Das Online-Ich

Sie heißen Blümchen123, Rattazonk oder BlaBlaBlupp – Teilnehmer in Internetdiskussionsforen, Weblogs oder auf Twitter nutzen gern Pseudonyme und schützen dadurch vermeintlich ihre Identität im Netz. Doch 100%-ige Anonymität im Netz ist eine Illusion, wie auch renommierte Unternehmensberatungen und Kommunikationsberater wissen.

War es in den Anfangszeiten der Internetverbreitung noch üblich, sich hinter einem Fantasienamen zu verbergen, gehen immer mehr Nutzer dazu über, ihren echten Namen im Netz zu verwenden und kümmern sich aktiv um ihre Onlinereputation. Ein möglicher Auslöser dafür liegt wohl in den steigenden Mitgliederzahlen von Social Networks. Auch im beruflichen Umfeld ist die Verwendung des eigenen Namens im Onlineauftritt mittlerweile üblich und unerlässlich.

Dass Pseudonyme oft für eine sehr harsche Diskussionskultur in Foren sorgen, stellten offenbar auch die Onlinegamer fest. Der angekündigte Zwang zur Verwendung von Klarnamen in den World of Warcraft-Foren ist zwar mittlerweile wieder vom Tisch – die Ansichten der Internetuser bleiben jedoch kontrovers.

Im Schutz der konstruierten Identität fallen offenbar bei einigen Nutzern jegliche Hemmungen, Beschimpfungen und Pöbeleien zu verbreiten. Es entsteht der Eindruck, dass Aggressionen über die Tastatur ausgelebt werden, die sonst wohl kein Ventil finden.

Cybermobbing, aber auch Bashing bezeichnen neue Formen der Gewalt, denen „gute Erziehung“ und Höflichkeit in Form der Netiquette gegenüber stehen – das Netz als Abbild der Gesellschaft? Klarname oder Pseudonym? Was bevorzugen Sie und wie begegnen Sie Anfeindungen im Netz?

Kategorie: Netzkultur
3 Kommentare3
  1. 16. Juli 2010 um 10:53 |

    Der Ton ist ganz klar rauer geworden seid man sich hinter Pseudonymen verstecken kann. Es ist allerdings egal ob mich ein Pseudonym oder ein „Klarnamen” beleidigt. Ich nehme so eine Beleidigung nicht wirklich persönlich. Ich kenne denjenigen nicht egal welchen Namen er hat. Ich sehe Ihn wahrscheinlich auch nie wieder von daher ist es mir egal.

    Gruß
    Olli

  2. 16. Juli 2010 um 13:57 |

    Wer im Netz unterwegs ist und seine Meinung preisgibt sollte diese auch vertreten. Ich hab kein Problem damit dass ich in meinem Impressum meinen vollen Namen sowie die Anschrift angeben muss, das gehört dazu wenn man im Netz präsent sein will.

    Und im Netz (beispielsweise bei Twitter) seine Meinung preiszugeben, sich jedoch hinter einem Pseudonym zu verstecken ist doch etwas feige. Natürlich verwende auch ich Nicknames aber mir ist klar, dass wenn jemand herausfinden möchte, wo ich wohne und wer ich bin, ein paar Klicks genügen um an meine Adresse zu kommen (eben wegen der Impressums-Pflicht).

    Schließlich möchte ich mich und meine Meinung im Netz vertreten und nicht mein Pseudonym.

  3. 16. Juli 2010 um 19:39 |

    1. Wenn man im realen Leben Fehler begeht, lernt man daraus und bekommt in den meisten Fällen eine neue Chance, es besser zu machen. Fehler verblassen durch die Zeit immer mehr. Irgendwann sind sie „getilgt”.

    Fehler im Netz bleiben auf immer und ewig unvergesslich. Noch nach Jahrzehnten kann sie JEDER ohne Einschränkungen und ohne Probleme recherchieren.

    2. Deutschland kennt keine Meinungsfreiheit, wie sie beispielsweise die USA kennt. Viele Meinungen sind in Deutschland verboten. Sie kundzutun kann einen ins Gefängnis bringen.

    3. Auch hat Deutschland keine Tradition von Demokratie und vor allem Freiheit. Schon morgen können rote oder braune Sozialisten (OK, eher rote) die Nacht übernehmen. Das Internet und meine mit Klarnamen geäußerten Meinungen wären dann unter Umständen tödlich für mich.

    Deshalb benutze ich nirgends Klarnamen.

    Stichwort Impressum:
    Abgesehen von gewerblichen Angeboten, besteht keine Impressumspflicht. Selbst wenn diese bestehen sollte, kann man problemlos seine Internetpräsenz auf ausländischen Servern (das heißt außerhalb der EU) hosten und somit gar kein oder ein Phantasieimpressum angeben.

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