Von Memes bis Musikstars: Was steckt hinter Internetphänomenen?

merkelrauteWas haben Peer Steinbrücks Mittelfinger, Angela Merkels Raute und Gangnam Style gemeinsam? – Sie alle wurden zu bekannten Internetphänomenen, sogenannten Memes.

Bei Memes – über die Aussprache herrscht Uneinigkeit, lediglich „mimi“ gilt als falsch – werden aus Gesten, Sprüchen oder auch nur Gesichtsausdrücken Kultfiguren. Der Kanzler-Raute etwa wurde mittlerweile sogar ein eigenes Blog gewidmet, in dem Fans ihre mit PhotoShop erstellten Bildkreationen präsentieren können. So wird aus Angela Merkel der Imperator aus Star Wars oder der Serienkiller Dexter aus der gleichnamigen Fernsehserie. Ähnlich erging es Peer Steinbrück – kurz vor der Bundestagswahl wurde ein Foto veröffentlicht, das ihn mit ausgestrecktem Mittelfinger zeigt. Ein gefundenes Fressen für die Internet-Gemeinde. Binnen kürzester Zeit tauchten neue Bildkreationen im Netz auf, auch die Kombination Stinkefinger und Merkel-Raute gehörte dazu.

Mit Fotos – ob echt oder mit PhotoShop bearbeitet – gefüllt sind auch „Fail“-Sammlungen. Der Begriff bedeutet im Englischen „scheitern“ oder „versagen“; entsprechende Inhalten finden sich auf solchen Seiten gesammelt wieder. Die Fails kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen – ob Produktverpackungen mit unpassenden Aufschriften, lustige Posts bei Facebook oder Twitter oder sinnlose Erfindungen – im Internet sind sie alle schon aufgetaucht.

Neben Memes gibt es aber natürlich noch zahlreiche andere Phänomene, die über das Internet bekannt wurden. Eines davon sind YouTube-Stars, deren Karriere über die Videoplattform erst richtig begann. Vor allem für Musiker bietet das Internet die Möglichkeit, mit wenig Aufwand und geringen Kosten ein breites Publikum zu erreichen und sich so eine Fan-Basis zu schaffen. Einen solchen Hit landete etwa der Koreaner Psy mit seinem Gute-Laune-Video „Gangnam Style“, das tausendfach kopiert wurde. Mit steigender Bekanntheit kann aber auch die Ablehnung zunehmen. So erging es etwa Rebecca Black, die mit 13 den Song „Friday“ auf YouTube veröffentlichte. Ursprünglich war das Video nur als Scherz gedacht, wurde dann millionenfach angeklickt und von vielen mit dem Titel „schlechtester Song aller Zeiten“ belegt.

Musik ist aber nur eine Möglichkeit, im Netz bekannt zu werden, denn Videokanäle gibt es zu jedem Thema – vom Heimwerken bis hin zu Schönheitstips ist auf den Plattformen so ziemlich alles vertreten, und das keineswegs nur als Hobby. Mittlerweile gibt es sogar YouTuber, die mit Videos ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Internetphänomene können also sogar als Geschäftsmodell funktionieren. In der Regel hält der Ruhm aber nur sehr kurz, denn Memes und Videos überleben sich sehr schnell. Und genauso schnell werden sie dann auch durch neue Internet-Stars ersetzt.

Kategorie: Netzkultur
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