Die chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi, Oppo und Vivo kündigen eine überraschende Kooperation an: Die „Peer-to-Peer Transmission Alliance“ soll kabellosen Cross-Brand-Datentransfer per WiFi Direct ermöglichen. Wir erklären Ihnen die möglichen Auswirkungen dieses Joint Ventures für den Verbraucher.

Marcel Schreiter
MarcelSchreiter
Marcel ist Gründer von Allround-PC.com und als Redakteur für das 1&1 Magazin tätig.
Alle Beiträge

Drei Smartphone-Anbieter ziehen an einem Strang

Üblicherweise kommen Vorstellungen einer neuen Marken-Technologie mit dem bitteren Beigeschmack der Exklusivität. Wo der eine Hersteller einen neuen Standard einführt, werden Produkte anderer Hersteller gerne einmal ausgeschlossen und zwingen Nutzer beider Marken zum Umdenken.

Umso erstaunlicher scheint nun die neueste Kooperation von Xiaomi, Oppo und Vivo. Die drei chinesischen Smartphone-Hersteller – eigentlich Konkurrenten im selben Marktsegment – kündigen eine enge Zusammenarbeit in Form der „Peer-to-Peer Transmission Alliance“ an. Ziel der Allianz ist der markenübergreifende Datentransfer per WiFi Direct Funktion. Daten sollen so ohne Internetverbindung mit einer Transfergeschwindigkeit von bis zu 20 Megabyte pro Sekunde zwischen zwei Smartphones übertragen werden können – unabhängig von deren Herstellern.

Datentransfer ohne Umwege

Anders als beim herkömmlichen WLAN kommunizieren WiFi-Direct-fähige Geräte auf direktem Wege miteinander. So können Daten unmittelbar zwischen zwei kompatiblen Geräten verschoben werden, die ihrerseits als Basisstation fungiere und keinen Umweg über einen WLAN-Router nehmen müssen.

Der Vorteil von WiFi Direct liegt auf der Hand: das Versenden größerer Datenmengen auf ein anderes Smartphone kann sich auf herkömmlichem Wege als langwieriger und umständlicher Prozess herausstellen. Die Verbindung via Bluetooth ist äußerst langsam, andere Filesharing-Dienste wollen erst einmal heruntergeladen und eingerichtet werden oder lassen sich erst nach Abschluss eines Premium-Kontos mit voller Geschwindigkeit nutzen.

WiFi Direct umgeht diese Nachteile und ist sogar auf den meisten aktuellen Smartphones bereits verfügbar. Sind WLAN und WiFi Direct auf dem Smartphone aktiviert, kann die Funktion beim Teilen eines Inhaltes (ähnlich wie der Versand via E-Mail, WhatsApp und Co.) ausgewählt werden. Anschließend werden verfügbare Geräte mit aktiviertem WiFi Direct in der Umgebung angezeigt.

Das Problem mit WiFi Direct war bislang, dass sich Daten auf diese Weise oft nur zwischen zwei Geräten desselben Herstellers transferieren ließen. Die „Peer-to-Peer Transmission Alliance“ von Xiaomi, Oppo und Vivo könnte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein. Das Trio fordert nun andere Unternehmen auf, sich ebenfalls am Joint Venture zu beteiligen.

Quellen:

giga.de

Xiaomi