aufnahmen und vergrößert Objekte recht detailliert, der Hybridzoom kommt jedoch nicht an den 5-fach optischen Zoom des Vorgängers heran. Für „kleinere Vergrößerungen“ ist das Find X3 Pro 5G also noch gut geeignet, der Fokus liegt jedoch ganz klar auf den anderen drei Sensoren.

 

Das Alleinstellungsmerkmal des X3 ist ganz offensichtlich die Mikroskopkamera. Sie löst zwar nur mit 3 Megapixeln (f/3.0) auf, kann jedoch 1-3 Millimeter an Objekte herangehen und diese dann bis zu 60-fach vergrößern. Dadurch lassen sich Details einfangen, die mit dem menschlichen Auge sonst nicht zu sehen sind. Darunter beispielsweise einzelne Stofffasern, Displaypixel, geschriebene Tinte auf Papier oder die Oberfläche eines Streichholzes. Zwar ist diese Kamera überwiegend ein „Gimmick“ und wird wohl nicht allzu häufig zum Einsatz kommen, ermöglicht jedoch kreative und teils sehr beeindruckende Bilder.

 

Videos kann das Oppo Find X3 Pro in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Neben einer grundlegenden optischen Bildstabilisierung gibt es auch noch den softwarebasierten „Ultra-Stabilisator“. Durch den identischen Sensor sind sowohl die Hauptkamera als auch die Ultraweitwinkelkamera sehr gut für Videoaufnahmen geeignet. Übrigens: Wie beim Nachtmodus für Fotos gibt es auch einen Nacht-Videomodus für hellere Aufnahmen bei Dunkelheit. Zwar geht dabei reichlich Schärfe verloren, dafür werden die Videos bei Nacht dann deutlich heller.

 

Ultraweitwinkel-Kamera, Makro-Kamera und Co.? Im verlinkten Beitrag erklären wir Ihnen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Smartphone-Kameras.

Die Frontkamera sitzt in einem kleinen Punch-Hole oben links und löst mit einem 32 Megapixel Sensor (f/2.4) auf. Die Qualität der Selfies ist mehr als in Ordnung und auf Flaggschiff-Niveau, sticht jedoch nicht besonders hervor.

Oppo Find X3 Pro 5G – Fazit

 

Oppo hat das letztjährige Flaggschiff konstant weiterentwickelt und mit dem Find X3 Pro 5G erneut ein rundes Gesamtpaket geschaffen. Das Smartphone bietet eine erstklassige Performance, ein hochauflösendes Display mit hoher Bildrate und eine verbesserte Kamera. Besonders die Ultraweitwinkelkamera kann dabei beeindrucken, die Telefotokamera zum Zoomen ist jedoch eher ein Rückschritt. Die Mikroskopkamera ist wiederum eine frische Neuerung, die so bisher noch nie in einem Smartphone zum Einsatz kam. Die Akkulaufzeit ist auf einem guten Level, aber auch nicht überragend. Neben schnellem kabelgebundenem Laden gibt es nun endlich auch Wireless Charging. Darüber hinaus kann die hochwertige Verarbeitung und das gute Handling punkten. Preislich liegt das Find X3 Pro 5G bei 1.149 Euro unverbindliche Preisempfehlung und greift somit erneut als hochpreisiges Top-Modell an.

 

Tipp
Sie interessieren sich für das Oppo Find X3 Pro 5G, die einmaligen Anschaffungskosten sind Ihnen aber zu hoch? In Kombination mit einer 1&1 All-Net-Flat wird das Smartphone zu deutlich attraktiveren Konditionen hier im 1&1 Shop angeboten.