Besonders in Asien ist Oppo kein Unbekannter mehr, der Hersteller besitzt weltweit bereits einen Marktanteil von 10 Prozent. Bisher mussten Oppo Smartphones jedoch nach Deutschland importiert werden – bis jetzt! Mit dem Oppo Reno 2 startet der chinesische Hersteller offiziell auf dem deutschen Markt und bringt gleichzeitig ein spannendes Smartphone mit. Was hat das Oppo Reno 2 zu bieten?

Marcel Schreiter
MarcelSchreiter
Marcel ist Gründer von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Der Lieferumfang

Der Lieferumfang enthält eine Bedienungsanleitung, ein SIM-Steckplatz-Werkzeug sowie weiße In-Ear-Kopfhörer mit 3,5 mm Klinkenanschluss. Zum Laden ist ein USB-Netzteil und ein USB Typ-A auf Typ-C Kabel dabei. Darüber hinaus legt Oppo noch eine Schutzhülle mit Lederoptik und Ziernähten dazu - sehr lobenswert!

Design & Verarbeitung des Oppo Reno 2

Das Oppo Reno 2 kommt mit einem beeindruckenden Design daher, besonders die symmetrische Anordnung auf der Rückseite sorgt für einen eleganten Look. Sowohl der schicke Rahmen aus Aluminium als auch die Rückseite aus Gorilla Glass 5 hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Das Oppo-Logo und der Schriftzug „Designed for Reno“ werden durch eine blaue Umrandung hervorgehoben, die je nach Lichteinfall unterschiedliche Reflektionen aufweisen - daher auch der Name „Luminous Black“ für diese Farbvariante.

 

Das Smartphone ist mit 9,5 mm etwas dicker als manch andere Modelle, der Hersteller schafft es jedoch die rückseitigen Kameras unter die Glasrückseite zu packen. Es gibt somit keinen „Camera Bump“, der aus dem Smartphone heraussteht. Lediglich ein kleiner Kreis mit grüner Umrandung, der unterhalb der Kamera sitzt, ragt leicht hinaus. Durch abgerundete Seiten liegt das Reno 2 wirklich angenehm in der Hand.

 

Der Powerbutton mit grünem Akzentstreifen sitzt auf der rechten Seite, gegenüberliegend ist die Lautstärke-Steuerung platziert. Der SIM-Kartenslot ist ebenfalls auf der rechten Seite und kann entweder zwei Nano-SIMs oder eine Nano-SIM mit einer MicroSD-Karte zur Speichererweiterung aufnehmen. Auf der Unterseite zeigen sich der USB Typ-C Port, ein 3,5 mm Klinkenanschluss sowie ein Lautsprecher. Dieser sorgt für einen guten Klang mit Dynamik, ohne dabei zu übersteuern. Stereo-Klang mit dem kleinen Lautsprecher über dem Display wird leider nicht geboten.

 

Auf der Oberseite ist ein ausfahrbares Kameramodul vorzufinden, das wie eine Haifischflosse aus dem Rahmen herausfährt. Dadurch kann Oppo auf eine Notch oder ein Punch-Hole im Display verzichten. Durch den Mechanismus gelangen jedoch Staub und Wasser etwas leichter in das Innere, was auch die fehlende IP-Zertifizierung erklären dürfte - hier ist also besonders Vorsicht geboten.

Technik & Performance – was leistet das Oppo Reno 2?

Oppo setzt beim Reno 2 auf einen Qualcomm Snapdragon 730 mit acht Kernen und einer Adreno 618 Grafikeinheit. Dazu gibt es 8 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie bis zu 256 GB internen Speicher, per MicroSD-Karte ist zudem eine Erweiterung des internen Speichers möglich. Besonders der großzügige Arbeitsspeicher sorgt für eine gute Bedienung mit vielen Apps und ein gutes Multitasking. Der Snapdragon 730 ist leider kein Highend-Modell, kann jedoch trotzdem mit ausreichend Performance punkten.

Schickes AMOLED-Display auf der Front

Auf der Front setzt das Oppo Reno 2 auf ein AMOLED-Panel mit einer Diagonale von 6,5 Zoll. Das Display löst mit 2.400 x 1.080 Pixeln in FullHD+ auf und erreicht eine Pixeldichte von 401 ppi. Das Highlight ist die nahezu randlose Darstellung, die durch schmale Seitenränder und das Verzichten auf eine Notch ermöglicht wird. In punkto Helligkeit soll das Panel bis zu 500 nits erreichen, für ein Smartphone in der Mittelklasse ein guter Wert.

 

Der Akku bietet 4.000 mAh, das sorgt im Alltag für eine gute Ausdauer. Natürlich hängt die Akkulaufzeit individuell vom Nutzer ab, das Oppo Reno 2 bringt jedoch ein gutes Akku-Management mit. Zum Laden nutzt das Smartphone die VOOC Flash Charge 3.0 Technologie, die den Akku mit dem 20W-Netzteil innerhalb von 80 Minuten voll auflädt. Kabelloses Laden wird leider nicht unterstützt.

Quad-Kamera mit bis zu 48 Megapixel

In punkto Kamera-Ausstattung muss sich das Oppo Reno 2 keinesfalls verstecken. Der Hauptsensor löst mit knackigen 48 Megapixel (f/1.7 Blende) auf, dazu gibt es eine Telefoto-Kamera mit 13 Megapixel (f/2.4 Blende) und einen 2-fach optischen Zoom sowie eine Ultraweitwinkel-Kamera mit 8 Megapixel (f/2.2 Blende). Als vierten Sensor verbaut Oppo eine 2 Megapixel Monochrom-Kamera (f/2.4 Blende), die mit dem Hauptsensor für bessere Porträt-Aufnahmen sorgen soll.

 

Der Hauptsensor (Sony IMX586) knipst Bilder primär in 12 Megapixel, was auf das 4-in-1 Pixel-Binning zurückzuführen ist: Diese Technik fasst vier kleine Pixel zu einem größeren Pixel zusammen und sorgt so für eine bessere Performance bei schlechten Lichtverhältnissen.

Kann die Kamera überzeugen?

Die Kameraqualität des Reno 2 kann insgesamt wirklich überzeugen, zeigt allerdings auch kleine Schwächen. Der Hauptsensor kann mit scharfen, detailreichen Bildern punkten, die mit HDR über eine gute Dynamik verfügen. Sowohl Weißabgleich als auch Farbgebung ist natürlich und nicht übersättigt, der Nutzer kann bei Bedarf mit „Dazzle Color“ für etwas mehr Sättigung sorgen.

 

Die Zoom-Kamera kann mit einem 2-fachen optischen Zoom und einem 5-fachen Hybrid-Zoom (über die hohe Hauptsensor-Auflösung) ebenfalls für gute Ergebnisse sorgen. Maximal ist eine 20-fache Vergrößerung möglich, welche jedoch rein digital erreicht wird. Bis zum 5x-Zoom sind die Bilder erstaunlich gut, jede weitere Vergrößerung sorgt für weniger Schärfe und mehr Rauschen.

 

Etwas schwach zeigt sich leider die Ultraweitwinkelkamera, deren Bilder sehr an Detail und Kontrast verlieren. Allerdings fängt der Sensor einen deutlich größeren Bereich ein, eignet sich demnach sehr gut als Kamera für Makroaufnahmen.

 

Neben dem Automatikmodus (genannt „Foto“) der Kamera-App bietet das Oppo Reno 2 auch noch weitere Modi, darunter beispielsweise Portrait, Panorama sowie Zeitlupe als auch Zeitraffer. Darüber hinaus ist ein Expert-Modus für Foto-Enthusiasten verfügbar. Für Nachtaufnahmen ist ein dedizierter Nachtmodus mit an Bord, der für scharfe, wenig verrauschte und helle Bilder sorgt.

Beispielfotos in der Bildergalerie

Auf der Front kommt ein 16 Megapixel Sensor (f/2.0 Blende) zum Einsatz. Dieser kann ebenfalls mit guten Bildern überzeugen. Wie auch die Hauptkamera gibt es ebenfalls für die Frontkamera einen Portraitmodus.

 

Bei Videoaufnahmen steht UHD 4K mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde zur Verfügung, Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde sind nur ab 1080p (FullHD) verfügbar. Allerdings kann die Bildstabilisierung bei beiden Auflösungen überzeugen. Der OIS (Optical Image Stabilisation) sorgt für ein ruhiges Bild, selbst bei stärkeren Bewegungen wie beispielsweise beim Gehen. Für eine noch stärkere Stabilisierung gibt es den „Ultra stetig“-Modus, der das Bild etwas zuschneidet und noch ruhiger halten kann.

Mit an Bord: ein Fingerabdrucksensor unter dem Display

Als Betriebssystem kommt Android 9 (mit aktuellem Sicherheitspatch) zum Einsatz, wann Oppo ein Update für Android 10 verteilt, ist aktuell noch unklar. Mit ColorOS 6.1 installiert Oppo eine eigene Benutzeroberfläche, die ein paar spannende Funktionen hinzufügt. Darunter sind zum Beispiel Features, wie der „App Cloner“ für Dual-SIM, die App-Verschlüsselung oder der „Game Space“ für Spiele.

 

Zum Entsperren nutzt das Oppo Reno 2 einen Fingerabdrucksensor, der unter dem Display sitzt. Die Fingerkuppe wird präzise erkannt und ermöglicht eine schnelle Entsperrung. Alternativ ist eine Gesichtserkennung über die Frontkamera möglich. Weitere Features sind NFC, Bluetooth 5.0, alle wichtigen LTE-Bänder sowie WLAN ac.

Oppo Reno 2 – Fazit

Das Oppo Reno 2 ist nicht nur ein hochwertiges Smartphone mit einem schicken Design, auch die Leistung im Alltag kann überzeugen. Der Akku sorgt für eine gute Ausdauer, dazu gibt es Schnellladen mit bis zu 20 Watt. Auch die Kamera kann mit guten Ergebnissen beeindrucken, nur die Ultraweitwinkelkamera könnte besser sein.

 

Insgesamt kann sich das Reno 2 zum UVP von 450-500 Euro gut in der Mittelklasse positionieren. Die Ausstattung ist stimmig, zudem gibt es mit der „Haifischflosse“ ein einzigartiges Designmerkmal. Als Alternative würde sich beispielsweise das Xiaomi Mi 9T (Pro) anbieten.

 

 

Pro
  • schickes AMOLED-Display
  • hochwertiges, elegantes Design
  • gelungene Akku-Laufzeit + 20W Schnellladen
  • Quad-Kamera mit überzeugenden Ergebnissen
  • 3,5 mm Klinkenanschluss mit an Bord
Contra
  • Kein Stereo-Sound
  • Frontkamera-Mechanismus anfällig für Wasser/Staub
  • Noch kein Android 10