Smartphone entsperren per Fingerabdruck, Face ID und Iris-Scanner

Iris

Das Entsperren eines Smartphones mittels Biometrie ist vor allem bequem und schnell. Aber wer speichert die Daten und wie sicher sind die Methoden? In diesem Beitrag vergleichen wir die unterschiedlichen Varianten und zeigen, welche Vorteile sie mit sich bringen und wo die Probleme liegen.

Der Fingerabdrucksensor

Apple führte mit dem iPhone 5s im Jahr 2013 den Fingerabdrucksensor als erste biometrische Entsperrmethode in Serie ein. Android unterstützt dieses Feature offiziell erst seit Android 6.0 Marshmallow in 2015. Es gibt drei verschiedene Arten von Fingerabdrucksensoren, die in Smartphones verbaut werden: Optische, kapazitive und Ultraschallsensoren. Optische Sensoren waren zu Beginn bei Android-Geräten am weitesten verbreitet. Sie bergen allerdings ein Risiko, da ein hoch auflösendes Foto des Fingerabdrucks genügen kann, um ihn zu entsperren. Kapazitive Sensoren sind derzeit am gängigsten, sie ermitteln den Fingerabdruck mittels elektrischer Impulse. Ultraschallsensoren sind auf dem Markt noch nicht sonderlich weit verbreitet, stellen aber eine zukunftssichere Variante dar, da diese den ganzen Finger scannen und nicht bloß Teile.

Fingerandrucksensoren arbeiten schnell, sofern die Finger sauber und trocken sind und unabhängig von Lichtverhältnissen. Ihre Fehlerquote ist gering und nur die alten einfachen Sensoren lassen sich möglicherweise austricksen.

Die Gesichtserkennung

iPhoneXSeit 2011 gibt es die Gesichtserkennung bei Smartphones. Android war das erste Betriebssystem, welches das Entsperren des Smartphones mit dem Gesicht ermöglichte. iOS zog erst im letzten Jahr mit dem iPhone X und Face ID nach: Wo bisher die Frontkamera lediglich ein 2D-Bild aufnahm, so erstellt Face ID ein täuschungssichereres 3D-Abbild des Gesichts. Allein bei eineiigen Zwillingen konnte das System nicht überzeugen und auch Gesichtsmasken aus dem 3D-Drucker konnten Face ID überlisten. Apple schaffte mit der Face ID beim iPhone X den Fingerabdrucksensor komplett ab. Dadurch vergrößerte sich das Interesse der Nutzer an der Gesichtserkennung.

Die Gesichtserkennung ist in der Regel weniger zuverlässig als ein Fingerabdrucksensor, da sie bei schwachem Licht nur schlecht funktioniert und somit im Alltag weniger praktisch ist.

Iris Scan

SamsungGalaxyS8Plus_IrisscannerDas erste Smartphone mit Iris Scanner kam bereits 2015 von Microsoft und Nokia in Deutschland auf den Markt. Samsung zog in Deutschland erst mit den Modellen Galaxy S8 und S8+ im Jahr 2017 nach, nachdem die Note7-Reihe hierzulande nicht vermarktet wurde. Je nach Modell nimmt eine spezielle Iriskamera oder die normale Frontkamera ein Bild des Auges auf. Dank einer Infrarotbeleuchtung funktioniert diese Methode auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Kamera erfasst die Textur der Iris, wobei die Augenfarbe keine Rolle spielt und wandelt diese in einen Code um. Aber auch der Iris Scanner lässt sich überlisten. Ein Foto des Auges, welches hinter eine Kontaktlinse gehalten wird, kann den Scanner überlisten. Wichtig jedoch ist hierzu die Kontaktlinse, da der Scanner die Linsenkrümmung berücksichtigt. Für Brillenträger ist der Iris Scanner keine praktikable Lösung, die Brille muss jedes Mal abgenommen werden.

Sprachbefehl

Das Entsperren mittels Sprachbefehl ist von allen vorgestellten die komfortabelste, aber auch die unsicherste. Ein einfaches „OK, Google“ reicht, um das Smartphone zu entsperren, ohne es überhaupt in die Hand zu nehmen. Leider funktioniert der Sprachbefehl auch mit ähnlichen Stimmen oder Aufnahmen. Somit ist diese Methode eher nicht zu empfehlen.

Fazit

Biometrische Entsperrmethoden sind populärer denn je und nicht mehr so unsicher wie noch vor ein paar Jahren. Aber dennoch ist Vorsicht geboten: denn die biometrischen Daten gewähren dem Nutzer nicht zur Zugang zu ihrem Smartphone, sondern auch Bankgeschäfte und andere sensible Aktionen lassen sich mit ihnen durchführen. Wenn es nur um die Benutzerfreundlichkeit gehen würde, wären sie ganz weit vorne. Sie sind recht zuverlässig und können nicht vergessen werden. Sind sie aber einmal geknackt, ist der Schaden groß. Biometrische Entsperrmethoden können das Leben vereinfachen, jedoch sollte man die Risiken immer im Hinterkopf haben und sie auf keinen Fall als einzige Sicherung verwenden.

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