Gadget-Killer: Wie das Smartphone die Kompaktkamera verdrängt

Noch im Jahr 2010 wurden in Deutschland mehr Digitalkameras als Smartphones verkauft. Schaut man sich heute um, sieht man kaum noch Menschen mit diesen Kameras fotografieren. Stattdessen werden immer mehr Bilder mit dem Smartphone gemacht. Die Smartphone-Fotografie ist im Jahr 2018 sogar so populär, dass Huawei in diesem Jahr als erster Smartphonehersteller auf der Fotomesse Photokina ausstellt.

Rückblick

Im Jahr 2015 kamen auf jede verkaufte Digitalkamera bereits sechs verkaufte Smartphones, Tendenz steigend. Der Fotograf Chase Jarvis veröffentlichte ein Buch mit dem Titel: „The best camera ist the one thats with you“, also die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Genau das dürfte auch den Siegeszug der Smartphones im Bereich der Alltagsfotografie erklären. Das Smartphone ist ohnehin schon in der Hosentasche. Warum also noch ein zusätzliches Gerät mitnehmen? Klar war vor allem zu Beginn die Qualität der Digitalkameras noch deutlich überlegen. Und trotzdem nahm die Anzahl der Bilder, die mit dem Smartphone geschossen wurden konstant zu. Die Smartphone-Hersteller haben das Potenzial dahinter erkannt und entwickeln die Kameras ihrer Smartphones laufend weiter.

Darüber sprechen auch die Blogger Lars, Marcel und Johannes mit Fabian Nappenbach, Product Marketing Europa bei HTC und Street-Fotograf Sebastian Spasic in der 1&1 Blogger WG:

Gegenwart:

Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, geht es in diesem Beitrag nicht um Kameras aus dem Profibereich. Also hochwertige System- oder Spiegelreflexkameras, die sowieso nur selten im Gelegenheitsbereich zum Einsatz kommen und auch nicht besonders handlich sind. Diese Geräte lassen sich nur schwer mit einem Smartphone vergleichen. Sondern es geht um kompakte Digitalkameras, die nur kaum größer sind als ein Smartphone und somit rein theoretisch auch einfach überall mit hingenommen werden können.

In einigen Disziplinen haben kompakte Digitalkameras noch deutlich die Nase vorn. So zum Beispiel beim Zoom, der Tiefen(un)schärfe und der Blende. Einen optischen Zoom gab es bei Smartphones bis vor Kurzem überhaupt nicht. Mittlerweile sind aber auch hier zumindest geringe Vergrößerungen möglich. Zum Beispiel bietet das Huawei P20 Pro einen Fünffach-Zoom, wovon drei Zoomstufen optisch sind.

Der so genannte Bokeh-Effekt, also das Spielen mit der Tiefenschärfe oder eben –Unschärfe ist bei Smartphones nicht auf Grund der Hardware, sondern mittels Software möglich. Ebenso gibt es mit dem Samsung Galaxy S9 und dem Samsung Galaxy S9+ mittlerweile ein Smartphone, dessen Optik über eine variable Blende verfügt.

Auch die Sensoren der Smartphones sind kleiner als die der Digitalkameras. Aber die Smartphones holen von Generation zu Generation auf. Hier ein Beispiel, wie sich die Kamera vom Huawei P9 zum Huawei P20 entwickelt hat. An den Punkten, an denen die Smartphones im Hinblick auf  Hardware und Technik an ihre Grenzen stoßen, trumpfen sie durch ihre Software auf. Zwar bringt diese Entwicklung (noch)nicht die gleichen hochwertigen Ergebnisse, scheint aber wenn man sich die Entwicklung anschaut, nah genug heranzukommen.

Fazit: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat …

… und das Smartphone hat man immer dabei. Außerdem bieten Smartphones noch weitere Vorteile: Zum Beispiel kann man die Fotos direkt auf dem Gerät bearbeiten und oder mit Freunden teilen. Auch die Vielzahl der Apps und die Option Fotos mit GPS-Tags zu versehen, die erst bei Digitalkameras der höheren Preisklasse verfügbar ist, sprechen für das Smartphone. Diese Punkte scheinen für die Nutzer so relevant zu sein, dass die meisten auf die Frage: Digitalkamera oder Smartphone? „Smartphone“ antworten und das nicht erst im Jahr 2018.

 

Quellen:

https://de.statista.com/infografik/5892/wie-im-alltag-fotos-gemacht-werden/

https://www.huaweiblog.de/news/huawei-auf-der-photokina-erstesmal/

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