Das Smartphone-Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und mittlerweile sind alle Flaggschiff-Modelle erschienen. Wir vergleichen daher fünf Top-Smartphones im Preisbereich bis 1.000 Euro. Dazu zählen neben Handys von Samsung, Apple und Huawei auch Modelle von Asus und Oppo.

Marcel Schreiter
MarcelSchreiter
Marcel ist Gründer von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Preise

 

Samsungs Galaxy Note 20 Ultra ist aktuell abseits des Galaxy Z Fold 2 das beste Smartphone, das der südkoreanische Hersteller im Portfolio hat. Mit einem aktuellen Preis von circa 1.000 Euro für das Modell mit 256 Gigabyte liegt es an der Preisgrenze, ebenso wie das Asus ROG Phone 3. Vom Gaming-Smartphone gibt es allerdings auch ein günstigeres Strix-Modell, das neben kleinerem Speicher einen leicht schwächeren Prozessor beinhaltet, dafür aber schon für knapp 800 Euro zu haben ist. Apples neues iPhone 12 kostet in der günstigsten Ausstattung mit 64 Gigabyte rund 876 Euro. Außerdem vergleichen wir das Oppo Reno 4 Pro, das 779 Euro kostet, denn das Flaggschiff Find X2 Pro liegt immer noch deutlich über der 1.000-Euro-Grenze. Huaweis Top-Modell, das P40 Pro, darf ebenfalls nicht fehlen. Letzteres ist mittlerweile für um die 650 Euro erhältlich. Trotz der Preisspanne von rund 350 Euro gehören alle Modelle in diesem Vergleich zur Oberklasse.

 

Design und Verarbeitung

 

Alle Smartphones in diesem Vergleich weisen ein Gehäuse mit Glasrückseite und Aluminiumrahmen auf, und sind hochwertig verarbeitet. Bis auf das ROG Phone 3 und Reno 4 Pro sind die Geräte offiziell nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt und unterstützten zudem kabelloses Laden. Das Note 20 Ultra, Reno 4 Pro und Huawei P40 Pro sind hinten matt, während die anderen beiden Geräte eine glänzende Rückseite aufweisen. Einen Kopfhöreranschluss gibt es bei keinem der fünf Smartphones, mit Ausnahme des P40 Pro. Jedoch sind bei allen Devices Stereo-Lautsprecher mit an Bord. Die Modelle bieten unterschiedliche Designs und Farben, allerdings befindet sich die Hauptkamera stets oben links auf der Rückseite. Am extravagantesten ist wohl das ROG Phone 3, das etwa hinten ein beleuchtetes Logo, einen transparenten Ausschnitt über der Kühlung und im Rahmen einen speziellen Anschluss für Zubehör aufweist.

Displays

 

Jeweils kommt ein OLED-Display zum Einsatz und mit Ausnahme des iPhone 12 bieten alle Bildschirme eine erhöhte Bildwiederholrate. Das Huawei-Flaggschiff und das Oppo Reno 4 Pro bieten 90 anstatt 60 Hertz, beim Note 20 Ultra sind es 120 Hertz und das Gaming-Smartphone von Asus hält den Rekord mit 144 Hertz. Samsungs Top-Modell hat im Vergleich das größte und schärfste Display, Apple bietet hingegen das kompakteste Gerät und die zweithöchste Pixeldichte.

 

Flach sind vorne übrigens nur das iPhone und das Gaming-Smartphone. Die Frontkameras sind jeweils unterschiedlich implementiert. Huawei, Samsung und Oppo setzen etwa auf ein Loch im Display. Apple platziert die Frontkamera und zusätzliche Sensoren, wie auch schon bei den Vorgängern, in eine große Notch. Den besten Bildschirm bietet das Samsung Galaxy Note 20, das nicht nur die größte Auflösung sondern auch die höchste Helligkeit bietet.

 

Samsung Galaxy Note 20 Ultra: 6,9-Zoll-Display, 3.088 x 1.440 Pixel (496 ppi)

Asus ROG Phone 3: 6,59-Zoll-Display, 2.340 x 1.080 Pixel (391 ppi)

Huawei P40 Pro: 6,58-Zoll-Display, 2.640 x 1.200 Pixel (441 ppi)

Oppo Reno 4 Pro: 6,55-Zoll-Display, 2.400 x 1.080 Pixel (402 ppi)

Apple iPhone 12: 6,1-Zoll-Display, 2.532 x 1.170 Pixel (460 ppi)

Kameras

 

Bei jedem der hier verglichenen Smartphones ist hinten mehr als eine Hauptkamera vorhanden, so gibt es zusätzlich stets mindestens noch eine Weitwinkelkamera. Asus und Apple sind diesbezüglich verhältnismäßig konventionell, während Huawei und Samsung bei ihren Modellen noch mehr Kameratechnik verbauen. Im P40 Pro steckt etwa ein hochauflösender Hauptsensor mit spezieller Pixelmatrix für bessere Nachtaufnahmen. Auch die Weitwinkelkamera ist überdurchschnittlich scharf und eignet sich sehr gut für Videoaufnahmen. Bei der Telekamera handelt es sich um ein Periskopmodul, was für einen relativ hohen, verlustfreien Zoom sorgt.

 

Samsung verwendet im Note 20 Ultra ebenfalls so eine Telekamera. Für ein möglichst vielseitiges und flexibles Kameraerlebnis eignen sich das P40 Pro und Note 20 Ultra also sehr gut. Oppos Reno 4 Pro ordnet sich etwas darunter ein. Am schlechtesten schneidet in puncto Kameras wohl das ROG Phone 3 ab.

 

Samsung Galaxy Note 20 Ultra: 108 MP, f/1.8, OIS; 12 MP Weitwinkel, f/2.2, 120 Grad; 12 MP Tele, f/3.0, OIS, 5x optischer Zoom; 10 MP Front, f/2.2, AF

Asus ROG Phone 3: 64 MP, f/1.8; 13 MP Weitwinkel, f/2.4, 125 Grad; 5 MP Makro, f/2.0; 24 MP Front, f/2.0

Huawei P40 Pro: 50 MP, f/1.9, OIS; 40 MP Weitwinkel, f/1.8; 12 MP Tele, f/3.4, OIS, 5x optischer Zoom; ToF-Sensor; 32 MP Front + ToF-Sensor, f/2.2

Oppo Reno 4 Pro: 48 MP, f/1.7, OIS, 12 MP Weitwinkel, f/2.2, 120 Grad; 13 MP Tele, f/2.4, 3x optischer Zoom; 32 MP Front, f/2.4

Apple iPhone 12: 12 MP, f/1.6, OIS; 12 MP Weitwinkel, f/2.4; 12 MP Front, f/2.2

Leistung und Software

 

Eine hohe Leistung bietet jedes der fünf Smartphones, aber beim Oppo-Modell kommt ausnahmsweise kein Oberklasse-Prozessor zum Einsatz. Am schnellsten ist Apples A14-Chip im iPhone 12, darauf folgt der Snapdragon 865+ im ROG Phone 3, gefolgt vom Exynos 990 im Note 20 Ultra und dem Kirin 990 im Huawei P40 Pro. Der Snapdragon 765G, den Oppo im Reno 4 Pro verbaut, ordnet sich in der oberen Mittelklasse ein, aber der Geschwindigkeitsunterschied ist höchstens bei anspruchsvollen Spielen leicht spürbar. 5G-Mobilfunk unterstützen die Chips allesamt.

 

Das iPhone 12 kommt mit iOS 14 daher und erhält sehr wahrscheinlich am längsten Updates. Die Benutzeroberflächen der anderen Smartphones unterscheiden sich optisch und im Funktionsumfang deutlich, allesamt basieren aber alle auf Android 10. Anzumerken ist hier, dass bei Huaweis P40 Pro keine Google-Apps vorhanden sind und nur einige davon über Umwege nachträglich installiert und genutzt werden können. Stattdessen kommen alternative Apps und App-Stores zum Einsatz. Samsung hat dem Note 20 Ultra drei Jahre Updates versprochen, was auf dem Android-Markt ein Jahr länger als üblich ist.

Speicher und Akkus

 

Die vier Android-Geräte bieten jeweils eine Speicherkapazität von mindestens 256 Gigabyte. Das ROG Phone 3 und Note 20 Ultra gibt es wahlweise sogar mit 512 Gigabyte Speicherplatz zu kaufen. Bei Letzterem ist der Speicher per MicroSD-Karte erweiterbar, auch beim P40 Pro besteht mittels einer NM-Karte diese Möglichkeit. Acht oder zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher sind in der Android-Oberklasse gängig und das ROG Phone 3 bietet in der Vollausstattung sogar 16 Gigabyte. Apple bleibt diesbezüglich gewohnt spartanisch und spendiert dem iPhone 12 entweder 64, 128 oder 256 Gigabyte Massenspeicher. Mit letzterer Kapazität kostet es allerdings schon über 1.000 Euro. Angaben zum verbauten Arbeitsspeicher macht Apple nicht, aber er ist im iPhone 12 wohl vier Gigabyte groß.

 

Samsung Galaxy Note 20 Ultra: 12 + 256 / 512 GB, erweiterbar per MicroSD

Asus ROG Phone 3: 8 / 12 / 16 + 256 / 512 GB

Huawei P40 Pro: 8 + 256 GB, erweiterbar per NM

Oppo Reno 4 Pro: 12 + 256 GB

Apple iPhone 12: 4 + 64 / 128 / 256 GB

 

Die größte Akkukapazität weist das ROG Phone 3 mit 6.000 Milliamperestunden auf, die restlichen drei Android-Modelle haben zwischen 4.000 und 4.500 zu bieten. Von Apple gibt es auch diesbezüglich keine Angabe, doch es sollen 2.775 Milliamperestunden sein, was verhältnismäßig wenig ist. Das Reno 4 Pro lädt per USB-C-Kabel mit 65 Watt am schnellsten auf, darauf folgt Huaweis P40 Pro mit bis zu 40 Watt, und nebenbei lädt das Huawei-Flaggschiff kabellos mit bis zu 27 Watt vergleichsweise am schnellsten. Ein Schnellladegerät zählt lediglich beim iPhone 12 nicht zum Lieferumfang.

 

2.775 mAh bei Apple max. 7,5 W Qi, max. 15 W MagSafe, max. 20 W Lightning

4.200 mAh bei Huawei max. 27 W Qi, max. 27 W Reverse, max. 40 W USB-C

6.000 mAh bei Asus kein Qi-Laden, max. 30 W USB-C

4.000 mAh bei Oppo kein Qi-Laden, max. 65 W USB-C

4.500 mAh bei Samsung max. 15 W Qi, max. 4,5 W Reverse, max. 25 W USB-C

Fazit: Die Vor- und Nachteile der fünf Top-Smartphones

 

Samsungs Galaxy Note 20 Ultra ist ein besonders edles, ausgewogenes Premium-Smartphone mit großem Top-Display und überzeugenden Kameras. Nebenbei hat es als Alleinstellungsmerkmal noch den praktischen S-Pen mit an Bord. Zugleich ist es aber auch im Vergleich das teuerste Gerät, die Akkulaufzeiten sind in Anbetracht der Akkugröße relativ kurz und es lädt nicht allzu schnell wieder auf.

 

Das Gaming-Smartphone von Asus punktet mit der besten Leistung im Android-Bereich, langen Akkulaufzeiten und einem guten Multimedia-Erlebnis. Der Fokus des ROG Phone 3 liegt aber ganz klar auf Gaming, daher fällt die Kameraqualität nur mittelmäßig aus. Kabelloses Laden beherrscht es nicht und per USB-C braucht es von allen fünf Smartphones am längsten, bis der Akku wieder voll ist.

 

Ziemlich auf Augenhöhe mit dem Note 20 Ultra ist das Huawei P40 Pro. Es bietet ein umfangreiches Gesamtpaket, doch vor allem stechen die guten Kameras, die langen Akkulaufzeiten und die kurzen Akkuladezeiten positiv hervor. Stereo-Lautsprecher hat es jedoch nicht und das größte Manko sind wohl die fehlenden Google-Dienste.

 

Das Reno 4 Pro des chinesischen Herstellers Oppo kann mit einer rasant schnellen Akkuladezeit, guter Kameraqualität und schlankem sowie edlem Gehäuse überzeugen. Im Vergleich zum ROG Phone 3, iPhone 12 und dem Note 20 Ultra ist das Oppo-Modell obendrein günstiger. Dafür müssen Käufer aber auf einen guten Schutz vor Wasser und kabelloses Laden verzichten.

 

Apples iPhone 12 lässt sich aufgrund des anderen Betriebssystems eigentlich nur schwer mit der Android-Konkurrenz vergleichen. Das Oberklasse-Handy bietet am meisten Leistung und ein relativ kompaktes Display mit sehr hoher Pixeldichte. Die Hauptkamera ist ebenfalls gut, aber Apple verschenkt Punkte hinsichtlich der Speicherausstattung und des Akkus.