Die Samsung Galaxy Watch3 ist derzeit eine der Spitzen-Smartwatches auf dem stetig wachsenden Wearable-Markt. Sie soll mit einem stilvollen Design punkten und so ziemlich alle Funktionen bieten, die man sich aktuell von einer intelligenten Uhr wünschen kann. Wir haben sie ausprobiert und fassen unsere Eindrücke hier zusammen.

Tim Metzger
TimMetzger
Tim ist Redakteur bei Allround-PC.com und schreibt zusätzlich für das 1&1 Magazin.
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Samsung hat die Galaxy Watch3 im August 2020 als 41- und 45-Millimeter-Modell veröffentlicht. Je nach Größe startete die Watch3 preislich ab 418 beziehungsweise 447 Euro und der Aufpreis für LTE-Unterstützung belief sich auf 49 Euro. Die Uhr gibt es wahlweise in Bronze, Silber oder Schwarz sowie mit Edelstahl- oder Titangehäuse und mit Edelstahl- oder Lederarmband. Uns stand das größere Modell aus Titan mit Edelstahlarmband und ohne LTE testweise zur Verfügung.

 

Diese Variante ist zum Testzeitpunkt am teuersten mit einem Onlinepreis von knapp 440 Euro. Darauf folgt das 45-Millimeter-Modell mit LTE und Lederarmband für 375 Euro und die sonstigen Varianten sind ab circa 240 bis 260 Euro im Handel erhältlich. Konkurrenten der Galaxy Watch3 sind beispielsweise die Apple Watch Series 6 (ab 390 Euro) und die Huawei Watch GT 2 Pro (ab 225 Euro).

Design und Display der Galaxy Watch3

 

Der südkoreanische Hersteller setzt auf ein sportliches Design ohne auffällige Akzente. Das sehr robust wirkende Gehäuse ist elf Millimeter dick und sieht demnach recht klobig aus. Samsung gibt ein Gewicht von 48 Gramm beziehungsweise 54 Gramm für die eigentliche Uhr an, allerdings brachte unser Modell mitsamt Armband 141 Gramm auf die Waage. Dem Datenblatt zufolge ist die Watch3 wasserdicht bis zu 5 ATM und IP68-zertifiziert. Ein Schwimm-Modus ist entsprechend vorhanden, allerdings beziehen sich diese Schutzangaben stets auf klares Süßwasser.

 

Das je nach Modell 1,2 oder 1,4 Zoll große OLED-Display löst mit 360 x 360 Pixeln auf und ist durch Gorilla Glass DX abgedeckt. Zudem ist es von einer drehbaren Lünette umgeben und sitzt somit leicht vertieft im Gehäuse. Subjektiv sieht das weniger modern im Vergleich zu einer flachen Oberseite aus, aber der Bildschirm ist in diesem Fall besser geschützt.

 

Das Edelstahlarmband konnte uns leider in mehrfacher Hinsicht nicht überzeugen, die Kritikpunkte lassen sich aber auf die meisten Edelstahlarmbänder übertragen. Selbst mit sechs entfernten Gliedern (maximale Anzahl) sitzt es noch etwas locker an schmalen Armen bzw. Handgelenken. Das Kürzen ist recht aufwändig und nicht in den beiliegenden Dokumenten erklärt. Zudem kann es durch die Lücken zwischen den einzelnen Gliedern passieren, dass Haare eingeklemmt werden. Die Verarbeitung ist zwar wie auch beim Uhrengehäuse hochwertig, nur würden wir eher zu den Lederarmband-Varianten raten, die nebenbei ohnehin günstiger sind.

Bedienung und Ausstattung der Smartwatch

 

Die Bedienung erfolgt über Touch-Eingaben, die Drehlünette und zwei Tasten an der rechten Seite. Die Einrichtung erfordert die Installation der App Galaxy Wear sowie zwei zusätzlicher Plugins. Ein Samsung-Konto ist für die Nutzung optional, allerdings können damit nur bestimmte Funktionen verwendet und zusätzliche Apps auf die Uhr installiert werden.

 

Im verlinkten Beitrag aus dem 1&1 Hilfe Center lesen Sie, wie Sie Ihre Galaxy Watch3 mit dem Smartphone koppeln können.

 

Nach einem langen Update-Prozess der Firmware konnte es auch endlich losgehen. Nach nur wenigen Minuten waren wir positiv von der intuitiven Bedienung und der hohen Reaktionsgeschwindigkeit überrascht. Bei den zuvor genutzten Smartwatches mit Googles Wear OS geht alles eine Spur gemächlicher vonstatten und Samsungs Lünette beschleunigt die Navigation in Menüs deutlich.

 

Intern arbeitet der Samsung-Prozessor Exynos 9110, ein Zweikern-Chip mit 1,15 Gigahertz. Dem Exynos 9110 stehen ein Gigabyte Arbeitsspeicher und acht Gigabyte Massenspeicher zur Seite. Davon sind knapp 4,4 Gigabyte frei verfügbar, um etwa lokal auf der Uhr Musik oder Bilder zu speichern. Neben Wi-Fi 5 und Bluetooth 5 beherrscht die Galaxy Watch3 noch NFC sowie die Ortungsdienste A-GPS, Glonass und Beidou. Leider ist kontaktloses Bezahlen erst seit März 2021 und nur mit Samsung Pay möglich.

Galaxy Watch3: Funktionen und Sensoren

 

Ebenso ist seit März 2021 erst die Blutdruckmessung und EKG-Funktion nutzbar. Da beide Features bislang selten auf dem Smartwatch-Markt sind, wollten wir sie prompt ausprobieren. Nach längerer Suche und anschließender Recherche stellte sich heraus, dass sie nur zur Verfügung stehen, wenn die Galaxy Watch3 mit einem Samsung-Smartphone genutzt wird. Ohnehin gibt es zur Blutdruckmessung und EKG-Funktion viel Kleingedrucktes. So muss etwa für die Blutdruckmessung vor der ersten Nutzung monatlich mit einer klassischen Manschette ein Referenzwert gemessen werden. Diese Einschränkung ist ziemlich ernüchternd, aber die Smartwatch hat trotzdem zahlreiche weitere Funktionen auf Lager.

 

Nebst Pulsmesser inklusive SpO2-Unterstützung, Höhenmesser, Umgebungslichtsensor, Gyroskop und Barometer bietet die Uhr einen Lage- und Bewegungssensor, der Stürze erkennen und daraufhin Notfallkontakte benachrichtigen kann. Ansonsten bietet Samsung standardmäßig einen Schlaftracker, Musikplayer, Kalender, insgesamt 120 Workout-Programme und mehr an. Nachrichten können nicht nur auf der Uhr angezeigt, sondern auch auf verschiedene Arten beantwortet werden. Dank integriertem Lautsprecher und Mikrofon sind ebenfalls Telefonate über die Galaxy Watch3 möglich. Tizen OS bietet ein umfangreiches App-Ökosystem, das wie erwähnt aber nur mit einem Samsung-Konto zugänglich ist. Zahlreiche Ziffernblätter sind vorinstalliert und weitere in der Wear-App zugänglich.

 

Im verlinkten Beitrag aus dem 1&1 Hilfe Center lesen Sie, wie Sie Ihre Galaxy Watch3 individualisieren können – durch ein verändertes Ziffernblatt oder den Tausch des Armbands.

Akku und Aufladen

 

Während das kleinere Modell einen 247-Milliamperestunden-Akku beinhaltet, beträgt die Kapazität beim größeren Modell 340 Milliamperestunden. Samsung gibt für die größere Smartwatch eine Laufzeit von bis zu 56 Stunden bei gemischter Nutzung an. Statt einer proprietären Lademethode erfolgt die Stromversorgung über den gängigen Induktionsladestandard Qi. Auf entsprechenden Qi-Stationen und Rückseiten von Smartphones mit Reverse Wireless Charging, wie beispielsweise den Handys der Galaxy S21-Serie, kann die Uhr also geladen werden. Im Falle unserer Edelstahlarmband-Variante gestaltete sich Letzteres jedoch sehr schwierig. Das beiliegende Ladekabel haftet magnetisch an der Smartwatch, der Magnet selbst ist nur ziemlich schwach.

 

Handfeste Aussagen zur Akkulaufzeit können wir aufgrund der begrenzten Testzeit nicht treffen. Innerhalb von 24 Stunden mit Büronutzung, Benachrichtigungen, nächtlichem Schlaftracking und einigen Stunden Always-on-Display wurde der Akku zu 40 Prozent entladen. Demnach schätzen wir die durchschnittliche Akkulaufzeit auf zwei Tage ein. Bei der Nutzung von Sportmodi mit GPS und dauerhaft aktiviertem Display dürfte der Strom nach nur wenigen Stunden aufgebraucht sein.

Einschätzung der Galaxy Watch3

 

Insgesamt hat die Samsung Galaxy Watch3 einen überwiegend guten Ersteindruck gemacht. Die Verarbeitung ist hochwertig und das Bedienungskonzept äußerst stimmig. Besonders die drehbare Lünette ist ein erwähnenswertes Alleinstellungsmerkmal und der Funktionsumfang fällt üppig aus. Der Hersteller setzt für vieles allerdings ein Samsung-Konto oder gar ein solches Smartphone voraus, also kommen nur Samsung-Fans voll auf ihre Kosten. An den „Convenience“-Faktor einer Apple Watch kommt die Galaxy Watch3 nicht ganz heran, dennoch ist sie im breiten Feld der Apple-Konkurrenten weit vorne. Schließlich ist auch die Huawei Watch GT2 Pro vor solchen Einschränkungen nicht gefeit, aber dafür günstiger.

 

Die Software und Bedienung sind die größten Stärken der Samsung-Uhr. Wer darauf also mehr Wert legt als auf lange Akkulaufzeiten oder ein schlankes Design, bekommt mit der Galaxy Watch3 unserer Einschätzung zufolge ein gutes Gesamtpaket. Einen genaueren Vergleich zu Konkurrenzmodellen können sie in unserem Smartwatch-Vergleich lesen.

 

Hinweis
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