Schnell, sicher und bedienfreundlich muss er sein – der perfekte Internetbrowser. Das gilt auf dem Smartphone und dem Tablet genauso wie auf dem Desktop PC. Ist eine Auswahl erstmal getroffen, ein persönlicher Favorit gefunden, wird dieser in der Regel auch auf das Schärfste verteidigt. In Weiterführung unserer Software-Klassiker-Themenreihe - zuvor hatten wir uns bereits mit den Mobilen-Ablegern von Adobe Photoshop und Microsoft Office beschäftigt -, soll diesmal ein Blick auf die „Big Five“ der Smartphone- und Tablet-Browser geworfen werden.

Das 28K-Modem im Malepartus

Ein Ankrächzen gegen das Vergessenwerden: Chrchrchrkkchrchr-iiiiiiiiiiiiiiii-schrchr-iiiiiiii-schchr-iiiiiiii. Zeitzeugen dürften das Geräusch eines 28K-Modems in jeglicher lautmalerischen Darstellung sofort wiedererkennen. Wie das fleißige Ticken einer Wanduhr im Wartezimmer des Hausarztes, hat es sich nach und nach ins Trommelfell hineingebrannt. Man erinnert sich nostalgisch an die wenigen Vorzüge: Das Laden eines Bildes im Netz gab einem die Zeit, Kaffee zu kochen oder Hausarbeiten zu erledigen. Heute hingegen steht Surfen für Unmittelbarkeit. Dank LTE sogar auch unterwegs.

 

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Google Chrome Marktführer bei den mobilen Internetbrowsern

Laut einer Studie von StatCounter fand sich Google Chrome im Januar 2020 bei fast 55% der deutschen Smartphone-Nutzer als favorisierter Internetbrowser wieder. Er wird damit fast doppelt so häufig genutzt wie der nachfolgende Zweitplatzierte - Safari. Am überraschendsten jedoch sind die schlechten Marktpositionen von Firefox, Edge und Opera. Nur der Erstgenannte schafft es, über 1% Marktanteil für sich zu beanspruchen. Es scheint, als würde der Default-Browser (Chrome bei Android, Safari bei iOS) nur in Ausnahmefällen durch eine Alternative ersetzt werden. Doch lässt sich hierfür auch eine grundsätzliche Empfehlung aussprechen?

Das Für und Wider von Google Chrome und Safari

Es lässt sich nicht bestreiten: Google Chrome ist der beliebteste Internetbrowser. Das gilt gleichermaßen für das Smartphone, Tablets und den Desktop PC. Aus diesem Grund orientieren sich die meisten Web-Entwickler bei der Optimierung ihrer Projekte an diesem Standard. Das Internet ist also chromisiert. Hinzu kommt ein gefälliges, stark minimalistisches Design, das bezeichnenderweise sogar Apple übertrumpft, deren Safari mittlerweile nur noch klobig und altbacken erscheint.

 

Beim Funktionsumfang unterscheiden sich die meisten modernen Browser nur noch marginal. Alle bieten Synchronisationsfeatures, Ad-Blocker und Datensparmodi. Am sinnvollsten ist es vermutlich - eben wegen der Möglichkeit zur Synchronisation von Lesezeichen, Verläufen und Passwörtern -, auf allen Geräten denselben Browser zu verwenden. Bei Chrome und Safari bedeutet dies aber auch, die Verwertung der privaten Nutzerdaten für das jeweilige Unternehmen noch leichter zu machen. Googles Facebook-eske Datenschutz-Reputation verstärkt das unangenehme Geschmäckle hier besonders.

 

Ein Blick in die Vergangenheit
Im Jahr 2011 war das mobile Surfen noch eine Ausnahmeerscheinigung, wie dieser frühe Blogeintrag beweist.

Privatsphäre mit Firefox und Firefox Klar: Darf es auch ein bisschen mehr sein?

Bei Konzerngegnern erfreut sich diese Alternative einer großen Beliebtheit. Schließlich steckt, mit der Mozilla Foundation, auch eine Non-Profit-Organisation als Urheber hinter dem Projekt. Im Fokus steht der Datenschutz des Nutzers, für viele in der heutigen Zeit ein entscheidendes Nutzungskriterium. Anders als die vorangestellten beiden Browser setzt Firefox stärker auf individuell installierbare Erweiterungen. Von Haus aus wirkt die App folglich zunächst etwas abgespeckt. Kontraintuitiv hierzu - schuld mögen vor allem die stärkeren Datenschutzbemühungen sein -, schneidet der Browser in Sachen Geschwindigkeit aber doch etwas schlechter als Chrome und Safari ab.

 

Wer es aber trotzdem noch sicherer haben möchte, d. h. wer komplett auf Verläufe und Cookies verzichten kann und das meiste Tracking vermeiden möchte, der sollte einmal einen Blick auf Firefox Klar werfen. Auch heruntergebrochen auf seine absoluten Rudimente, gibt der Browser noch ein gutes Bild ab. Ein nettes Extra-Feature: Beim Hin- und Herwechseln zwischen laufenden Apps wird die aktuell geöffnete Seite automatisch getarnt. So werden auch aus Versehen keine Surfgeheimnisse verraten.

Ist der Ruf erst ruiniert: Microsofts Edge ganz ungeniert

Ganz ist Microsoft der Versuch leider nicht geglückt, sich mit dem Edge-Reboot des schlechten Internet-Explorer-Rufes zu entledigen. Dabei gab es strenggenommen Anfang des Jahres sogar bereits ein zweites Reboot: Seit Januar 2020 basiert Edge jetzt auf Chromium, der Open-Source-Variante von Google Chrome. Aktuelle Zahlen legen nahe, dass man hiermit zwar Firefox bei den Marktanteilen (über alle Gerätearten verteilt) geschlagen haben könnte, ein wirklicher Sprung nach oben, ist aber auch weiterhin nicht zu erahnen. Mit der neuen, deutlich verbesserten Performance und der Integration des Cortana-Dienstes, findet sich aber auch für das Microsoft Produkt eine eigene Zielgruppe.

Opera: Der sympathische Underdog unter den Smartphone-Browsern?

Auch das „Rote O“ aus Norwegen ist 2013 auf ein Chromium-Fundament umgestiegen. Der erhoffte Nutzerzuwachs blieb aber aus, und so wanderte Opera 2016 zum Golden Brick Silk Road Equity Investment Fund II LLP Syndikat nach Shenzhen in China. Neben Opera Touch (der mobilen Standardlösung der Marke für iOS und Android) ist noch Opera Mini hervorzuheben. Hier wird die Verbindung zum Internet über einen unternehmenseigenen Proxy-Server hergestellt, der alle Daten - zur besseren mobilen Ansicht - stark komprimiert übermittelt und so, im Vergleich zur Konkurrenz, deutlich mehr Datenvolumen einsparen soll. Opera bietet von allen hier vorgestellten Browsern auch die meisten Zusatzfeatures: Dark Mode, Einhandgesten, VPN, dezidierter Schutz vor unbefugtem Krypto-Mining etc. Die Liste scheint endlos und so kommt man praktisch ganz ohne das Installieren jeglicher Erweiterungen aus. Auf den ein oder anderen mag dies aber wohlmöglich auch überladen wirken.