Innerhalb weniger Jahre ist der weltweite Absatz von Wearables wie Smartwatches, Fitnessarmbändern oder Bluetooth-Kopfhörern rasant gewachsen. Im Jahr 2019 wurden knapp 340 Millionen Exemplare verkauft. Laut einer Prognose von IDG soll der Absatz im Jahr 2024 bei über 500 Millionen liegen. Immer mehr Menschen tragen Wearables, da die smarten Gadgets in vielerlei Hinsicht praktische Alltagshelfer sind. Wir verschaffen Ihnen hier einen Überblick über Funktionen, Vorteile und Risiken im Umgang mit Smartwatches.

Eine kurze Geschichte der Smartwatch

 

Zunächst waren es keine Erfinder, sondern Autoren, die die ersten Ideen von Smartwatches einem breiten Publikum vorgestellt haben. In den Comics von Chester Gould aus den 1930er Jahren war der Detektiv Dick Tracy wohl der erste Besitzer einer Smartwatch. Seit diesem Zeitpunkt wurde sich allerhand ausgedacht und viel entwickelt. Die erste serienreife smarte Uhr ohne einen externen Empfänger war die SPOT von Microsoft im Jahr 2003. Sie wurde jedoch kein großer Erfolg, was womöglich daran gelegen hat, dass sie nur wenige Funktionen hatte. Mit der Uhr konnten User Nachrichten empfangen und lesen, ein direktes Antworten war aber nicht möglich. Das Scheitern der SPOT war keinesfalls ein Scheitern der Smartwatches an sich. Im Gegenteil.

Kurzüberblick: Smartwatch-Funktionen

 

Quelle: Apple

Smartwatch ist nicht gleich Smartwatch: Je nach Hersteller und Modell gibt es Unterschiede im Funktionsumfang der Geräte. Im klassischen Sinne ist die Uhr eine Ergänzung zum Smartphone – dank ihr soll es möglich sein, das Smartphone öfter in der Tasche zu lassen. So bieten viele Smartwatches die Möglichkeit parallel zum Smartphone oder direkt mittels eigener SIM-Karte zu telefonieren, Nachrichten zu lesen und zu antworten, sich navigieren zu lassen, vernetzte Geräte im Smart Home zu steuern oder über verbundene Bluetooth-Kopfhörer Musik abzuspielen. Ebenso möglich ist das mobile Bezahlen über diverse Dienstleister, so kann auch das Portemonnaie in der Tasche bleiben. Darüber hinaus bieten viele Smartwatches Fitnessfunktionen an. Die Apple Watch 6 bzw. die Apple Watch SE oder die Galaxy Watch3 zählen beispielsweise Schritte, messen den Puls, liefern sogar EKG-Daten und geben Tipps zum besseren Training.

Vorteile von Smartwatches

Vereinfachte und bequeme Kommunikation

 

Quelle: Samsung

Wie bereits erwähnt, dienten Smartwatches ursprünglich der einfacheren Kommunikation in Kombination mit dem Handy. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie haben gerade keine Hand frei, sollen aber trotzdem einen Anruf entgegen nehmen. Besitzen Sie eine Smartwatch, ist das kein Problem. Viele Smartwatches lassen sich einfach über Sprachbefehle steuern. So können Anrufe getätigt, Nachrichten diktiert und andere Funktionen einfach gesteuert werden. Die meisten gängigen Smartwatches unterstützen alle populären Messenger und den Zugriff auf E-Mails.

Messung von Fitness- und Gesundheitsdaten

 

Quelle: HUAWEI

Nicht nur im (Hobby-)Sport, auch als Lifestyle-Gadget sind Smartwatches zum Tracking eigener Fitnessdaten in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Die Anzahl der Schritte zu zählen oder die eigene Herzfrequenz beim Joggen zu messen ist mit smarten Uhren kein Problem. Manche Modelle können beim Tragen über Nacht auch Daten zum eigenen Schlafverhalten erfassen und beispielsweise Auskunft über Tiefschlaf-, Leichtschlaf- oder REM-Phasen (also Traum-Phasen) geben. Mittels integrierter Sensoren können einige Smartwatches auch den Sauerstoffgehalt im eigenen Blut schätzen oder EKG-Messwerte erfassen. Mit wenigen Klicks ist es möglich, die erhobenen Gesundheitsdaten mit dem eigenen Arzt zu teilen. Eine Funktion, die Leben retten kann ist die integrierte Sturzerkennung, über die einige Geräte verfügen. In Zukunft sollen Smartwatches sogar Diabetes erkennen oder Epileptiker vor einem Anfall warnen können.

Sicher kontaktlos Bezahlen

 

Die Deutschen sind generell eher zurückhaltend, was bargeldloses Bezahlen angeht. Doch im Verlauf der Corona-Pandemie wurde das kontaktlose Bezahlen selbst hierzulande immer beliebter. Besitzen Sie eine Smartwatch, können Sie Ihren Geldbeutel zu Hause lassen, stattdessen zahlen Sie den Kaffee-to-go per Apple Pay, Google Pay oder einem anderen Dienst mit wenigen Klicks auf der smarten Uhr. Das funktioniert nicht nur bequem, schnell und sicher, sondern ist auch hygienischer als das Bezahlen mit Bargeld.

Risiken der Smartwatch-Nutzung

Smartwatches und persönliche Daten

 

Obwohl die Erhebung eigener Gesundheitsdaten wie Herzfunktion, Schlafrhythmus und Bewegungsgewohnheiten jede Menge Vorteile mit sich bringen kann, sollte man darauf achten, dass diese persönlichen Daten ausreichend geschützt sind und nicht einfach für jedermann zugänglich sind.

Straßenverkehr mit Smartwatch

 

Im Straßenverkehr gelten besondere Regeln für den Umgang mit technischen Geräten am Steuer. Laut Paragraph 23 Absatz 1a und 1b der Straßenverkehrsordnung ist die Nutzung von Smartwatches nur dann erlaubt, wenn sie über eine Sprachsteuerung verfügen und wenn zur Bedienung nur „eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitig entsprechender Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist.“ Die Nutzung von Smartwatches wie auch von Smartphones in einem Fahrzeug mit eingeschalteter Zündung ist dem Fahrer also untersagt.

Fazit – Smartwatches als praktische Gadgets

 

SmartwatchDie Angst um die persönlichen Daten könnte ein Grund sein, warum Smartwatches in Deutschland nicht ganz so populär sind wie anderswo auf der Welt. Letztendlich können die Geräte aber viel mehr als bloß die Uhrzeit anzuzeigen – ob man diese Features vom kontaktlosen Bezahlen über das schnelle Beantworten von Nachrichten bis zum Musikhören über verbundene Kopfhörer im Alltag nutzt, muss jeder für sich entscheiden. Selbst, wenn Sie kein (Hobby-)Sportler sind, könnte es für Sie interessant sein die eigenen Gesundheitsdaten auf einen Blick stets aktuell zu sehen. Darüber hinaus kann die Sturzfunktion im Notfall Leben retten – ein praktisches Feature nicht nur für Senioren.