Samsung bringt mit dem Galaxy Z Fold 2 die nun zweite Generation des faltbaren Smartphones auf den Markt. Der koreanische Hersteller hat dabei nicht nur am Scharnier gearbeitet, auch die Displays wurden verbessert. Welche Neuerungen das neue Modell mit sich bringt und wie das Foldable im Alltag abschneidet, haben wir für Sie getestet.

Marcel Schreiter
MarcelSchreiter
Marcel ist Gründer von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Design und Verarbeitung

 

Das Samsung Galaxy Z Fold 2 übernimmt zu großen Teilen den Look der ersten Generation. Während Samsung mit dem Galaxy Z Flip im Frühjahr bereits ein anderes Foldable-Format gezeigt hat, so verbleibt das Galaxy Z Fold zwei beim vertikalen Scharnier. Auch gibt es wieder ein kompaktes Display auf der Außenseite sowie das größere (faltbare) Display im inneren Bereich, doch dazu später mehr.

 

Der Rahmen des Smartphones ist aus Aluminium gefertigt und erhält ein gebürstetes Finish. In Kombination mit Gorilla Glass auf Vorder- und Rückseite hinterlässt das Galaxy Z Fold 2 einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Niveau und bis ins kleinste Detail sehr gelungen. Doch wie beständig ist das faltbare Smartphone?

 

Während auf den beiden Außenseiten widerstandsfähiges Glas zum Einsatz kommt, setzt Samsung auf der Innenseite auf das neue „Ultra Thin Glass“. Diese selbst entwickelte Kunststoff-Glas-Mischung soll echtem Glas sehr nahe kommen und so das flexible Display schützen. Zum weiteren Schutz ist ab Werk sowohl auf dem äußeren als auch dem inneren Display eine Schutzfolie aus Kunststoff aufgebracht.

 

 

Die wohl wichtigste Komponente des Foldables, das Scharnier, wurde von Samsung ebenfalls verbessert. Es bestehts aus über 60 Einzelteilen und soll rund 200.000 Faltvorgänge über fünf Jahre überstehen - das entspricht etwa 100 Faltungen pro Tag. Des Weiteren hat Samsung vom Feedback zum ersten Galaxy Fold gelernt und neben dem Schließen von Lücken auch kleine Bürsten integriert. Sie sollen kleine Staubpartikel, ähnlich wie ein Besen, beim Aufklappen aus dem Scharnier herausbefördern.

 

Bisher scheint das sehr gut zu funktionieren und wir konnten trotz ausführlichem Alltagstest kein „Knirschen“ im Scharnier hören, allerdings muss erst ein Langzeittest zeigen, wie gut die kleinen Bürsten tatsächlich funktionieren. Im Vergleich zum Vorgänger lässt sich das neue Scharnier stufenlos von 75 bis 115 Grad anwinkeln. Statt den Zuständen „gefaltet“ und „aufgeklappt“ kann das Samsung Galaxy Z Fold 2 nun noch umfangreicher eingesetzt werden.

Die beiden Displays – vom Smartphone zum Tablet

 

Auf der Außenseite kommt ein kompaktes AMOLED-Panel mit einer Diagonale von 6,2 Zoll zum Einsatz. Das Display löst mit 2.260 x 816 Pixel auf und bietet eine Bildwiederholrate von 60 Hz. Im Inneren sitzt das große 7,6 Zoll AMOLED mit 2.208 x 1.768 Pixel und einer erhöhten Bildwiederholrate von 120 Hz. Durch die adaptive Wiederholrate kann das innere Display zwischen 11 und 120 Hz variieren, je nachdem welchen Inhalt das Display anzeigt. Beim Lesen eines Textes verringert das Galaxy Z Fold 2 die Frequenz, beim Spielen wiederum wird die maximale Rate ermöglicht.

 

Laut Samsung wurde darüber hinaus die Display-Helligkeit verbessert und soll nun bei maximal 900 Nits liegen. Im Alltag ist die Helligkeit stets ausreichend und selbst bei starker Sonneneinstrahlung lassen sich Inhalte gut erkennen. Die Falz in der Mitte des inneren Displays ist zwar weiterhin ausgeprägt und beim Bedienen spürbar, beeinträchtigt die Nutzung allerdings nicht und fällt besonders beim waagerechten Sehen auf den Bildschirm nicht auf.

 

Im geschlossenen Zustand ist das Smartphone mit knapp 159 x 68 mm noch recht kompakt gehalten, nach dem Aufklappen wächst es auf etwa 159 x 128 mm an und erhält eher Tablet-Format. Das zeigt auch das Gewicht von immerhin 282 Gramm. Das Galaxy Z Fold 2 ist also kein Fliegengewicht, vereint in gewisser Weise aber die Funktionalität von Smartphone und Tablet in einem Gerät.

Leistung, Speicher und Akkulaufzeit

 

Während Samsung bei den Galaxy S20 und Note 20 Serien in Europa auf den hauseigenen Exynos 990 Chip setzt, so kommt beim Galaxy Z Fold 2 der Qualcomm Snapdragon 865+ zum Einsatz. Der Prozessor wird im 7-nm-Verfahren hergestellt, besitzt acht Kerne und taktet mit bis zu 3,1 GHz. Leistungstechnisch ist das Galaxy Z Fold 2 auf einem sehr hohen Niveau und kann neben alltäglichen Aufgaben auch grafikintensive Spiele problemlos meistern.

 

Der Arbeitsspeicher bietet rund 12 Gigabyte LPDDR5, dazu gibt es 256 Gigabyte (UFS 3.1) internen Speicher. Eine Erweiterung per MicroSD-Karte ist nicht möglich, allerdings ist das Galaxy Z Fold 2 über eine integrierte eSIM auch Dual-SIM-fähig – also 1x Nano-SIM + 1x eSIM. Weitere Eigenschaften sind Wi-Fi 6 (802.11ax), Bluetooth 5.0 sowie NFC und 5G. Entsperrt wird das Foldable primär über einen Fingerabdrucksensor im Powerbutton. Als Betriebssystem kommt Android 10 mit der Samsung One UI 2.5 zum Einsatz.

 

Die Akkukapazität liegt bei 4.500 mAh und wird über zwei Akkus in den beiden Smartphone-Hälften realisiert. Im PCMark8 Battery-Test hält das faltbare Smartphone rund 7 Stunden und 15 Minuten durch (inneres Display, adaptive Bildrate, WLAN + GPS aktiviert, 50% Helligkeit). Ein Benchmark spiegelt jedoch nicht den durchschnittlichen Alltag wider, denn das Galaxy Z Fold 2 wird nicht durchgehend mit dem inneren Display genutzt. Je nach Nutzungsverhalten hält das Foldable mindestens einen Tag durch und hat selbst am Morgen danach noch etwas Restkapazität.

Zum Laden nutzt Samsung ein Netzteil mit bis zu 25 Watt, dadurch lädt das faltbare Smartphone in 65-70 Minuten vollständig auf. Alternativ steht Wireless Charging mit maximal 15 Watt zur Verfügung, darüber hinaus ist noch Reverse Wireless Charging zum kabellosen Aufladen von Wearables mit an Bord.

 

Die Kameraqualität

 

Das Galaxy Z Fold 2 besitzt insgesamt fünf Kamerasensoren, davon sind allein zwei für Selfie-Aufnahmen gedacht. Die beiden Frontkameras, einmal außen und einmal innen, basieren auf einem 10 Megapixel Sensor mit f/2.2 Blende und Autofokus. Die Hauptkamera auf der Rückseite besitzt drei 12 Megapixel Sensoren mit unterschiedlichen Linsen. Der Hauptsensor besitzt eine f/1.8 Blende und optische Bildstabilisierung, dazu gibt es eine Ultraweitwinkelkamera mit f/2.2 Blende sowie eine Telephoto-Kamera mit f/2.4 Blende, optischer Stabilisierung und einem 2-fach optischen Zoom.

 

Die Bildqualität des Galaxy Z Fold 2 ist auf einem hohen Niveau und durch die Ultraweitwinkellinse sowie Zoom-Kamera recht vielseitig. Fotos gelingen mit einer schnellen Fokussierung, zudem sind Dynamik, Helligkeit und Kontrast sehr gut abgestimmt. Zwar gibt es mittlerweile einige Smartphones, die deutlich mehr optischen Zoom bieten, dafür setzt das Samsung-Foldable den Fokus jedoch auch auf andere Funktionen.

 

Selfie-Aufnahmen gelingen mit beiden Frontkameras recht gut, alternativ lässt sich auch die rückseitige Triple-Kamera dafür nutzen. Wie das funktioniert, haben wir bereits für Sie in unserem Tipps und Tricks Artikel zum Samsung Galaxy Z Fold 2 beschrieben.

Fazit - Samsung Galaxy Z Fold 2

 

Samsung bringt das Galaxy Z Fold 2 in Mystic Black und Mystic Bronze zum Preis von 1.949 Euro UVP auf den Markt. Damit ist es um einiges teurer als andere Top-Smartphones, allerdings hat Samsung auch große Investitionen in die neue Display-Technologie und das verbesserte Scharnier gesteckt. Aktuell hebt sich das Foldable vom restlichen Smartphone-Markt noch sehr ab, in den nächsten Jahren werden faltbare Smartphones aber sicherlich etwas preisgünstiger.

 

Im Alltag ist das Galaxy Z Fold 2 besonders aufgrund der beiden Displays sehr flexibel einsetzbar. Für schnelle Aktivitäten wie beispielsweise auf Textnachrichten antworten oder Fotos knipsen ist der äußere Bildschirm mehr als ausreichend. Wenn Inhalte jedoch größer dargestellt werden sollen, beispielsweise geknipste Fotos oder Google Maps, dann ist der große, innere Bildschirm um einiges praktischer. Dazu kommt dann noch ein gelungenes Multitasking zum Nutzern mehrerer Apps.