Vergangenes Jahr musste sich der Smartphone-Riese HUAWEI von Tochtermarke Honor trennen, um deren Überleben angesichts des US-Handelsembargos zu sichern. Nun stellt Honor mit dem View 40 sein erstes Smartphone als eigenständige Marke vor. Ob es dieses Gerät auch nach Deutschland schafft, ist dagegen unklar.

Jessica Gietz
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Jessica ist Redakteurin für das 1&1 Magazin und kennt die besten Eisdielen der Stadt.
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Honor-Verkauf soll Überleben der Marke sichern

 

Die Smartphone-Marke Honor wurde 2013 als Tochterunternehmen des chinesischen Elektronikherstellers HUAWEI gegründet. In den folgenden Jahren vertrieb das Unternehmen unter der Honor-Marke überwiegend Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones als kostengünstigere Alternativen zu den Flaggschiff-Modellen von HUAWEI.

 

Seit dem Handelsstreit zwischen den USA und China ist HUAWEI zunehmend unter Druck geraten, da viele Sanktionen auch ein Verbot für Komponenten-Zulieferer betreffen. Mitte September 2020 musste der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC seine Produktion von Kirin-Prozessoren einstellen, mit denen viele Top-Smartphones von HUAWEI ausgestattet werden sollten. Qualcomm soll eine Ausnahmeregelung verhandelt haben, um Snapdragon-Chips an HUAWEI verkaufen zu dürfen.

Honor ist wieder im Rennen – Ohne HUAWEI, dafür wieder mit Google-Diensten?

 

Doch spätestens der erzwungene Verzicht auf Google-Dienste dürfte dem westlichen Smartphone-Geschäft von HUAWEI und Honor zu schaffen machen. Aus diesem Grund hat sich HUAWEI Ende 2020 von der Tochtermarke getrennt. Honor gibt nun per Pressemitteilung bekannt, „offiziell auf eigenen Füßen“ zu stehen. Im gleichen Zug stellt das Unternehmen auch sein neuestes Smartphone vor.

 

Das Honor View 40 ist zunächst ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt. Ob eine Vorstellung für den europäischen Markt folgen wird, bleibt unklar. Das Gerät wird von einem MediaTek Dimensity 1000+ SoC angetrieben, der mit anderen Oberklasse-Chips wie dem Snapdragon 865 durchaus mithalten kann.

Partnerschaften mit Intel, AMD, Microsoft und Co.: Künftig auch Honor-Notebooks möglich

 

Quelle: Honor

Zu den weiteren Spezifikationen des Honor View 40 zählen ein 6,72 Zoll OLED-Bildschirm mit 2.676 x 1236 Pixeln, eine 50-MP-Kamera sowie ein 4.000-mAh-Akku. Dieser kann per Schnellladefunktion in 35 Minuten vollständig aufgeladen werden und unterstützt auch kabelloses Laden.

 

Honor habe bereits weitere Partnerschaften mit Zulieferern wie AMD, Intel, Micron Technology, Microsoft, Samsung, SK hynix, Sony und Qualcomm abgeschlossen. Somit sind auch Konfigurationen, die HUAWEI aktuell verwehrt bleiben, nicht unmöglich. Die neueste Generation von Honor MagicBook-Notebooks etwa erhält ab Februar ein Upgrade auf den neuen Intel Core i7-1165G7 Prozessor. Auch eine Rückkehr der Google-Dienste gilt als Wahrscheinlich, sodass Honor-Nutzer nicht wie im Falle HUAWEI auf Ausweichlösungen wie die App-Gallery zurückgreifen müssen.

 

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