Blick ins Hochsicherheits-Rechenzentrum: So schützt 1&1 eure Daten

RechenzentrumWer einen Blick in das 1&1-Rechenzentrum in der Karlsruher Brauerstraße werfen möchte, hört zunächst einmal die Frage: „Wieviel wiegen Sie denn?“ Was im ersten Moment etwas indiskret erscheint, ist Teil der zahlreichen Sichermaßnahmen, mit denen Server und die darauf gespeicherte Daten bei 1&1 geschützt werden.

Die Gewichtsangabe wird zusammen mit einigen weiteren Daten wie dem Namen des Besuchers im Zutrittskontrollsystem gespeichert. Beim Betreten des Rechenzentrums passieren Besucher dann eine Personenvereinzelungsanlage. Dort wird das Gewicht kontrolliert und mit den gespeicherten Daten abgeglichen. Ist der Unterschied zu groß, bleiben die Türen verschlossen. So wird sichergestellt, dass keine unbefugten Besucher ins Rechenzentrum eingeschmuggelt werden können. Zusätzlich wird eine PIN abgefragt. Auch diese muss mit den hinterlegten Informationen übereinstimmen, um Zutritt zu erhalten.

Beim Betreten des Rechenzentrums werden Besucher von einer Videokamera erfasst. Kameras sind im Rechenzentrum allgegenwärtig – fast 200 behalten alles im Auge, was im Rechenzentrum passiert. Die Eingänge zu den vollklimatisierten Serverräumen sind mit schweren Stahltüren verschlossen. Nach Betreten oder Verlassen des Raumes müssen diese innerhalb von 30 Sekunden wieder geschlossen werden. Stehen sie länger offen, wird Alarm ausgelöst. Der erfolgt auch, falls es zu einem Brand kommen sollte.

Wenn ein Feuer ausbricht, reagiert die Löschanlage bereits auf kleinste Veränderungen in der Luft. Wegen der empfindlichen Technik würde eine Löschanlage mit Wasser eher schaden als nützen. Daher werden die Serverräume im Fall der Fälle mit dem Edelgas Argon geflutet. Das Gas ist ungiftig, verdrängt aber den Großteil des Sauerstoffs und erstickt so die Flammen.

Natürlich sind die Server – und damit die gespeicherten Daten – auch gegen alltägliche Probleme wie etwa einen Stromausfall abgesichert. Ein umfassendes Notstromkonzept sorgt auch bei Ausfällen des Stromanbieters für die hohe Erreichbarkeit der Server. Vier große Batterieblöcke sowie ein weiterer Reserveblock stellen sicher, dass auch bei einem Ausfall des Versorgers der Betrieb reibungslos weiterlaufen kann. Die Batterieblöcke dienen jedoch nur zur Überbrückung, bis die fünf Dieselmotoren mit je 16 Zylindern, die permanent vorgewärmt werden, anspringen. Nach etwa 15 Sekunden produzieren sie bei einem Ausfall genügend Strom, um alle Systeme im Rechenzentrum weiter zu betreiben. Diverse Dieseltanks sorgen dafür, dass der Betrieb des Rechenzentrums ungehindert weiterlaufen kann.

Wichtige Daten werden außerdem geo-redundant gespeichert, das heißt in einem zweiten Rechenzentrum gespiegelt. Sollte es einmal zu einem Ausfall in einem Rechenzentrum kommen, sind so weiterhin alle gespeicherten Daten verfügbar. So stellt 1&1 sicher, dass ihr jederzeit auf eure Daten zugreifen könnt.

Kategorie: 1&1 Intern
3 Kommentare3
  1. 27. September 2013 um 18:20 |

    Ich war mal vor 13 Jahren in dem noch alten Rechenzentrum. Damals sah man von Außen gar nicht, dass sich hinter der Tür eine große Rechenanlage befindet. Das war schon früher sehr beeindruckend. Ich glaube, dass mit dem Gewicht wird immer weniger werden, da ja wahrscheinlich hier auch immer mehr Virtualisierung statt findet. Auf der anderen Seite wird es immer mehr Cloud Produkte geben und die Nachfrage dürfte auch in Deutschland in ein paar Jahren erheblich steigern.

  2. 5. Dezember 2013 um 19:49 |

    Rechenzentrum „Made in Germany”, der Artikel gibt einen wirklich guten Einblick, kurz und sachlich!
    Es ist gut zu lesen, dass die Daten in sicheren Händen sind, wohl auch die von meinem virtualisierten Server.

    Ich habe von einem Bekannten ja schon gehört, dass kein Wasser zur Notlöschung von Elektronik eingesetzt wird. Mir wurde mal erzählt, solche Brände würden dann meistens mit CO2 gelöscht, was ja tödlich für Menschen wäre, die sich dort noch aufhalten könnten.

    In der Wikipedia steht Folgendes zum „Löschmittel” CO2: ,,Kohlenstoffdioxid wird als Löschmittel vor allem in elektrischen und elektronischen Anlagen eingesetzt, da es im Gegensatz zu allen wasserbasierten Löschmitteln und den meisten Pulvern nicht elektrisch leitend ist. Durch die extreme Kälte werden jedoch magnetische Datenträger – beispielsweise Festplattenlaufwerke und deren Inhalte – zerstört. Bei der Anwendung muss insbesondere darauf geachtet werden, dass Kohlenstoffdioxid ein Atemgift ist.”

    Damit klärt sich wohl die Frage, warum CO2 nicht geht: Die Daten…

Die Kommentare sind geschlossen.