Das Google Pixel 4 (XL) ist das erste Smartphone mit Gestenerkennung per Mini-Radar. Die als “Motion Sense” bezeichnete Funktion erlaubt Ihnen, das Handy über Gesten zu steuern, ohne dabei das Display berühren zu müssen. Wir erklären, was sich hinter Motion Sense verbirgt und was mit Googles Gestensteuerung bereits möglich ist.

Motion Sense: Innovative Gestensteuerung per Radar

Bekannt ist die Idee einer berührungsfreien Steuerung bereits von einzelnen Smartphones wie dem LG G8s ThinQ. Auch Samsung arbeitet derzeit an einer Gestensteuerung für die kommende Galaxy S11-Reihe. Das besondere an Googles Motion Sense ist jedoch, dass die innovative Gestensteuerung auf Radartechnik basiert. Bereits vor einigen Jahren rief Google das Project Soli ins Leben, um die Anwendungsmöglichkeiten von Radar für Mobilgeräte wie Smartphones oder Smartwatches zu erforschen. Aus diesem Projekt ist der Soli-Radar-Chip entstanden. Platziert am oberen Bildschirmrand des Pixel 4 und Pixel 4 XL, sendet das Mini-Radar elektromagnetische Wellen aus. Wenn diese an einem Widerstand (zum Beispiel einer Hand) abprallen, werden einige der Wellen auf den Sensor zurückgeworfen. Der Soli-Chip analysiert die reflektierten Wellen und ermittelt auf Basis dieser Messdaten Objektgröße sowie Geschwindigkeit und Richtung der ausgeführten Bewegung. Die Ergebnisse dieser Analyse werden mit einer Datenbank bekannter Gesten abgeglichen. Bei Übereinstimmung führt das Betriebssystem den gewünschten Befehl aus.

 

Tipps und Tricks zum Google Pixel 4 und einen ausführlichen Pixel 4 Test gibt es im 1&1 Magazin.

 

Pixel 4: Was kann die Gestensteuerung?

Wenn Sie in der Nähe Ihres Pixel 4 oder Pixel 4 XL eine Bewegung ausführen, wird dank Radarerkennung automatisch der Sperrbildschirm eingeblendet. Sie können dann Informationen zu Uhrzeit, Wetter oder Benachrichtigungen ablesen. Außerdem werden die Sensoren für die Gesichtserkennung aktiviert, wodurch die Entsperrung des Gerätes besonders schnell und flüssig abläuft.

Mit einer Wischgeste oberhalb des Smartphone-Displays können Sie zwischen einzelnen Liedern vor- und zurückspringen. Das funktioniert auch, wenn die Musik-App geschlossen oder der Bildschirm gesperrt ist. Kompatibel ist Motion Sense mit einem Großteil der gängigsten Musik- und Video-Apps, darunter Spotify, Deezer und YouTube.

Neben der Steuerung der Musikwiedergabe können Sie per Wischgeste auch eingehende Anrufe stummschalten, einen Timer deaktivieren oder den Wecker in den Schlummermodus versetzen. Strecken Sie hingegen die flache Hand in Richtung Display, senken Sie dadurch die Lautstärke von Musik, Alarm oder Anruf.

Tipp: Wenn Sie nur ausgewählte Funktionen der Gestensteuerung nutzen möchten, können Sie in den Einstellungen unter “Motion Sense” gezielt Features ein- und ausschalten.

Motion Sense: Reines Gimmick oder echtes Potenzial?

Zugegeben: Der Funktionsumfang von Motion Sense ist bisher recht eingeschränkt. Einige Features, wie beispielsweise interaktive Bildschirmhintergründe, sind eher nette Spielerei als alltagstauglich. Dennoch birgt die radarbasierte Gestensteuerung echtes Potenzial. Etwa, wenn sich per Handgeste Anrufe annehmen oder Fotos machen lassen. Es ist daher damit zu rechnen, dass Google in den nächsten Monaten weitere Funktionen über Software-Updates ausliefern wird.

 

Weitere Eindrücke zum Pixel 4 gibt’s hier im Video: