E-Government: Elektronischer Personalausweis und De-Mail als Vorreiter (Teil 2)

Erfahrungen aus dem E-Commerce fließen ein

Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Lösungen aus dem Bereich (E-Commerce). Wenn die öffentliche Hand Güter beschaffen muss oder Aufträge ausschreibt, kann dies künftig auf elektronischen Marktplätzen geschehen. Dabei spielen auch die verschiedenen Zahlungssysteme eine Rolle, die es ermöglichen, für Verwaltungsdienstleistungen elektronisch zu bezahlen oder finanzielle Leistungen elektronisch auszuzahlen.

Ein weiterer Bestandteil von E-Government ist es auch, amtliche Bescheide zuzustellen (E-Service). Dazu zählen auch die automatisierte Erstellung von Verwaltungsbescheiden, Zulassungen und Genehmigungen sowie deren Versendung (E-Service Delivery). Dabei ist es notwendig, die Geschäftsprozesse innerhalb wie außerhalb der Verwaltungseinheit miteinander zu verknüpfen. Das Ergebnis ist ein E-Workflow, der sich auf Dokumenten-Management-Systeme sowie Systeme zur Registrierung und Archivierung stützt. Der Vorteil: Abläufe werden auf diese Weise systematisiert und dadurch erleichtert.

Schafft die elektronische Verwaltung mehr Transparenz und Bürgernähe?

E-Government eröffnet jedoch nicht nur dem Staat die Möglichkeit, effektiver zu arbeiten. Durch Interaktion mit dem Bürger soll die elektronische Verwaltung für mehr Transparenz und Bürgernähe sorgen (E-Democracy). Dies gilt besonders wenn moderne Informations- und Kommunikationstechniken für Bürgerinitiativen, Volksabstimmungen und Wahlen zum Einsatz kommen. Entscheidend für den Erfolg von E-Government-Projekten wird sein, ob sie einen spürbaren Mehrwert für den Bürger und den Verwaltungsangestellten bringen.

Wie kann E-Government erfolgreich sein?

Nur wenn durch die elektronisch angebotenen Verwaltungsdienstleistungen für die Anwender ein zusätzlicher Nutzen geschaffen wird, können sich die neuen Prozesse gegenüber traditionellen Arbeitsweisen und -strukturen durchsetzen. Das setzt aber auch voraus, dass Institutionen der öffentlichen Verwaltung einen tiefgreifenden Reformprozess durchlaufen. Dazu muss das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung neu definiert, die Partizipationsmöglichkeiten von Bürgern erhöht und ein wettbewerbsähnliches Umfeld hergestellt werden – wie es aus der privaten Wirtschaft bekannt ist. Dort werden Geschäftsprozesse ständig optimiert und den neuen Erfordernissen angepasst, um maximale Flexibilität und Kundennutzen – aber auch eine Kostenreduktion – zu erzielen. Die Qualität der Dienstleistungen oder Produkte zu verbessern und die Leistungsfähigkeit der Ämter und Behörden zu erhöhen, ist durch ein auf diesen Grundlagen basierendes Management der Verwaltungsprozesse im Rahmen des E-Governments möglich.

Was ist bei der Einführung zu beachten?

Wer die öffentliche Verwaltung elektronisch reformieren will, muss nicht nur die Benutzeranforderungen detailliert analysieren, sondern dabei auch Gesetze, Erlasse und Richtlinien beachten. Weiche Faktoren wie die bisherige Arbeitsweise von Mitarbeitern und tradierte Arbeitsabläufe spielen ebenfalls eine Rolle. Diese Rahmenbedingungen sollten schon bei der Planung der Reorganisationsmaßnahmen berücksichtigt werden. Wie immer die Lösungen im Einzelnen auch gestaltet werden, für öffentliche Verwaltungen besteht durch E-Government eine reelle Chance, ihre internen Abläufe und ihre Serviceleistungen zu verbessern und den Bürger mehr als bisher als Kunden zu betrachten.

 

 

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Kategorie: E-Business
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