Das Display und die Größe eines Smartphones sind wichtige Faktoren bei der Kaufentscheidung. Jahr für Jahr brüsten sich die Hersteller mit immer größeren Bildschirmdiagonalen, doch wie viel Zoll sollte ein Handy eigentlich bieten? Nachfolgend gehen wir dieser Frage auf den Grund und klären, was es bezüglich Smartphone-Displays zu beachten gilt.

Marcel Schreiter
MarcelSchreiter
Marcel ist Gründer von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Die Bildschirmdiagonale sagt nicht zwingend aus, wie groß ein Handy tatsächlich ist. Auch das Format und die sogenannte „Screen-to-Body-Ratio“ (Verhältnis zwischen Bildschirm und Gehäuse) spielen wichtige Rollen. So ist beispielsweise ein iPhone 8 Plus mit 5,5-Zoll-Display größer als ein Huawei P30, dessen Bildschirmdiagonale 6,1 Zoll beträgt. Einerseits verfügt das iPhone über wesentlich breitere Seitenränder und andererseits weist es ein Format von 16:9 auf.

Die Bildschirmdiagonale ist nicht alles

iPhone 8 und iPhone 8 Plus

Was vor wenigen Jahren noch Standard auf dem Smartphone-Markt war, wurde mittlerweile von Seitenverhältnissen zwischen 18:9 und 21:9 abgelöst. Aktuelle Handys sind dadurch schmaler und länger, liegen also trotz diagonal größeren Displays besser in der Hand. Das in 16:9 gehaltene iPhone 8 Plus wirkt dagegen heutzutage verhältnismäßig klobig.

 

Die meisten aktuellen Smartphones bieten eine Screen-to-Body-Ratio (kurz: SbR) von rund 90 Prozent oder mehr. Die Front des jeweiligen Geräts besteht dann fast nur noch aus Display. Um die größtmögliche Abdeckung zu erzielen, lagern einige Hersteller mittlerweile die Frontkamera in ein mechanisch ausfahrbares Modul auf der Oberseite aus.

Kompakthandy oder Phablet?

Google Pixel 4

Google Pixel 4

Objektiv lässt sich aber nicht sagen, wie groß ein Smartphone-Display sein muss, da die „richtige“ Größe für jeden anders ist. Es ist abhängig von den jeweiligen Bedürfnissen und Einsatzzwecken. Was vor zwei oder drei Jahren noch als „Phablet“ (Smartphone in Tablet-Größe) bezeichnet wurde, zählt aktuell längst zur Normalgröße.

 

Samsung Galaxy S20 Serie

Viele Fans kompakter Handys nutzen beispielsweise immer noch das ältere iPhone SE mit 4-Zoll-Display oder etwa ein Google Pixel 3a – diese Geräte passen problemlos in jede Hosentasche. Für andere wiederum kann der Bildschirm nicht groß genug sein und dafür gibt es „Display-Giganten“ wie das Galaxy S20 Ultra oder das Huawei Mate 20 X.

Auch wichtig: Pixeldichte, Auflösung und mehr

Oppo Reno 2

Einer der Hauptgründe für die stetig wachsenden Bildschirmgrößen bei Handys ist zweifellos der Einsatz als Multimediagerät für etwa Filme und Spiele. Fans von großen Smartphones ist neben der Bildschirmdiagonale auch etwa die Auflösung und die Bildwiederholfrequenz wichtig. Je höher die Auflösung, desto höher auch die Pixeldichte.

 

Wenn ein 5-Zoll-Display in Full-HD auflöst und ein 7-Zoll-Display die gleiche Auflösung bietet, wird das Bild auf dem kleineren Gerät wegen der höheren Pixeldichte schärfer aussehen, da mehr Pixel pro Zoll vorhanden sind. Gängige Auflösungen sind heutzutage HD (720 Pixel vertikal), Full-HD (1.080 Pixel vertikal) und QHD (1.440 Pixel vertikal). Bildschirmauflösungen werden stets im Querformat angegeben.

 

Xiaomi Mi Note 10

Durch eine höhere Bildwiederholfrequenz wird die Anzeige öfter pro Sekunde aktualisiert, weshalb dargestellte Inhalte wesentlich „flüssiger“ beziehungsweise ruckelfreier wirken. Besonders Spieler legen darauf Wert, doch allgemein ist der Unterschied im Alltagsbetrieb für viele gravierend. Reguläre Handy-Displays bieten eine Frequenz von 60 Hertz – in der Oberklasse bieten neue Modelle zunehmend auch 90 oder gar 120 Hertz.

LCD und OLED

Zudem ist die Art des Displays bei der Wahl des neuen Smartphones von Bedeutung. Generell wird zwischen LC- und OLED-Displays unterschieden. LCDs befinden sich häufig in Einsteigergeräten, zuweilen auch noch in Mittelklasse-Handys. Da sie bauartbedingt eine Hintergrundbeleuchtung besitzen, haben LCDs gegenüber OLED-Bildschirmen schlechtere Kontrastwerte und weniger satte Farben.

 

Samsung Galaxy Z Flip

Bei OLED-Displays leuchtet jeder individuelle Pixel – wenn also Schwarz dargestellt wird, sind die entsprechenden Pixel auch tatsächlich inaktiv. Ein weiterer Vorteil gegenüber LCDs ist die theoretische Flexibilität von OLEDs. Deshalb gibt es etwa Handys mit seitlich gekrümmten Bildschirmen oder neuerdings sogar Modelle mit faltbaren Displays. Beispielsweise hat das Galaxy Z Flip ein 6,7-Zoll-Display, allerdings ist es aufgrund des 22:9-Formats recht schmal, lässt sich in der Mitte zusammenklappen und kann einfacher verstaut werden als jedes andere moderne Smartphone.

 

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