Vom Laptop, über das Smartphone bis hin zum Smart-TV und Smart Home: Wir verbinden im Alltag immer mehr Geräte miteinander über das heimische WLAN-Netz. So kann der WLAN-Router schon einmal an die Grenzen kommen. Zukünftig führt daher kein Weg an Wi-Fi 6 vorbei. Schließlich soll der neue WLAN-Standard superschnell und noch stabiler sein als der bisherige WLAN-Standard Wi-Fi 5. Im folgenden Artikel erfahren Sie, was der neue WLAN-Standard bringt, wie schnell das Internet Zuhause damit wird und welche Geräte man dafür benötigt.

Franziska Scharch
FranziskaScharch
Franziska ist Redakteurin für das 1&1 Magazin und spielt in ihrer Freizeit gerne Tennis.
Alle Beiträge

Wi-Fi 6 – Lange Geschichte, neue Generation, neuer Name

Quelle: Shutterstock

Die Geschichte des WLANs reicht tatsächlich bis in die 1940er Jahre zurück. Bereits während des zweiten Weltkrieges kam die Idee eines drahtlosen Netzwerkes auf. Zwei Künstler meldeten das Patent „Frequency Hopping“ an, um durch einen schnellen Frequenzwechsel 16 selbstspielende Pianos mit einem Film zu synchronisieren. In den darauffolgenden Jahren wurde die Technologie in Torpedos eingesetzt. Ende der 60er Jahre entwickelte die University of Hawaii das „Aloha-Net“, um verschiedene Standorte per Funkverbindung miteinander zu vernetzen. Erst 10 Jahre später brachte das Unternehmen Lucent das WLAN, das sogenannte „WaveLan“ auf den Markt. Lucent sicherte sich Patente, sodass das Unternehmen eine Monopolstellung im Bereich der WLAN-Technologie besaß, bis schließlich Apple 1999 das iBook rausbrachte. Apple verbaute in dem Computer die sogenannte “Airport-Technologie“, die zusammen mit einem Lucent Chipsatz und einer Basisstation ein drahtloses Netzwerk erzeugen konnte. Weitere Hersteller begannen eigene Chipsätze zu entwickeln und drangen neben Lucent auf den Markt.

 

WLAN-Netzwerke wurden zunächst als Arbeitserleichterung in großen Unternehmen eingesetzt. Doch auch technikaffine Nutzer erkannten die Vorteile einer drahtlosen Verbindung und richteten sich zunehmend ein eigenes Netzwerk in den heimischen vier Wänden ein. Wie auch beim Internet selbst, dauerte es dann nicht mehr lange, bis die WLAN-Netzwerke auch in der breiten Gesellschaft populär wurden. Immer mehr Menschen störten sich an den LAN-Kabeln und waren interessiert an einer komfortablen WLAN-Verbindung.

 

Bisher hatten die WLAN-Standards eher kryptische Bezeichnungen: Bekannte Beispiele sind „802.11n“ oder „802.11ac“. Die Wi-Fi Alliance, die hinter den WLAN-Standards steckt, möchte es den Verbrauchern einfacher machen und bezeichnet die neue Generation kurz und knapp als „Wi-Fi 6“. Auch die letzten beiden Generationen bekommen eine neue Bezeichnung: Wi-Fi 4 und Wi-Fi 5.

 

So schnell und stabil ist Wi-Fi 6

 

Quelle: GettyImages

Der neue WLAN-Standard Wi-Fi 6 zeigt klare Vorteile hinsichtlich der Geschwindigkeit. Mit einem Speed von maximal 9,6 Gbit/s steht deutlich mehr Bandbreite zur Verfügung, als es Wi-Fi 5 mit einer Geschwindigkeit von maximal 3,5 Gbit/s bietet. Die genannten Bandbreiten sind zwar Bruttoangaben, die im Alltag kaum erreicht werden können, dennoch steht die fast dreimal höhere Übertragungsgeschwindigkeit außer Frage.

 

Ein weiteres Plus von Wi-Fi 6 ist, dass der Router nicht mehr nacheinander die Anfragen abarbeitet, sondern mehrere Geräte gleichzeitig und parallel bedienen kann. Das steigert vor allem den Nutzungskomfort in Mehr-Personen-Familien oder Wohngemeinschaften (WG). Denn der Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen Zugangsgeräten, z.B. der Playstation, dem iPad, dem Laptop oder Smart-TV – und dem WLAN-Modem wie dem 1&1 HomeServer +, findet simultan statt; die Netzwerkverbindung läuft flüssiger und stabiler.

 

Mehr Sicherheit mit einer besseren Verschlüsselung

 

Quelle: Shutterstock

Wi-Fi 6 ist nicht nur schneller und stabiler, sondern auch sicherer. Das Sicherheitsniveau wurde mit der neuen WPA3 Verschlüsselung deutlich verbessert und auf den neuesten Stand gebracht. Der gleichbleibende WLAN-Schlüssel (WLAN-Passwort) wird nicht mehr übertragen, sondern durch einen temporären Schlüssel bei der Herstellung einer Internetverbindung ausgetauscht. Die Verschlüsselung ist dadurch schwieriger zu knacken und bietet eine deutlich erhöhte Sicherheit gegenüber dem WLAN-Standard Wi-Fi 5, bei dem noch WPA2 zum Einsatz kommt.

 

Welche Endgeräte und Router unterstützen WiFi-6?

 

Aktuelle Smartphones von Apple und Samsung, wie beispielsweise die iPhone 12-Serie und die Galaxy S20-Modelle unterstützen Wi-Fi 6 bereits. Natürlich gibt es auch die ersten Tablets und Notebooks mit dem neuesten WLAN-Standard auf den Markt. Ansonsten lassen sich Desktop-PCs als auch Laptops einfach mit Wi-Fi-6-Karten nachrüsten. Passende Einsteckkarten gibt es für Notebooks von Intel ab 13 Euro und für Desktop-PCs ab etwa 35 Euro. Als Betriebssystem benötigt man Linux, Google Chrome OS oder Windows 10 (64-bit). Für IT-Experten ist das Upgrade schnell erledigt.

 

Doch um den neuen WLAN-Standard nutzen zu können, bedarf es auch einen WiFi-6-fähigen Router. Die meisten Hersteller von Netzwerkgeräten haben diese schon im Angebot. Neben AVM, der seine FRITZ!Box Serie mit dem neuesten WLAN-Standard auf dem Markt gebracht hat, gibt es auch von anderen Herstellern erste entsprechende Router im Handel.

 

1&1 hat mit dem 1&1 HomeServer+ ebenfalls einen Wi-Fi 6 fähigen Router im Portfolio. Der in Kooperation mit AVM entwickelte 1&1 HomeServer+ basiert auf der AVM Fritz!Box 7530 AX. Der neue 1&1 HomeServer+ ist zudem abwärtskompatibel, d.h. auch Geräte mit älteren WLAN-Standards können im WLAN-Netz genutzt werden.

 

Tipp

Ab sofort gibt es bei der Bestellung eines 1&1 DSL-Tarifs einen neuen HomeServer+ mit 1 TB Cloud-Speicher kostenfrei dazu. Der neue 1&1 Router (AVM Fritz!Box 7530AX) verfügt über den neuesten WLAN-Standard Wi-Fi 6.

Ist ein Gerätetausch notwendig?

 

Quelle: Shutterstock

Für die Nutzung des neuen WLAN-Standards müssen Sie aber Ihre Endgeräte nicht austauschen. Wie die vorherigen WLAN-Standards ist auch Wi-Fi 6 abwärtskompatibel, d.h. Notebooks oder Smartphones, die nur Wi-Fi 5 unterstützen, können dennoch über einen Wi-Fi 6-Router mit dem Internet verbunden werden. Man profitiert dann nur nicht von dem Speed-Boost.

 

Übrigens: Wi-Fi 6 Router schonen auch den Akku von Endgeräten: Sobald das Smartphone oder Tablet nicht mehr im WLAN funkt, schaltet das Gerät solange in den Standby-Modus bis wieder ein Datenaustausch stattfindet. Das gilt auch für Endgeräte, die noch nicht Wi-Fi 6-fähig sind, da der Router die Datenströme intelligenter verwaltet.

 

Quellen:

https://www.inside-digital.de/ratgeber/wlan-standard-wi-fi-6-iee-802-11ax

https://www.techbook.de/easylife/wlan-ax-router

https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-DSL-WLAN-Wi-Fi-6-IEEE-802.11ax-19690321.html