1&1 setzt auf grünen Strom

Die Computerbranche wird grün. Im Zuge der globalen Klimadebatte und stetig steigender Energiekosten entdecken immer mehr Firmen das Thema „Green IT“. Für die 1&1 Internet AG, die in Karlsruhe, im Baden Airpark sowie in Kansas (USA) ihre großen Rechenzentren betreibt, ist dies jedoch schon lange kein Neuland mehr. 1&1 betreibt ihre Rechenzentren seit 2007 mit Strom aus regenerativen Quellen. Und noch länger achtet der Provider auf niedrigen Stromverbrauch.

Wasserkraft aus Norwegen für die 1&1 Rechenzentren

Wasserkraft aus Norwegen für die 1&1 Rechenzentren

Die Energiekosten machen den zweitgrößten Posten beim Betrieb der Rechenzentren aus. Schon aus diesem Grund achtete der Provider beim Bau auf möglichst energieeffiziente Komponenten. So nutzt 1&1 ein intelligentes Kühlungssystem, bei dem die gekühlte Luft direkt in die Server-Racks gepresst wird. Das warme Kühlwasser wird zunächst durch Freiluftkühler geschleust. Auch bei relativ hohen Außentemperaturen kann so durch eine „natürliche“ Vorkühlung bei der kompressorischen Kälteerzeugung Energie gespart werden.

Auch beim Kernstück der Rechenzentren, den rund 70.000 Servern, wurde auf niedrigen Energieverbrauch geachtet. So setzt der weltweit größte Webhoster seit Jahren ausschließlich Strom sparende Prozessoren und besonders effiziente Netzteile mit weniger als 20 Prozent Wärmeverlust ein.

Überflüssige Komponenten sucht man an den Servern vergebens. Und bei der Software ist ebenfalls Ressourcen schonen angesagt. Das Webhosting-Betriebssystem hat 1&1 basierend auf einer Linux-Distribution selbst entwickelt. Dank der Modifikation können auf einem einzigen Rechner problemlos Daten von bis zu 10.000 Kunden verwaltet werden.

Als erster deutscher Webhoster bezieht die 1&1 Internet AG seit Ende 2007 außerdem Strom aus regenerativen Quellen. Neben den Rechenzentren werden auch zwei Bürogebäude in Karlsruhe, in denen rund 1.300 Mitarbeiter beschäftigt sind, mit Wind-, Wasser- und Sonnenenergie versorgt.

Lieferant des Ökostroms in Europa sind die Stadtwerke Karlsruhe, die im Rahmen des internationalen Zertifizierungssystems für erneuerbare Energien (RECS) sowohl „grünen Strom“ produzieren als auch von anderen Lieferanten erhalten, so aus dem abgebildeten Wasserkraftwerk in Norwegen. Circa 30.000 Tonnen CO2 können durch das Engagement von 1&1 pro Jahr eingespart werden. Auch in den USA betreibt 1&1 ihre Rechenzentren inzwischen mit Klima-neutralem Strom.

Kategorie: 1&1 Intern
8 Kommentare8
  1. 9. Januar 2010 um 17:37 |

    Ich sehe es betriebswirtschaftlich (was 1&1 selbstverständlich auch sollte und wahrscheinlich auch tut):

    1. Energieeinsparungen reduzieren Kosten. Gut.

    2. Kosten für Maßnahmen zur Energieeinsparung müssen geringer sein als die eingesparten Kosten durch die Einergieeinsparung. Ansonsten ist Energieeinsparung sinnlos. Ich gehe davon aus, daß 1&1 das durchgerechnet hat und unterm Strich tatsächlich eine Kostenersparnis herauskommt. Gut.

    3. „Klimaneutrale” Energieversorgung ist eine reine Marketingmaßnahme. Wenn der Kunde an die „Klimareligion” glaubt und deshalb das Image und letztlich die Nachfrage nach Produkten von 1&1 steigt, kann sich dies betriebswirtschaftlich lohnen, trotz der höheren Kosten für den „klimaneutralen” Strom.

    Das Problem ist nur, daß nach „Climategate” immer weniger Menschen an die Klimareligion glauben wollen. Der Marketingnutzen verpufft.

    Ich persönlich rate 1&1 auf diesen zweifelhaften Marketingnutzen zu verzichten. Bei mir wirkt er nicht, ganz im Gegenteil. Was mich persönlich einmal interessieren würde: Gibt es (firmeninterne) Studien, die die betriebswirtschaftliche Wirksamkeit solcher Marketingmaßnahmen belegen?

    1. 11. Januar 2010 um 12:26 |

      Hallo Harald Soder,

      Zustimmung zu Ihren ersten beiden Punkten – Energieeinsparung rechnet sich für 1&1. Die Stromrechnung unserer Rechnenzentren, die zu den größten in Deutschland und Europa gehören, umfasst etwa 2 Prozent der gesamten Stadt Karlsruhe. Energiesparende Technologien führen sogar zu einer größeren Einsparung, als die Mehrkosten für grünen Strom betragen. Unsere eigene Forschung macht sich so auch für unsere Kunden in günstigeren Tarifen bemerkbar.

      Genau deshalb möchte ich Ihrem Punkt 3 – ich respektiere die Meinung – aber widersprechen. 1&1 hat keine Religion. Und wir machen unser Engagement auch nicht davon abhängig, ob die Argumente stimmen, aufgrund von Klimaerwärmung könne der Meeresspiegel ansteigen. Wir können auch nicht beurteilen, ob die an der Universität East Anglia im britischen Norwich im Novermber 1999 verschickten E-Mails tatsächlich beweisen, dass die Klimaerwärmung nur ein großer Betrug ist. Etwas sicherer erscheint nur, dass die “Climategate-Kampagne” den großen CO2-Emittenden terminlich perfekt vor Kopenhagen sehr zupass kam.

      Wir bei 1&1 wissen jedoch von Experten über die erhebliche Steigerung des Stromverbrauches in Haushalten und Unternehmen durch Computernutzung, zu dem auch das Internet beiträgt. 1&1 möchte deshalb, dass die in unseren Rechenzentren produzierten Produkte diesbezüglich eine neutrale Bilanz haben und mit einem besseren Gefühl genutzt werden können. Wir wünschen uns jedoch, dass andere Anbieter nachziehen, beispielsweise Google oder YouTube. Dann wäre vielleicht der Wettbewerbsvorteil – oder Marketingnutzen, wie Sie es nennen – vielleicht dahin, aber der Effekt auf das Klima, die Feinstaubemssion sowie andere Luftbelastungen wäre umso größer.

      Eine Studie dazu finde ich auch eine gute Idee. Wir werden mal schauen, ob wir hier im Blog nicht eine Umfrage dazu starten können.

      Viele Grüße
      Michael Frenzel

  2. 17. Januar 2010 um 08:23 |

    Ich weiß, hier ist keine Hotline.Aber die ist ja über die Kontaktseite nicht erreichbar. Weder die Kontaktseite kann aufgerufen werden noch das Controlcenter, noch kann ich mich einloggen oder meine Internetseiten aufrufen, die bei 1und1 gehostet sind.
    Und Supporttelefonnummer gibt es auf der 1und1-Seite nirgends. Zumindest habe ich sie nicht gefunden. Deshalb mein weg über diesen Blog. Vielleicht liest das ja ein Mitarbeiter.

    1. 18. Januar 2010 um 10:39 |

      Hallo Herr Preuß,
      ja, wir haben Ihren Beitrag gelesen und weitergeleitet, der Support wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen.
      Viele Grüße,
      Deborah Overstreet

    2. 18. Januar 2010 um 14:38 |

      Hallo Herr Preuß,
      wie mir der Support mitteilte, ist Ihr Problem bereits gelöst worden.
      Ich hoffe, jetzt klappt alles wieder reibungslos und Sie sind zufrieden.
      Viele Grüße,
      Deborah Overstreet

  3. 19. Januar 2010 um 02:02 |

    ich kenne die “Climategate-Kampagne” nicht, halte aber die behauptung, CO2 ausstoß habe nix mit klimaerwärmung, merresspiegelerhöhung etc. zu tun etwa so gehaltvoll wie das leugnen von aids und dessen zusammenhang mit HIV 🙁
    ich begrüße es, dass 1und1 auf ökostrom setzt, das versöhnt mich etwas über den ärger, den ich sonst mit dieser firma habe…

    1. 19. Januar 2010 um 18:49 |

      Hallo Christian,

      Du kennst „Climategate” nicht? Fernsehen, Radio, Zeitungen, Internet …? Lesen, schauen, hören …?

      Also ich kenne jemanden, der bisher nichts vom Erdbeben in Haiti mitbekommen hatte. Das lag aber daran, daß er fernab jeder Zivilisation auf einer Expedition war, wo er nur Satellitentelefon und einen Kurzwellenempfänger hatte, den er aber fast eine Woche nicht angeschaltet hatte.

      Vielleicht warst du ja ja auch lange auf einer Expedition. Wer weiß. Oder auch eine selbstverordnete Nachrichtensperre.

  4. 30. November 2010 um 19:56 |

    Kostengünstig produzieren, halte ich immer für gut.
    Die Hypothese, Klimaschutz durch CO2-Reduzierung, ist physikalisch längst widerlegt durch zwei deutsche Physiker, Gerlich und Tscheuschner, nachzulesen auf http://www.schmanck.de/0707.1161v4.pdf.
    1&1 sollte einem solchen Schwindel nicht aufsitzen. Wie man einem BamS-Interview entnehmen kann, glaubt die Kanzlerin auch nicht mehr daran, s. http://www.schmanck.de/Statementco2.htm. 1&1 ist ein Wirtschaftsunternehmen und keine Klima-Kirche.

Die Kommentare sind geschlossen.