Time of Flight- und Periskop-Kamera – Das steckt hinter den Kameras des Huawei P30 Pro

Die Flaggschiffe aus der P-Serie von Huawei sind vor allem für ihre Kameras bekannt. Mit dem P30 Pro, welches dieses Jahr veröffentlicht wurde, sind gleich zwei der vier Sensoren auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. In diesem Beitrag erklären wir, was genau eine Time of Flight- und eine Periskop-Kamera ist und warum sie im Huawei P30 Pro verbaut werden.

Die neue Leica Quad-Kamera

Huawei setzt beim P30 Pro erstmals auf vier Kamera-Sensoren: der Hauptsensor bietet 40 Megapixel, hat jedoch ein neues Farbspektrum spendiert bekommen. Mit RYYB statt RGGB werden grüne durch gelbe Sub-Pixel ersetzt, wodurch bis zu 40 Prozent mehr Licht eingefangen werden sollen.

Der zweite Sensor bietet 20 Megapixel, eine f/2.2 Blende und kommt mit einer Ultraweitwinkel-Linse daher, die mehr Raum einfangen kann. Der dritte Sensor setzt auf eine sogenannte Periskop-Linse, bei der das Licht von einem Prisma um 90 Grad umgelenkt wird und erst nach fünf Linsen auf den 8-Megapixel-Sensor trifft. Durch diesen Kniff kann Huawei einen fünffach optischen Zoom, einen 10-fachen Hybrid-Zoom und bis zu 50-fach Digital-Zoom realisieren.

Vervollständigt wird die Quad-Kamera von einem „ToF“-Sensor, der mit dem „Time of Flight“-Prinzip arbeitet und den Abstand zu Objekten messen kann. Durch diese Tiefeninformationen kann der Vordergrund bei Porträt-Aufnahmen genauer vom Hintergrund getrennt werden.

Die vier Sensoren bieten eine optische Bildstabilisierung (OIS) sowie eine softwareseitige AI-Stabilisierung (AIS). Fokussiert wird über einen Laserfokus, einen Phasenfokus (PDAF) sowie einen Kontrastfokus. Selfies können mit der 32-Megapixel-Frontkamera geknipst werden.

Einen ausführlichen Test zum Huawei P30 Pro und jede Menge P30 (Pro) Tipps und Tricks gibt’s auch hier im 1&1 Blog.

Time of Flight-Kamera

Diese Technik hat ihren Ursprung in der Erstellung von 3D-Aufnahmen, aber auch in anderen Bereichen wie der Abstandsmessung bei Fahrzeugen. Die Time of Flight- oder auch ToF-Kamera sammelt Tiefeninformationen in einer Szene. Mittels eines Lichtimpulses kann sie Entfernungen von Objekten zur Kamera bestimmen und so nötige Tiefeninformationen liefern. Der Sensor sendet einen Lichtimpuls und misst die Zeit, die der Lichtimpuls benötigt, um wieder zurück zur Kamera zu gelangen. Der Infrarot-Lichtimpuls kann dadurch den Autofokus bei schwachem Licht unterstützen. So kann das Smartphone auch bei wenig Licht Fotos mit Bokeh-Effekt aufnehmen. Außerdem kann das Smartphone mittels dieses Kamerasensors Gesten besser erkennen, was vor allem bei Augumented Realtity Anwendungen (AR) zum Tragen kommt. Erstmals wurde diese Technik von Microsoft für die Konsole Xbox 360 und den dazugehörigen Kinect 2 System für interaktive Spiele verwendet.

Periskop-Kamera

Die Technik des Periskops ist schon relativ alt. Periskope werden vor allem in U-Booten verbaut, um von unter Wasser auf die Wasseroberfläche schauen zu können. Mittels zweier Spiegel kann man sozusagen um die Ecke schauen. Zwar ist Huawei nicht der erste Hersteller, der ein Periskop in ein Smartphone verbaut, aber der erste, der es serienreif in das Hauptkamerasetup integriert hat. Das Periskop dient dazu eine Zoomlinse um 90° gedreht in das Smartphone integrieren zu können und somit einen 5-fachen optischen Zoom zu realisieren, ohne dass die Linse weit aus dem Smartphone herausragt.

 

 

Weiter Infos zum P30 Pro gibt’s auch hier im Video:

 

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