Sharing Economy – Das sind die neuesten Trends für urbane Mobilität

Sharing Economy oder auch Shareconomy ist ein Begriff, der immer häufiger auftaucht. Er umfasst viele Gebiete wie Wohnraum, Landwirtschaft, Software oder auch Mobilität. Reduziert bedeutet der Begriff das gemeinschaftliche Nutzen von Gütern. In diesem Beitrag geht es um die Angebote im Bereich der Mobilität beziehungsweise der Fortbewegung vor allem im städtischen Raum. Wir zeigen, welche Dienstleister und Apps es gibt, um auch ohne ein eigenes Fahrzeug von A nach B zu kommen.

Alternativen zum eigenen Auto

Das Auto ist in Deutschland nach wie vor das Fortbewegungsmittel Nummer eins. Doch Fahrverbote für Diesel, Staus, Parkplatzengpässe und nicht zuletzt der Kostenpunkt sorgen immer mehr für Frust statt Fahrspaß. So ist es nicht verwunderlich, dass Carsharing immer beliebter wird. Der Markt für Mobilitätsdienstleitungen wird laut der Unternehmensberatung PwC allein in Europa auf knapp 400 Milliarden Euro im Jahr 2030 geschätzt.

Alle Auto-Dienste gebündelt: Ansatz ShareNow

Jüngst haben sich die zwei größten Carsharing-Dienste in Deutschland, Car2Go und DriveNow zusammengetan, um ein noch umfassenderes Angebot schaffen zu können. Nun investieren sie gemeinsam eine Milliarde Euro in den gemeinsamen Mobilitätsdienst „ShareNow” mit Sitz in Berlin. Um das Angebot zu erweitern sind neben den reinen Carsharing-Angeboten auch noch andere Dienste wie MyTaxi, Clevertaxi, Beat, Chauffeur Privé, die Parkplatzdienste ParkNow bzw. Parkmobil, Ladedienste für Elektroautos ChargeNow und Digital Charging Solutions sowie die Buchungsplattformen Moovel und ReachNow hinzugekommen. Der neue Dienst ShareNow umfasst so Lösungen für alle Bereiche. Die Zusammenfassung der oben genannten Dienste nennen sich ReachNow, ChargeNow, ParkNow und FreeNow und werden alle in der neuen App ShareNow zusammengefasst. Bisher laufen die Buchungen noch über die Apps von Car2Go und DriveNow. Insgesamt stehen den Nutzern über 20.000 Fahrzeuge in über 30 Städten weltweit zur Verfügung, von denen über 3.200 rein elektrisch fahren, Tendenz steigend. Der Start der gemeinsamen App steht noch aus.

Sixt, Deutsche Bahn und privates Verleihen

Auch der größte deutsche Autovermieter Sixt, welcher zuvor an DriveNow beteiligt war, setzt mit Sixt One auf eine eigene neue Plattform, welche sich auch nicht nur auf Deutschland beschränkt. Hierbei bietet die App alle Sixt-Angebote für individuelle Mobilität in den Bereichen Autovermietung, Carsharing und Fahrdienste. Zusätzlich integriert die App auch Services von Partnern im Bereich Ride-Hailing und Taxi – ohne, dass Nutzer die App verlassen müssen. Dank des Sixt-Netzwerks ist eine Nutzung der Fahrzeuge über Städtegrenzen hinweg möglich, da die Fahrzeuge an den Sixt-Stützpunkten und auch sonst in der Stadt, wo sie ausgeliehen wurden, überall abgestellt werden können.

Das Angebot der Deutschen Bahn, Flinkster, ist dahingegen ein standortgebundenes Modell. An den meisten Bahnhöfen gibt es Stellflächen für die Carsharing-Flotte der Deutschen Bahn. Über die App lässt sich einfach der nächste Standort finden und auch direkt ein dort verfügbares Fahrzeug reservieren.

Es gibt aber auch andere Konzepte wie zum Beispiel Drivy. Hier stellen Privatpersonen ihr Fahrzeug für andere Menschen zur Verfügung, wenn sie es nicht brauchen. Die Fahrzeuge sind einfach über die App zu finden und zu buchen.

Sharing Apps: Roller und demnächst auch E-Scooter

In einigen deutschen Städten ist es mittlerweile auch möglich (E-)Roller zu mieten. Die kleinen wendigen Roller sind ideal, um Strecken innerhalb der Stadt schnell zurückzulegen. Die Roller können überall abgestellt werden und sind über die entsprechende App schnell aufzufinden. Über das Aufladen der Roller muss der Nutzer sich keine Gedanken machen. Ist der Akku leer, wird er vom Kundendienst am Standort des Rollers ausgetauscht. Voll geladen haben die Fahrzeuge eine Reichweite von gut 100 Kilometern. Einen eigenen Helm braucht man zur Nutzung nicht, da die Fahrzeuge einen Helm und Hygienhauben im Helmfach haben, deren Nutzung in der Miete inbegriffen ist. Derzeit sind in Deutschland folgende Anbieter mit ihren Apps und Rollern vertreten: Emmy in Berlin, Coup in Berlin, Eddy in Düsseldorf, Evo in Oberhausen und Stella Stuttgart. Viele deutsche Start-Up Unternehmen stehen bereits in den Startlöchern und bereiten sich auf eine Zulassung von E-Scootern im deutschen Straßenverkehr vor. Sie wollen etwa E-Scooter-Sharing per App anbieten, wie es bereits in anderen Ländern angeboten wird.

Den Klassiker Fahrrad mieten statt besitzen

In jeder größeren Stadt gibt es klassischerweise auch die Möglichkeit Fahrräder zu mieten. Gerade in den Städten werden Fahrräder mehr und mehr zum Statussymbol. Doch dies hat auch eine Schattenseite, die Zahl der Fahrraddiebstähle wächst und die Aufklärungsquote ist gering. Wer in der Stadt mit dem Fahrrad nur eben von A nach B möchte, trifft hier mit einem Mietfahrrad eine kluge Wahl. Die Fahrräder können mit der App des Anbieters aktiviert werden und können an der Zielstation einfach abgeschlossen abgestellt werden. Hier begegnet man der größten Anzahl von Anbietern, wie Nextbike, Call a Bike, Ofo, Mobike, Freie Lastenräder, Lime Bike, Byke oder Flexbee. Einige der Anbieter sind in mehreren Städten zu finden. Jeder der Anbieter betreibt eine eigene App. Übrigens zählt das Fahrradverleihsystem in China zu den vier großen Erfindungen der Neuzeit.

Shareconmy: Wohin geht der Trend?

Gerade im Automobilsektor ist die Auswahl groß, neben den oben genannten gibt es noch viele andere Anbieter wie beispielweise Stadtmobil, Greenwheel, Cambio oder E-Wald. Diese sind meist lokal vertreten und haben sich auf die Anforderungen der Region spezialisiert oder zeichnen sich im Fall von E-Wald dadurch aus, dass sie nur Elektrofahrzeuge vermieten. Generell wird vermutet, dass der Trend in den nächsten Jahren immer mehr zu einheitlichen Lösungen führen wird, die alle genannten Gebiete inklusive dem öffentlichen Nahverkehr in einer App bündeln.

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