Bei Smartphones ist die Akkulaufzeit ein wichtiges Kriterium, das nicht außer Acht gelassen werden sollte. Wie verraten Ihnen in diesem Artikel, was für einen Akku ein Smartphone wirklich braucht und wie Sie ihn richtig behandeln.

Marcel Schreiter
MarcelSchreiter
Marcel ist Gründer von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
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Was bedeutet eigentlich Kapazität?

Smartphone-Akkus werden mit der Angabe „mAh“ beworben. Die Angabe steht für Milliamperestunden und gibt die Kapazität der Batterie an. Wenn ein Smartphone-Akku mit 2.000 mAh ausgestattet ist, so kann er eine Stunde lang einen Strom von 2.000 mA oder zwei Stunden lang einen Strom von 1.000 mA bereitstellen.

 

Obwohl diese Angabe kein fester Indikator für die tatsächliche Leistung ist, so stellt sie doch eine gute Vergleichsmöglichkeit dar. Es gibt Smartphones, die lediglich 2.500 mAh leisten, es gibt jedoch auch Modelle mit über 6.000 mAh. Die Spanne ist dabei sehr groß und unterscheidet sich von Hersteller und Modell. Doch was für einen Akku braucht ein Smartphone wirklich?

Erfahrungsberichte sind aussagekräftiger als Herstellerangaben

Smartphone-Hersteller vergleichen ihre Smartphones gerne über Spezifikationen mit der Konkurrenz. Neben stärkeren Prozessoren, mehr Arbeitsspeicher oder einer höheren Kameraauflösung wird oftmals auch um die größte Akku-Kapazität gekämpft.

 

- Das Samsung Galaxy im Kameratest - Das iPhone 11

 

Eine höhere Kapazität ist in der Regel immer vorteilhaft: Wir empfehlen ein Gerät mit mindestens 3.000 mAh, wenn Sie circa einen Tag ohne Ladevorgang überstehen möchten. Aktuelle Flaggschiff-Smartphones bieten sogar Batterien mit einer Kapazität zwischen 4.000 und 4.500 mAh, die Power-User auch benötigen.

 

Einige Hersteller wie Apple geben hingegen die maximale Gesprächszeit in Stunden an. Damit sollen potenzielle Käufer erkennen, ob das Smartphone nun länger durchhalten kann als das Vorgängermodell oder ein Konkurrenzgerät - allerdings verwendet nicht jeder Hersteller diese Angabe. Außerdem ist sie nicht besonders aussagekräftig, da andere Smartphone-Funktionen deutlich mehr Strom benötigen als das Telefonieren.

 

Erfahrungsberichte, die entweder von Magazinen oder anderen Nutzern geschrieben wurden, sind deutlich aussagekräftiger. Erst damit können Sie einen Eindruck bekommen, wie lange das Smartphone mit seinem Akku durchhält. Die Laufzeit hängt allerdings auch vom persönliche Nutzungsverhalten ab. Wer häufiger auf sein Smartphone schaut und Spiele spielt, wird schneller an die Steckdose müssen als Nutzer, die nur gelegentlich Nachrichten verschicken.

Der größte Akku gewinnt nicht immer!

Die Smartphone-Komponenten werden von Jahr zu Jahr leistungsstärker und zugleich deutlich effizienter. Grund hierfür sind verbesserte Architekturen der Elektronik, die einen geringeren Stromverbrauch ermöglichen. Je kleiner der Verbrauch ist, desto länger hält dementsprechend der Akku durch.

 

Ein wichtiger Faktor der Akku-Laufzeit ist darüber hinaus die softwareseitige Anpassung an die Hardware. Es kommt darauf an, wie das Betriebssystem auf die Komponenten angepasst ist und wie es mit der verfügbaren Energie haushaltet.

 

Jeder Hersteller setzt auf ein anderes „Energie-Management“. Im Hintergrund geöffnete Apps werden dann beispielsweise schneller geschlossen, um Energie zu sparen. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Smartphone mit 3.500 mAh und aggressiver Energiepolitik länger durchhält als ein Gerät mit höherer Kapazität und einem milderem Akku-Management.

Akkulaufzeit steigern

In den Smartphone-Einstellungen gibt es oftmals das Akku-Menü, wo sich der Energiesparmodus befindet. Dieser kann ungenutzte Apps, Dienste oder Features abschalten und so den Verbrauch verringern, was wiederum die Laufzeit verlängert.

 

Vor allem Funktionen wie Vibration und GPS, aber auch eine andauernde Funk- und WLAN-Verbindung können ordentlich Energie rauben. Wichtig ist nur, dass nicht zu viele Funktionen abgestellt werden, sonst verliert das Smartphone seine smarten Eigenschaften. Sie sollten sich also etwas mit den Einstellungen vertraut machen und sie auf ihr Nutzungsverhalten anpassen.

 

Mehr zum Thema: Welche Ausstattung braucht ein Smartphone eigentlich?

Den Akku richtig behandeln

WinterEin moderner Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akku besitzt die aktuell höchste Energiedichte und wird deswegen auch in besonders kleinen Geräten wie Smartphones und Smartwatches verbaut. Allerdings reagieren Lithium-Akkus sehr empfindlich auf Überladung und Tiefentladung, weswegen häufig ein Schutzmechanismus verbaut ist, der vor zu hoher Ladung und zu weiter Entladung schützt.

 

Besonders das Aufladen über Nacht ist nicht zu empfehlen, da der Akku für zu lange Zeit überladen wird. Zudem ist es wichtig, die Akkuladung nicht zu gering werden zu lassen. Der Smartphone-Akku fühlt sich zwischen 20 und 80 Prozent am wohlsten.

 

Es ist zudem wichtig, dass der Akku mit hochwertigen Ladegeräten mit Energie versorgt wird. Hierbei empfiehlt es sich, immer auf das Original-Ladegerät und -Kabel zurückzugreifen, da beide auf das jeweilige Smartphone abgestimmt sind.

 

Darüber hinaus sollten zu niedrige oder zu hohe Temperaturen (unter 5°C und über 40°C) vermieden werden. Natürlich lässt sich das im Winter und Sommer nicht immer verhindern, es sollte nur einfach im Hinterkopf behalten werden.