Von 1G bis 5G: Die Entwicklung des Mobilfunks in Deutschland

Am 19. März 2019 wurde die 5G-Auktion durch die Bundesnetzagentur gestartet. Versteigert werden Lizenzen für das Mobilfunknetz von morgen, auf die neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica auch 1&1 Drillisch mitbietet. 5G steht für die mittlerweile fünfte Generation des Mobilfunkstandards, der Geschwindigkeiten von bis zu 10.000 Mbit/s bringt. In diesem Artikel fassen wir die Entwicklung zusammen, die der Mobilfunk bei uns in Deutschland genommen hat. Wie hat alles angefangen?

Entwicklung von 1G bis 5G

Entwicklung Mobilfunk bis 5G

Die erste Generation „1G“ – es funkt

Das erste flächendeckende Mobilfunknetz gab es in Deutschland ab 1958. Es wurde noch analog gefunkt in allen drei Entwicklungsstufen: im A-, B- und C-Netz. Im A-Netz mussten die Gespräche 1958 noch von Hand vermittelt werden. Nutzer konnten also den Gesprächspartner nicht direkt anrufen, da es noch keine Mobilfunknummern gab. Verließ der Anrufer während des Telefonats die Funkzelle, wurde das Gespräch abgebrochen. Im Jahr 1972 wurde dann das B-Netz in Betrieb genommen. Beim B-Netz handelte es sich um das erste Selbstwahlnetz. Nutzer hatten damit die Möglichkeit, die Gesprächspartner direkt anzurufen. Das C-Netz, das ab 1985 zu Verfügung stand, war das erste Mobilfunknetz, das auch von einer breiteren Öffentlichkeit genutzt werden konnte. Im A- und B-Netz waren sowohl die Kosten für die Geräte als auch die Gebühren so hoch, dass sie sich nur wenige leisten konnten.

Die zweite Generation „2G“ – es wurde digital

Das 2G-Netz war das erste digitale Mobilfunknetz und wurde 1992 in Betrieb genommen. Es besteht bis heute und ist fast flächendeckend verfügbar. Die Technik hinter 2G nennt sich GSM, die Abkürzung für Global System for Mobile Communication. GSM wird hauptsächlich für Anrufe und SMS genutzt, aber auch zur Datenübertragung. Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt maximal 9,6 Kbit/s im Download. Im Jahr 2001 folgte die Übertragungstechnik GPRS (General Packet Radio Service). Der Vorteil: Daten werden in kleinere Pakete unterteilt, was eine Übertragungsrate von bis zu 54 Kbit/s ermöglicht. 2006 wurde es dann noch einmal schneller, EDGE sei Dank. Diese Abkürzung steht für die Übertragungstechnik „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, die Daten effizienter übermittelt als GPRS und Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 0,25 Mbit/s bietet. Der GSM-Standard nutzt vier Frequenzen für den Mobilfunk: 850, 900, 1800 und 1900 MHz. In Deutschland ist GSM 900 und GSM 1800 verbreitet. Die anderen Standards sind vor allem im Ausland üblich. So war es mit einem deutschen Dualband-Handy, das nur die beiden hierzulande gängigen Frequenzen unterstützt, zum Beispiel nicht möglich, im USA-Urlaub eine amerikanische SIM-Karte zu nutzen.

Die dritte Generation „3G“ – endlich mobil surfen

mit 5G surfen2004 startete die dritte Mobilfunkgeneration in Deutschland. Die Technik dahinter nennt sich UMTS, die Kurzform für „Universal Mobile Telecommunications System“. Mit dieser Technik wurde der Grundstein für mobiles Surfen im Internet gelegt. Dank der größeren Bandbreite sind wesentlich höhere Datenübertragungsraten möglich (348 Kbit/s). Auf Grund der hohen Nachfrage und dem rasanten Anstieg an internetfähigen Mobilgeräten wurde das 3G-Netz weiterentwickelt: Mit HSPA und HSPA+, was für „High Speed Packet Access“ steht, stiegen die Datenübertragungsraten weiter: 7,2 Mbit/s bzw. 42,20 Mbit/s. Die Nutzung des mobilen Internets hatte mit UMTS den Weg aus der Nische gefunden, unter anderem auch dank einfach zu bedienender Smartphones. Das Checken von sozialen Netzwerken oder die Nutzung sehr datenintensiver Anwendungen wie YouTube waren kein Problem mehr.

Die vierte Generation „4G“ – weltweit einheitlich

Der 2006 in Honkong erstmals präsentierte Mobilfunkstandard 4G, bei vielen Anwendern heute unter der Bezeichnung LTE (Long Term Evolution) bekannt, wurde 2010 in Deutschland eingeführt. Eine Besonderheit: LTE ist der erste weltweit einheitliche Mobilfunkstandard. Er zeichnet sich darüber hinaus durch eine Mehrantennentechnik und eine bessere Aufteilung der Funkzellen aus. Dadurch können deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten erreicht werden. Im ersten Ausbauschritt waren das bis zu 150 Mbit/s. Mit „LTE-Advanced“ erreichen Endgeräte heute sogar Downloadgeschwindigkeit von bis zu 500 Megabit pro Sekunde.

Die fünfte Generation „5G“ – das Netz der Zukunft 5G Netz der Zukunft

Auch wenn 4G bei uns in Deutschland noch nicht flächendeckend verfügbar ist, steht die nächste Mobilfunkgeneration bereits in den Startlöchern. 5G wird bis zu 100-mal schneller sein als das heutige LTE. Downloads mit einer Geschwindigkeit von 10 Gigabit pro Sekunde sind dann möglich. Der 5G-Ausbau ist die Grundvoraussetzung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, denn die neue Mobilfunkgeneration bildet die Basis eines neuen wirtschaftlichen Ökosystems. Ein schneller 5G-Ausbau führt dazu, dass sich innovative Dienste in Zukunft auch in Deutschland entwickeln und massenmarktfähig werden können. Anwendungen etwa aus den Bereichen Virtual Reality oder Augmented Reality benötigen hohe Datenraten und eine große Kapazität. Steht heute noch in erster Linie die Vernetzung der Menschen im Fokus, wird es zukünftig um die Vernetzung von Dingen und Maschinen gehen: Das Internet of Things entsteht. Begriffe wie Industrie 4.0 und Machine-to-Machine-Kommunikation beschreiben die Vernetzung von Maschinen und Geräten aller Art. Damit sind industrielle Anwendungen gemeint, genauso wie die Vernetzung vieler Haushaltsgeräte aus dem persönlichen Alltag wie Kühlschränke, Haustechnik oder Alltagsgegenstände wie Sportschuhe.

 

0 Kommentare0

Dein Kommentar

(Wenn Sie eine Frage zu Ihrem Vertrag haben oder eine Störung melden möchten, helfen Ihnen unsere Service-Mitarbeiter gerne weiter. Hier finden Sie unsere Kontaktkanäle.)