Wearables im Allgemeinen und Smartwatches im Speziellen sind ein sich schnell entwickelnder Markt. Ständig werden die kleinen Geräte mit weiteren Funktionen ausgestattet und sind mittlerweile mehr, als nur der verlängerte Arm des Smartphones. So sind die Wachstumsprognosen, die das amerikanische Marktforschungsunternehmen Gartner für dieses Segment voraussagt nicht weiter verwunderlich:  Für den deutschen Markt sind die Prognosen zwar etwas verhaltener, aber nichts desto trotz werden in den nächsten Jahren immer mehr Menschen eine Smartwatch tragen. In diesem Beitrag haben wir uns etwas näher mit den Geräten beschäftigt und zeigen ihre Vorteile, aber auch welche Risiken von ihnen ausgehen können.

Ursprung der Smartwatch

Wie bei so vielen Geräten der heutigen Zeit liegt der Ursprung der Smartwatch in der Vorstellungskraft von Autoren. Der Comic Detektiv Dick Tracy war 1946 wohl der erste Besitzer einer Smartwatch. Ab dort wurde sich allerhand ausgedacht und viel entwickelt. Die erste serienreife smarte Uhr ohne einen externen Empfänger, die in Serie ging, war die SPOT von Microsoft im Jahr 2003. Sie wurde jedoch kein großer Erfolg, was womöglich daran gelegen hat, dass sie nur einseitig nutzbar war. Nachrichten konnten empfangen und gelesen werden, ein direktes Antworten über die Uhr war nicht möglich. Das Scheitern der SPOT war keinesfalls ein Scheitern der Smartwatch. Im Gegenteil.

Smartwatch-Funktionen

Galaxy watch activeEs gibt viele Variationen im Bereich der Smartwatches. Je nach Hersteller und Modell sind die Funktionen von den hier beschriebenen abweichend. Klassisch ist die Uhr eine Ergänzung zum Smartphone, dank ihr soll es möglich sein das Smartphone öfter in der Tasche lassen zu können. So bieten moderne Smartwatches die Möglichkeit entweder direkt mittels eigener SIM oder über das Smartphone Telefonate zu tätigen, Nachrichten zu lesen und zu antworten, sich navigieren zu lassen oder die Musikwiedergabe zu steuern. Ebenso möglich ist das mobile Bezahlen über diverse Dienstleister, so kann auch das Portemonnaie in der Tasche bleiben. Als weitere wichtige Funktion zählt auch die Möglichkeit die Smartwatch als Fitnessuhr zu verwenden. Moderne Smartwatches wie beispielsweise von Samsung oder Huawei zählen Schritte, messen den Puls, liefern sogar die Daten eines EKG und geben Tipps zum besseren Training.

Vorteile von Smartwatches

Gesundheit

Gerade im letzten Jahr hat sich in diesem Bereich der Technik einiges getan. Die ersten huawei_mate20pro mit Watch 2 Smartwatches, wie die Apple-Watch 4 und die Omron HeartGuide, erhalten zumindest in den USA die Zulassung EKG-Daten zu erheben. Auch registrieren einige Modelle einen Sturz und können selbstständig einen Notruf abgeben – diese Funktionen können Leben retten. Ebenso ist es möglich die erhobenen Gesundheitsdaten an den Arzt freizugeben.

Kommunikation

Wie bereits erwähnt sollten Smartwatches ursprünglich der einfacheren Kommunikation dienen, ohne das Smartphone in der Hand haben zu müssen. Das kann vor allem praktisch sein, wenn man beide Hände voll hat und einen Anruf entgegen nehmen möchte. Viele Smartwatches lassen sich einfach über Sprachbefehle steuern. So können Anrufe getätigt, Nachrichten diktiert und andere Funktionen einfach gesteuert werden. Die meisten gängigen Smartwatches unterstützen alle populären Messenger und den Zugriff auf E-Mails

Smartwatches und persönliche Daten

Obwohl die Erhebung der Gesundheitsdaten wie Herzfunktion, Schlafrhythmus und Bewegungsgewohnheiten jede Menge Vorteile mit sich bringen kann, sollte man darauf achten, dass die persönlichen Daten ausreichend geschützt sind und nicht einfach für zugänglich sind.

An vielen Universitäten ist das Tragen einer Smartwatch zu Prüfungen untersagt. Ebenso wie das Tragen in manchen Casinos, da Betrugsversuche befürchtet werden.

Straßenverkehr mit Smartwatch

Im Straßenverkehr gelten besondere Regeln für den Umgang mit technischen Geräten am Steuer. Geregelt ist dieser Umgang im Paragraph 23 Absatz 1a und 1b der Straßenverkehrsordnung unter dem Stichpunkt „Sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden“, welcher im Jahr 2017 geändert und an moderne Geräte angepasst wurde. Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen oder zu dienen bestimmt sind, dürfen nur genutzt werden, wenn sie zu ihrer Nutzung nicht aufgenommen werden müssen. Die Nutzung ist dann erlaubt, wenn sie über eine Sprachsteuerung verfügen und ohne Blickkontakt bedient werden können oder wenn nur „eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitig entsprechender Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist.“ Die Nutzung von Smartwatches wie auch von Smartphones in einem Fahrzeug mit eingeschalteter Zündung ist dem Fahrer also untersagt.

Smartwatch als praktisches Gadget

Wie der letzte Abschnitt zeigt, gibt es bei der Nutzung von Smartwatches einige Dinge zu beachten, vor allem im Straßenverkehr. Die Angst um die persönlichen Daten könnte ein Grund sein, warum Smartwatches in Deutschland nicht ganz so populär sind wie anderswo auf der Welt. Letztendlich bieten die Geräte aber neben dem Fakt, dass sie die Uhrzeit anzeigen können, einige praktische Funktionen. Vor allem die Sturzfunktion oder die Funktion Herzunregelmäßigkeiten zu erkennen und den Gang zum Arzt vorzuschlagen oder im schlimmsten Fall direkt einen Notruf abzusetzen, können Leben retten. Hinzu kommen praktische Funktionen bei der Kommunikation und sportlichen Aktivitäten, die eine Smartwatch zu einem praktischen Gadget machen.