Wer erinnert sich noch? Von Internetleichen und vergessenen Diensten

Irgendwann in der Geschichte der Menschheit zwischen Rauchzeichen und WhatsApp gab es eine Zeit, in der man sich zum Chatten verabredete: gemeint sind Instantmessenger wie ICQ oder MSN. Hier war nur erreichbar, wer gerade vor dem Computer saß und mit dem Internet verbunden war. In dieser Zeit war es wichtiger seine ICQ-Nummer auswendig zu kennen als seine Handynummer. Neben der Möglichkeit sich Nachrichten zu schreiben, bot gerade ICQ auch noch die Möglichkeit gegen seine Freunde Pool, Slide A Lama und andere Spiele zu spielen. Ganz unter dem Motto „Throwback Thursday” haben wir hier einie Kuriositäten zusammengetragen. Wer erinnert sich noch?

Und hier noch einmal zum Nachhören: Der typische ICQ-Ton

Warum vor allem viele ältere Menschen Twitter nutzen? Die SMS

Wer mit der SMS technisch aufgewachsen ist, hat mit der Zeichenbegrenzung des Kurznachrichtendienstes Twitter keine Probleme. Im Hinterkopf sitzt immer noch die Angst, dass ab dem 161. Zeichen auf einmal zwei SMS statt einer auf der Rechnung stehen. Und somit musste man kreativ werden. Abkürzungen mussten her, um viel Inhalt in möglichst wenig Text zu verpacken. So wurden einige Nachrichten zu kryptischen Buchstabenansammlungen. Und da man auch keine Bilder verschicken konnte, musste man auch hier kreativ werden.

Kannst du mal bitte aus dem Internet gehen, ich muss telefonieren!

Dieser Satz klingt für Kinder der heutigen Zeit wie eine Utopie oder ein Alptraum. Jedoch war er einst bittere Realität: Bis ISDN (Integrated Services Digital Network) -Anlagen erschwinglich wurden, was ungefähr um die Jahrtausendwende der Fall war, war es nur möglich ein Gerät zu verbinden – also entweder Telefon oder Computer. Das Einwahlgeräusch eines 56K Modems wird einem eher positiv in Erinnerung geblieben sein. Die extrem langen Ladezeiten, der damals noch sehr einfach gestrickten Internetseiten wohl eher negativ. Und das, wo eine Stunde Internet damals zwischen drei und sechs Mark kostete, je nach Anbieter.

Flatrate: Fehlanzeige

Erst im Jahr 2004 kamen in Deutschland die ersten Telefonflatrates auf den Markt. Bis dahin wurden Gespräche nach Minuten abgerechnet und das auch nicht einheitlich. Untergliedert wurden die Telefonate in Tarifgruppen nach Entfernungen. Ortsgespräche mit gleicher Vorwahl, Gespräche mit einer Entfernung von bis zu 50 km, von 51 bis 200 km und über 200 km. Aber auch die Tageszeit des Anrufs war entscheidend. So war es 1996 zum Beispiel möglich Ortsgespräche von 21 bis 5 Uhr zu 3 Pfennig pro Minute zu führen, in der Hauptzeit, von 9 bis 12 Uhr kosteten diese dann 8 Pfennig pro Minute. So war es möglich, dass Ferngespräche bis zu 62,6 Pfennig pro Minute kosteten. Anrufe ins Mobilfunknetz konnten sogar mit bis zu 1,33 Mark auf der Rechnung zu Buche schlagen. Mit der Liberalisierung des Marktes 1998 sanken die Preise nach und nach. Die Entwicklungen im Mobilfunk- und Internetsektor sind der des Telefonsektors sehr ähnlich. Vor allem im Mobilfunkbereich ist es aber auffallend, dass es zu Beginn noch eine monatliche Vertragsgebühr von um die 70 Mark pro Monat gab, welche nach und nach abgeschafft wurde. Die 1&1 All-Net-Flat war 2010 eine der ersten ihrer Art in Deutschland, mit der man nonstop in das deutsche Festnetz sowie in alle deutschen Handynetze telefonieren und sorglos im Internet surfen kann.

Wer kennt hier jetzt eigentlich wen?

Soziale Netzwerke erfreuen sich größerer Beliebtheit denn je. Aber Twitter, Facebook, Instagram und wie sie alle heißen, auf denen sich heute Jung und Alt tummeln, haben einige ihrer Konkurrenten schon überlebt oder sind erst deutlich nach ihnen in den Ring gestiegen. Heute drückt man seine Vorlieben einfach per Foto mit den passenden Hashtags auf Instagram aus, damals musste man sich genau überlegen, welchen 100 Gruppen man im „Schueler- StudiVZ“ oder bei „Wer kennt wen“ beigetreten ist, um sich am besten zu beschreiben. Von den oben genannten Netzwerken existiert heute nur noch das StudiVZ, welches mit dem Netzwerk MeinVZ zusammengelegt wurde, beide Netzwerke hatten im Jahr 2015 laut Spiegel noch rund 9 Millionen Nutzer, davon aktiv: Ca. 1 Millionen). Alle VZ Netzwerke hatten zu Hochzeiten zusammen 16 Millionen Nutzer und damit weit mehr als Facebook zu diesem Zeitpunkt. SchuelerVZ konnte aufgrund der Jugendschutzbestimmungen und der jungen Nutzer nicht mit den anderen Netzwerken zusammengelegt werden und wurde in April 2013 eingestellt. „Wer kennt wen“ ereilte ein ähnliches Schicksal: Ein einst rasant wachsendes Netzwerk wurde im Juni 2014 eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt war Facebook grade auf dem Vormarsch in Deutschland. Im Jahr 2017 verzeichnete Facebook 30 Millionen Nutzer in Deutschland.

Ich habe dir die Diskette mit deiner Abschlussarbeit an die Magnetpinnwand geheftet

Dieser Satz dürfte bei der Generation Smartphone wohl zwei Fragen aufwerfen: Was ist eine Diskette und wieso ist dieser Vorfall erwähnenswert? Die Diskette ist der Vorläufer aller modernen und weiter bekannten Speichermedien. Am bekanntesten ist wohl die 3,5“ Diskette, welche zwischen 360 und 200000 KB Daten speichern konnte. Die Diskette ist die Nachfolgerin der Lochkarte. Sie ist ein magnetisches Speichermedium. Sie besteht im Kern aus einer mit Metall beschichteten Plastikscheibe. Über einen Magnetkopf können Daten auf sie übertragen oder gelöscht werden. Daher werden alle Daten gelöscht, sobald sie mit einem Magneten in Berührung kommt. Die ersten Disketten waren 8“ groß und konnten 80KB Daten speichern, was nahezu unvorstellbar ist in einer Zeit in der auf einen Kaugummi großen USB-Stick bis über 1 Terrabyte, also 1.000.000.000 KB passen.

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