Online-Marketing für Einsteiger

Wer heutzutage sein Unternehmen bekannt machen möchte, kommt kaum am Thema Online-Marketing vorbei. Wer als Internet-Neuling aber erst einmal recherchiert hat, wie das „so geht“, kann sich schon mal erschlagen fühlen: Jede Menge verwirrende Abkürzungen, die wie selbstverständlich gebraucht werden. ROI, SEO, PPC und vieles mehr. Angesichts dieser Buchstabensuppe bleibt mancher doch lieber bei seinen altbekannten und –bewährten Offline-Marketing-Strategien.

Als kleine Hilfestellung möchten wir im folgenden Text die wichtigsten Fachbegriffe und Optionen des Online-Marketings erklären.

  1. Analyse der eigenen Web-Präsenz: Hat ein Unternehmen noch keine eigene Website, sollte es sich ernsthaft überlegen, sich eine zuzulegen. Denn, egal wie groß die eigene Firma ist, angesichts der geringen Kosten für eine eigene Website stehen die Chancen sehr gut, dass der ROI (= Return on Investment, ein Modell zur Messung der Rendite des eingesetzten Kapitals ) positiv ausfällt.
  2. Feststellen, wie man die Zielgruppe an besten erreicht: SEO, SEM, PPC – und was diese Begriffe mit Ihrem Unternehmen zu tun haben.

SEO = Search Engine Optimization, Suchmaschinenoptimierung. Dabei geht es darum, die eigene Website so zu gestalten, dass die Technik der Suchmaschinen den Inhalt der Website möglichst gut mit den Suchanfragen verbinden kann. Je besser dies gelingt, desto höher wird ist die Anzeigeposition in der Ergebnisliste der Suchmaschinen. Entsprechend höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Seite angeklickt wird und so potenzielle Kunden auf sie aufmerksam werden.

SEO kann zahlreiche Maßnahmen beinhalten – von der reinen Programmierung der Seite bis hin zu Verlinkungen auf anderen Websites, beispielsweise auch durch Blog-Beiträge.

SEM = Search Engine Marketing ist entsprechend das Suchmaschinenmarketing. Hauptsächlich nutzen dies Online-Händler, SEM kann aber auch Teil der Strategie eines jeden Unternehmens sein.

Kurz gesagt bedeutet SEM, sich seinen Platz auf der Suchergebnisseite zu erkaufen. Diese sogenannten Sponsored Links zur eigenen Website befindet sich dann z. B. bei der Google-Suche am Listenanfang, farblich hervorgehoben , oder in einer extra Spalte rechts. Bei anderen Suchmaschinen kann die Platzierung variieren.

Die Sponsored Links auf der rechten Seite der Suchergebnisliste sind sogenannte PPC-Werbungen – Pay Per Click . Das bedeutet, dass der Werber nur dann eine Gebühr an den Betreiber der Suchmaschine, z.B. Google, zahlt, wenn sein Werbe-Link auch tatsächlich angeklickt wird. Eine sehr beliebte Form des SEM, da Google mittlerweile zu jeder Suchanfrage die passenden PPC-Werbungen liefert.

Zunächst einmal richtet sich die Höhe der Gebühr sowohl für die Sponsored Links als auch  PPC-Werbung danach, wie weit oben der Link auf der Ergebnisseite zu den vom Werber ausgewählten keywords, den Suchbegriffen, erscheinen soll. Außerdem haben die Branche und die Region, in der die Werbe-Links geschaltet werden sollen, Einfluss auf die Kosten. Im Fall von Google läuft dies wie bei einer Auktion: wer am meisten bietet, erhält den höchsten Platz in der Link-Liste.

Möglichst weit vorne in den Suchergebnissen zu stehen, ist wichtig. Je weiter unten ein Ergebnis platziert ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Nutzer der Suchmaschine darauf klicken. Die entsprechende Website hat somit einen geringeren Bekanntheitsgrad.

Ob sich diese Art der Werbung für ein Unternehmen lohnt, kann mithilfe einer ROI-Kalkulation entschieden werden: Ist die zu erwartende Geschäftsförderung durch die größeren Besucherzahlen auf der Website höher als die Kosten für die PPC-Links? Je nach Branche kann eine solche Kalkulation recht kompliziert ausfallen. Daher hier ein Beispiel:

Angenommen, ein 100 Euro teures Produkt wird mit einer Gewinnmarge von 50 Euro verkauft. Außerdem weiß der Website-Betreiber, dass von fünf Personen, die durch einen PPC-Link auf seine Seite gelangen, einer dieses Produkt tatsächlich kauft (jeder, der die Seite besucht ist im Übrigen ein potentieller Kunde.). Bei diesen Voraussetzungen kann der Seiten-Betreiber bis zu 10 Euro Gebühr pro Klick bezahlen, und seine Kosten sind gedeckt.

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: Bei der Gestaltung einer eigenen Website sollte nicht nur darauf geachtet werden, ob sie von der Suchmaschine leicht aufzufinden ist, sondern auch die Usability sollte nicht vergessen werden. Mit Usability ist gemeint, dass die Seite auch benutzerfreundlich gestaltet sein muss. Beispielsweise kann ein Shop-Betreiber durch unübersichtlich gestaltete Informations- und Bestellprozesse pozentielle Kunden verlieren. Auch sehen aufwendige Designs der Website zwar hübsch aus, führen aber mitunter dazu, dass die Suchtechnik der Suchmaschine die Seite nicht richtig „auslesen“ kann oder ein potentieller Kunde sich nicht zurechtfindet.

Als eines der Standardwerke für Online-Marketing und SEO gilt Website Boosting 2.0 (2. Auflage, 2009 ) von Prof. Dr. Mario Fischer. Es sei allen empfohlen, die sich zu diesen Themen eingehender informieren möchten.

Kategorie: Tipps
5 Kommentare5
  1. 30. April 2010 um 11:23 |

    Auch wenn es nur Beispiele sind: Gewinnmargen von 50% und Conversion Rates von 20% sind eher unrealistisch und daher m. E. etwas irreführend. 20% Besteller heißt natürlich auch nicht zwingend, dass 20% das Produkt behalten (Rückgaberecht!) bzw. 20% bezahlen (Zahlungsart?). Gut, dass die Cost per Click für AdWords auch selten bei 10 Euro liegen 😉 und gut, dass oben der explizite Hinweis auf die Usability kommt, weil eine nicht adäquate Gestaltung der Seiten, auf denen diejenigen landen, die auf Anzeigen klicken (Landing Pages), erfahrungsgemäß der größte Erfolgskiller ist – nicht nur bei Shops. „Website Boosting” kann man gerade in diesem Zusammenhang nur empfehlen.

  2. 4. Mai 2010 um 17:40 |

    Insgesamt eine wirklich gelungene Auflistung wichtiger Begriffe für Einsteiger.
    Ich würde mich über eine Fortsetzung der Liste freuen, auch im Sinne anderer Leute 😉

    mfg

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