Smartphone-Kameras haben sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Mittlerweile sorgen bis zu vier Kameras (inklusive Frontkamera) mit unterschiedlichen Brennweiten und Sensoren im Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz dafür, dass technisches Grundwissen unwichtiger wird und sich die kleinen Kameras selbst vor den großen und oft auch schweren DSLRs nicht verstecken müssen. Wer mit seinem Smartphone nicht nur im Internet surfen, sondern auch ansprechende Bilder machen möchte, kann die Technik also vernachlässigen und sich nun voll auf den „richtigen Augenblick“ konzentrieren?

Ganz so einfach ist das nicht. Zwar funktioniert der in der Regel voreingestellte Automatikmodus erstaunlich gut, doch ein paar grundlegende Tipps zu den Funktionen Ihrer Kamera und zur Bildgestaltung, können dazu beitragen, dass Ihre Fotos noch besser werden.

Linse sauber halten

Für das Säubern der Linse verwenden Sie am besten ein Tuch aus Mikrofaser oder fusselfreier Baumwolle.

Das Wichtigste zuerst: Die Linse sauber halten! Die meisten Menschen stecken ihr Smartphone einfach in ihre Hosentasche, die Handtasche oder den Rucksack. Der Schmutz, der sich dabei auf der Linse ablagert, kann die Bildqualität erheblich verschlechtern oder im schlimmsten Fall die Linse zerkratzen.

Digitalen Zoom vermeiden

Links sehen Sie das Foto, bei dem der Digitalzoom einer Standard Smartphone-Kamera eingesetzt wurde. Beim rechten Foto wurde auf den Zoom verzichtet. Der qualitative Unterschied ist deutlich zu erkennen.

Mittlerweile haben zwar die top Modelle eine integrierte Kamera mit optischem Zoom (zum Beispiel das Samsung Galaxy S9, das Huawei P20 Pro, das iPhone X oder das Samsung Galaxy Note 8), doch immer, wenn der digitale Zoom ins Spiel kommt, sollte man lieber darauf verzichten. Grund: Bei dieser Art von Zoom wird lediglich einen kleinen Teil des Sensorbilds vergrößert. Die Qualität ist dementsprechend schlechter und das Bild wird unscharf. Gehen Sie deshalb so nah wie möglich an das Objekt heran, das Sie fotografieren möchten.

Auflösung auf maximale Größe stellen

Die Einstellung verbirgt sich bei den meisten Smartphone-Kameras unter "Kamera-Einstellungen" -> "Bildgröße".

Damit Ihre Fotos später auch auf größeren Displays oder als Fotodruck nicht verpixelt wirken, stellen Sie die Auflösung bzw. Bildqualität in den Kameraeinstellungen immer auf den maximalen bzw. einen der höheren Werte. Die größere Datenmenge erleichtert zudem die spätere Nachbearbeitung mit Fotosoftware.

Weißabgleich wählen

Die Funktion „Weißabgleich“ befindet sich bei den meisten Kamera-Apps im "Pro Modus" bzw. im "manuellen Modus." Die Abkürzung lautet "WB".

Damit Farben möglichst realitätsnah abgebildet werden, lohnt es sich, den Weißabgleich der Smartphone-Kamera an die aktuelle Lichtsituation anzupassen. In der Regel steht diese Funktion auf „Auto“ und kann gegebenenfalls an „Tageslicht“, „Glühlampenlicht“, „Fluoreszierend“ etc. angeglichen werden.

Harmonische Bildkomposition

Anhand des Gitters sehen Sie, wo Sie Ihr Motiv positionieren sollten, damit die Bildkomposition besonders stimmig wirkt.

Der goldene Schnitt gehört zu den wichtigsten Grundregeln der Fotografie. Besonders harmonisch wirken Kompositionen, bei denen das relevante Objekt nicht direkt in der Mitte des Bildes platziert wird. Was im Einzelfall am besten aussieht, muss allerdings für jedes Foto neu definiert werden.

Symmetrische Bildkomposition

Bei einem quadratischen Bildformat wirkt es oft besonders harmonisch, wenn man das Motiv zentral platziert.

In manchen Fällen liegt das Besondere eines Bildes nämlich genau darin, dass das Motiv exakt in der Mitte platziert ist. In der Natur kommen symmetrische Kompositionen zum Beispiel sehr häufig vor. Denken Sie zum Beispiel an eine Blüte oder sich selbst. Wenn wir darauf achten, erkennen wir sie sofort und empfinden sie in der Regel als besonders schön und harmonisch. Das kann man sich auch bei der Fotografie zu Nutze machen und nach symmetrischen Motiven Ausschau halten.

Experimente mit Licht

Damit das Dämmerlicht besser zur Geltung kommt und ein hoher Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund entsteht, sollte man den Blitz ausschalten.

Achten Sie auf das Spiel von Licht und Schatten und die Muster, die dabei entstehen. Das Fotografieren gegen die Lichtquelle eignet sich besonders, wenn Sie ein kontrastreiches Bild erzielen oder eine Silhouette betonen möchtet. Versuchen Sie dabei Ihr Smartphone möglichst ruhig in beiden Händen zu halten und schalten Sie den automatischen Blitz aus.

Weniger ist mehr

Bei der Bildkomposition ist weniger oft mehr. Fokussieren Sie sich auf die Kernbotschaft und lassen Sie alles Überflüssige weg.

Je reduzierter Ihr Bild, desto schneller wird es vom Betrachter verstanden. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und verzichten Sie auf zusätzliche Elemente, die für die Bildaussage keinen Gewinn bringen.

Rahmen und Linien

schwarz weiß

Die geraden Linien, die auf einen perspektivischen Fluchtpunkt zulaufen, verleihen diesem Foto mehr Tiefe.

Welche Form hat das Motiv, das Sie fotografieren möchten? Ergeben sich interessante Linien oder Rahmen, die das Bild ansprechend gestalten? Achten Sie vor allem darauf, den Horizont (wenn nicht anders beabsichtigt) möglichst gerade abzubilden.

Die blaue Stunde nutzen

Kameratest: Lumia 950

Wichtig hier: Überlassen Sie die Einstellungen für die Lichtempfindlichkeit (ISO) und den Blitz nicht der Automatik. Regeln Sie den ISO Wert manuell und schalten Sie den Blitz aus (die meisten guten Kamera-Apps sollten das ermöglichen).

Die unter- oder aufgehende Sonne taucht die Landschaft in warme Farbtöne, lässt die Schatten länger werden und erzeugt so eine ganz besondere Stimmung. Kurz vor Sonnenaufgang beziehungsweise kurz nach Sonnenuntergang beginnt außerdem die „blaue Stunde“. Während dieser Dämmerungsphase sorgt die künstliche Straßenbeleuchtung für interessante Lichtpunkte und außergewöhnlich bunte Bilder.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Tipps weiterhelfen und wünschen Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren.