Die Corona-Krise hat den Trend zu Mobile Payment per Smartphone oder Smartwatch beschleunigt. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie versuchen viele Menschen auf Zahlungen mit Bargeld zu verzichten. 79 Prozent der Befragten würden stattdessen lieber mit Karte, Smartphone oder einem anderen Mobile Device bezahlen. Doch wie funktioniert Mobile Payment eigentlich und welche passenden Diensteanbieter gibt es dafür? Antworten auf diese Fragen liefert der folgende Beitrag.

Wie funktioniert Mobile Payment?

 

Das Bezahlen mit dem Handy oder der smarten Uhr spart nicht nur Zeit, sondern ist in jedem Fall hygienischer als das Bezahlen mit Bargeld. Die meisten Einzelhandelsketten haben ihre Bezahl-Terminals bereits auf den sogenannten EMV-Kontaktlos-Standard umgerüstet, der auch NFC-Payment-Apps unterstützt. VISA und Mastercard haben angekündigt, dass Kunden bis 2020 überall in Europa kontaktlos mit Karte oder Smartphone zahlen können.

 

NFC (Near Field Communication) ist der gängige Standard für das mobile Bezahlen. Der Vorteil dieser Übertragungstechnik ist, dass Daten zwar kontaktlos, aber nur über kurze Entfernungen ausgetauscht werden können. So bleibt der Datenaustausch sicher gegen Zugriffe von außen. Für das Übertragen von Daten benötigt man lediglich zwei NFC-taugliche Geräte, wie ein Smartphone bzw. eine Smartwatch und ein Kassensystem.

 

 

Der Käufer hält sein Mobile Device mit der passenden App einfach in die Nähe des Kassengeräts und schon werden die Daten zum Bezahlen automatisch und verschlüsselt übermittelt. Der entsprechende Geldbetrag wird anschließend von dem verknüpften Konto abgebucht. Kleinere Beträge können meistens ohne zusätzliche Sicherheitsabfrage ausgeführt werden. Bei größeren Summen ist hingegen – aus Sicherheitsgründen – oft eine PIN-Eingabe, eine Fingerabdruck-Bestätigung oder eine andere Identifikationsmethode notwendig.

 

Eine weitere Methode ist das Bezahlen mit QR-Bezahlcode. Über die App wird ein Strichcode erstellt, der an der Kasse eingescannt wird. Das Kassensystem entschlüsselt darüber die Zahlungsdaten und bucht den fälligen Betrag ab. Dieses Verfahren ist im Vergleich zum NFC-Verfahren langsamer und weniger praktisch, da eine stabile Internetverbindung nötig ist.

Voraussetzungen für Mobile Payment:

  • Ein NFC-fähiges Smartphone bzw. eine mit dem Handy verbundene Smartwatch
  • Die Installation einer Mobile Payment-App
  • Ein NFC Kassensystem im Geschäft

Mobile Payment Apps

Google Pay

 

Quelle: Google

Mit Google Pay können Android-User in Geschäften, in Apps oder in Webshops Einkäufe bezahlen. Beim ersten Starten der App müssen Sie die Nummer Ihrer Debit- oder Kreditkarte beispielsweise von comdirect, der Commerzbank oder N26 zu Google Pay hinzufügen. Sollte Ihre Hausbank Google Pay nicht unterstützen, können Sie beispielsweise auch Ihr PayPal-Konto als Zahlungsmethode in der App hinterlegen.

 

Anschließend können Sie in Millionen von Geschäften weltweit bezahlen: Einfach das Android-Handy an das NFC-Lesegerät halten und schon können Sie Beträge bis zu 25 Euro schnell und bequem mobil begleichen. Bei größeren Summen gibt es einen zusätzlichen Sicherheitsmechanismus: Sie müssen Ihr Smartphone kurz entsperren, bevor der Bezahlvorgang startet – die Google Pay-App müssen Sie dafür nicht extra öffnen. Der Bezahldienst von Google Pay ist zum Schutz der persönlichen Daten mit modernen Sicherheitsfunktionen ausgestattet, sodass beim Zahlvorgang lediglich eine verschlüsselte Nummer an den Händler übertragen wird.

Apple Pay

 

Bereits seit 2014 gibt es Apple Pay, rund vier Jahre mussten deutsche Apple-Fans warten, bis der Bezahldienst auch hierzulande verfügbar war. Zur Nutzung müssen Sie Ihre Bankkarten zunächst über das Plussymbol in der Wallet-App Ihres iPhones oder iPads hinzufügen, bevor Sie anschließend mobil bezahlen können. Nachdem die Ersteinrichtung abgeschlossen ist, können Sie zum Beispiel auch Ihre Apple Watch zum Bezahlen verwenden.

 

An der Kasse brauchen Sie zur Zahlung keine Codes oder Passwörter, die Zwei-Faktor-Authentifizierung erfolgt durch Face ID und Touch ID – also über Apples Gesichtserkennungstechnologie oder per Fingerabdruck-Scan. Apple sendet dem Kassensystem dann via NFC die verschlüsselten Daten der hinterlegten Bankkarte. Apple Pay ist auf Apple Watches, auf allen iPhone-Modellen mit Face ID und Touch ID sowie auf einigen iPad- und Mac-Modellen mit den wichtigsten Bankkarten wie VISA, Mastercard, GiroCard, American Express u. v. m. verfügbar.

Samsung Pay

 

Quelle: Samsung

Seit Oktober 2020 bietet auch Samsung eine schnelle, einfache und sichere Möglichkeit an, mit dem Smartphone zu bezahlen. Nachdem Interessenten die Samsung Pay App heruntergeladen haben, müssen sie sich zunächst registrieren und ihr Hausbankkonto mit Samsung Pay verknüpfen. Nach der erfolgreichen Überprüfung der Identität des Kontoinhabers bekommt dieser eine virtuelle Debitkarte von VISA auf dem Android-Smartphone angezeigt – fertig ist die Einrichtung von Samsung Pay. Anschließend sind Zahlungen überall dort möglich, wo Händler VISA bereits kontaktlos akzeptieren.

 

Zahlungen können mit Samsung Pay einfach und intuitiv getätigt werden: Wischen Sie über den Sperr- oder Startbildschirm Ihres Smartphones, um Samsung Pay zu öffnen. Die Authentifizierung erfolgt dann per PIN, Fingerabdruck- oder Iris-Scan. Im letzten Schritt werden die verschlüsselten Bezahlinformationen per NFC an das Kartenlesegerät übermittelt und schon ist der offene Betrag beglichen. Nachdem Samsung Pay zunächst nur für Handys verfügbar war, ist das kontaktlose Bezahlen mit der App ab März 2021 auch mit kompatiblen Smartwatches möglich.

PayPal

 

Quelle: PayPal

Mit der PayPal-App hat man sein Online-Konto immer auf dem Smartphone mit dabei. Wenn Sie eine Zahlung tätigen, erhalten Sie direkt eine Benachrichtigung und haben Ihren Kontostand so stets im Blick. PayPal wird mittlerweile nicht mehr nur in Online-Shops oder von Lieferdiensten akzeptiert. Einige Cafés, Restaurants und andere Läden akzeptieren PayPal auch schon als Zahlungsmethode. Dafür öffnen Sie einfach die App, wählen „Scannen/Zahlen“ aus, scannen den PayPal QR-Code des Händlers, geben den Betrag ein und klicken auf „Senden“ – schon ist das Geld unterwegs. Mehr zum Thema PayPal erfahren Sie hier.