Der Großeinkauf liegt auf dem Kassenband, die ersten Artikel werden bereits gescannt, doch dann der Schock: das Portemonnaie liegt Zuhause! Was früher zum Problem werden konnte, lässt sich heute durch kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone umgehen. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie mit Google Pay ihr Smartphone zur virtuellen Geldbörse umfunktionieren und kontaktlos in Geschäften bezahlen können.

Die Voraussetzungen für Google Pay

Google Pay ist ein digitaler Bezahldienst, der auf nahezu jedem aktuellen Smartphone mit einem sogenannten Near Field Communication-Chip (NFC) installiert werden kann. Bei Android-Smartphones muss mindestens die Version 5.0 installiert sein. iPhone-Nutzer können den Dienst nur eingeschränkt nutzen, da Apple Drittanbietern den Zugriff auf den NFC-Chip verweigert. Eine der wichtigsten Funktionen, das kontaktlose Bezahlen in Geschäften, können iPhone-Nutzer daher nicht verwenden.

Wenn die App installiert ist, lässt sich eine Kredit- oder Debitkarte für zukünftige Zahlungen hinzufügen. Es hängt von der jeweiligen Bank ab, welcher Kartentyp hinterlegt werden kann. In Deutschland werden aktuell Banken wie die Comdirect, Deutsche Kredit Bank (DKB), ING und N26 unterstützt. Eine Übersicht über alle teilnehmenden Banken erhalten sie auf der Google Pay Übersichtsseite.

Sie haben auch die Möglichkeit, ihr PayPal-Konto mit dem Bezahldienst von Google zu verknüpfen, falls Ihre Bank nicht teilnimmt. Es kommen regelmäßig neue Banken hinzu, die fortan zum mobilen Bezahlen hinterlegt werden können.

Diese Geschäfte unterstützen Google Pay

Sie können in nahezu jedem Geschäft mit ihrem Smartphone bezahlen, das mit dem Zeichen für kontaktlose Zahlungen sowie das Google Pay Symbol wirbt. Häufig funktioniert das Bezahlen auch in Läden, in denen Googles Bezahldienst nicht explizit unterstützt wird. Es bestehen meistens gute Chancen, wenn das Geschäft die verknüpfte Kreditkarte, beispielsweise Visa, akzeptiert.

Offiziell unterstützen unter anderem die Discounter Aldi und Lidl, die Elektronikfachmärkte Media Markt und Saturn und die Modeketten Adidas und H&M den Bezahldienst. Googles Bezahldienst lässt sich auch in Apps und auf Webseiten nutzen. Zu den bekanntesten gehören Airbnb, Flix Bus, Free Now, Groupon und auch die Airline Ryanair akzeptiert Zahlungen per Google Pay. Hier finden Sie eine Übersicht aller teilnehmenden Geschäfte sowie Apps und Webseiten.

Den Einkauf bei Aldi mit dem Smartphone zahlen

Das Bezahlen mit dem Smartphone funktioniert genauso wie mit einer kontaktlosen EC-Karte. Wir nehmen als Beispiel den Einkauf bei Aldi: bitten Sie um Kartenzahlung, wenn Sie mit dem Bezahlen an der Reihe sind. Entsperren Sie ihr Smartphone (die App muss nicht geöffnet werden) und halten es mit der Rückseite an den Kartenleser. Meistens befindet sich die Kontaktfläche seitlich des Kartenlesers, bei einigen Modelle muss das Smartphone hingegen auf den Bildschirm des Lesegeräts gehalten werden.

Warten Sie kurz, bis das Terminal die Bezahlung bestätigt und der Kauf auf dem Smartphone mit einem Haken als erfolgreich gekennzeichnet wird. Beträge unter 25 Euro müssen nicht zusätzlich autorisiert werden. Liegt der Einkauf hingegen über diesem Betrag, muss die Zahlung zusätzlich durch Eingabe einer PIN bestätigt werden. Wenn das Smartphone einen Fingerabdrucksensor besitzt, lässt sich auch dieser zur Autorisierung verwenden.

Wie sicher ist das Bezahlen per Smartphone?

Laut Google wird beim Bezahlen die Nummer der hinterlegten Karte nicht mit dem Geschäft geteilt. Stattdessen wird ein sogenannter Token mit einer virtuellen Kartennummer erzeugt. In dem Token ist ein Sicherheitscode hinterlegt, der sich bei jedem Bezahlvorgang ändert. Beim Verlust des Smartphones kann es über „Mein Gerät finden“ lokalisiert und gesperrt oder der komplette Inhalt gelöscht werden.

Alternativen zu Google Pay

Es gibt noch andere Bezahldienste für das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone. Einer der bekanntesten ist Apple Pay, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert und die derzeit einzige Möglichkeit für Nutzer eines iPhones ist, kontaktlos mit dem Smartphone oder der Apple Watch im Geschäft zu zahlen.

Das Bonusprogramm Payback lässt sich auch für mobile Zahlungen nutzen. Die Funktion hört auf den Namen Payback Pay und unterscheidet sich von anderen Bezahldiensten. Zum Bezahlen wird ein QR-Code erzeugt, der an der Kasse gescannt wird. Anstelle von Debit- oder Kreditkarten hinterlegen Nutzer ihre Bankdaten, sodass der Betrag über das Lastschriftverfahren abgebucht wird. Payback Pay lässt sich allerdings nur bei Partnern wie dm und Rewe nutzen.

Lebensmittelhändler wie Edeka und Netto bieten ihre eigenen Apps für mobile Bezahlvorgänge mit dem Smartphone an, gleiches gilt für einige Banken wie die Sparkasse. Während die Bank bisher kein Google Pay unterstützt, ist sie hingegen bei Apple Pay vertreten.