Touch-Screens - noch nicht etabliert, aber schon lange keine Zukunftsmusik mehr.

Die Spiegel Netzwelt betitelt die Geräteklasse der Tablet-PC griffig mit "Fingerflachmännern". Die Touch-Technologie, die uns bereits auf vielen Mobilfunktelefonen begegnet, hält diesen Sommer  Einzug in den Bereich der mobilen Computer. Die Zahl der Anbieter der Tablet-PCs steigt beständig.

Als Nebenaspekt der Innovationswelle ändern sich auch wieder einmal die Bediengewohnheiten. Technische Innovationen erfordern schon seit mehr als hundert Jahren immer wieder Anpassungen der Motorik. Dabei prägte die "Typenhebelschreibmaschine mit sofort sichtbarer Schrift" die wohl am weitesten verbreitete Arbeitshaltung des Informationszeitalters - lange bevor diese Epoche wirklich begonnen hat.

Franz Xaver Wagner patententierte 1893 diesen Vorläufer moderner Tastaturen, die uns heute in allen Lebensbereichen begegnen. Die Menschheit stellte sich in den  folgenden Jahren darauf ein und erlernte eine Körperhaltung, die ohne Tastatur seltsamer nicht aussehen könnte.

Mit der Computermaus kam dann ein wenig Bewegung in Unterarm und Handgelenk. Dieser Zwischenschritt in der Mensch-Computer-Interaktion blieb nicht ganz ohne Folgen. Die einseitige Belastung führt bei einigen Nutzern zu Überlastungssymptomen, die dem allseits bekannten Tennisarm gleichen.

Ähnlich erging es uns mit der Erfindung der SMS.  Zwar wurde die erste SMS am 3.12.1992 noch nicht mit der typischen Daumenbewegung auf der drei mal vier Felder großen Tastatur getippt, die wachsenden Nutzerzahlen im Mobilfunkbereich reichten aber schnell aus, ein eigenes Krankheitsbild - den sogenannten SMS-Daumen - zu definieren.

Schleichend findet nun der nächste Evolutionsschritt in der Bedienung von IT-Geräten statt. Touch-Displays führen Finger direkt dorthin, wo die Eingabe auch landen soll: auf den Bildschirm. Wo vor einiger Zeit noch ein Stift zur Bedienung erforderlich war, agiert der Nutzer nun direkt auf der Oberfläche - ob wischend oder per Fingerzeig.

Dass dies bei weitem nicht der letzte Evolutionsschritt sein wird, wusste auch schon James Doohan in seiner Rolle als Scotty in Star Trek. Zurück katapultiert in die 1980er Jahre zeigte der technische Ingenieur aus dem 23. Jahrhundert, dass Computermaus und Co. keine Erfindungen von Dauer waren. Die Bewegung eines Zeigers über den Bildschirm, um Kommandos auszuführen darf mit Einführung der Touch-Technik mittlerweile schon fast als antiquiert gelten.

Welche Schritte stehen uns in den kommenden Jahren bevor? Diskutieren Sie mit uns, welche Innovationen Sie sich für die kommenden Jahre wünschen!