8. August 2011 | von
Michael Frenzel
Die Webcam feiert Geburtstag: Vor 20 Jahren schickte die erste Live-Kamera ein Foto auf die Reise ins Netz der Universität Cambridge. Was sich Informatiker 1991 anschauten, wem das Web erstmals live beim Sex zuschauen durfte und welche Webcams echte Dauerbrenner wurden, verraten 10 Lieblings-Webcam-Geschichten im 1&1 Blog.
1. Am Anfang war eine Kaffeemaschine. Sie stand im Flur vor dem sogenannten Trojan-Room des Computerlabors der englischen Universität Cambridge. 15 Informatiker gehörten zum Kaffee-Club, der sich die kleine Maschine des deutschen Haushaltgeräteherstellers Krups teilte. Nach durcharbeiteter Nacht schlurften sie mit ihren Kaffeetassen durch weitläufige Flure und Treppenhäuser der Uni. Ihr Kaffeverbrauch war hoch, die Maschine langsam. Doch statt frisch gebrühtem Kaffee erwartete sie oft eine leere Kanne.
Das war der Moment, als die Geburtsstunde der Webcam schlug. Ein ungenutzter PC wurde mit einer Kamera verbunden, und in nur einem Tag schrieb Paul Jardetzky die Server-Anwendung und Quentin Stafford-Fraser die Client Software XCoffee. 1993 wurde die Kamera mit dem Internet verbunden, sodass sich nun Internetnutzer in aller Welt über den aktuellen Füllstatus informieren konnten. Am 22. August 2001 um 9:54 Uhr GMT wurde die Maschine ausgemustert. Sie fand danach übrigens ihren Weg zurück nach Deutschland: Der Spiegel-Verlag erwarb sie in einer Auktion für 10.452,72 Mark und ließ sie vom Hersteller Krups reparieren. Wer sich die Maschine anschauen möchte, findet sie heute auf Spiegel-Online. (Weiterlesen)
31. Mai 2011 | von
Michael Frenzel
Derzeit versuchen wieder Betrüger, mit einer ebenso hinterhältigen wie alten Masche an das Geld von Homepage-Betreibern zu kommen.
Eine Firma, die sich “Domain Registration Services” nennt, versendet dazu eine Rechnungsähnliche E-Mail in englischer Sprache. Der Firmenname soll offenbar dahingehend täuschen, die Mail komme von der für .com zuständigen Domain-Registry. Die Überschrift “Priority Expiration Notice” soll dann den irreführenden Eindruck erwecken, der Homepage-Betreiber müsse für die Erneuerung seiner Domain einen Betrag von 75 Dollar überweisen.
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19. Januar 2011 | von
Michael Frenzel
„Der Löwe ist los“ hallt der Schreckensschrei im beliebten Buch von Max Kruse aus dem Jahr 1952. Im Zoo der kleinen Stadt hatte der Tierarzt vergessen, den Käfig abzuschließen. Die Einwohner haben Angst und verstecken sich in ihren Häusern, bis sich die Kinder mit dem Löwen anfreunden und das Abenteuer seinen Lauf nimmt.
Heute lautet der Schreckensruf „Das Internet ist los“, und wieder haben Einwohner Angst und verstecken sich in ihren Häusern. Was tun mit den neuen Medien? Genau damit beschäftigen sich Politiker in Rheinland-Pfalz in der Enquete-Kommission „Verantwortung in der medialen Welt“. Sie nahm ein paar Monate vor der Bundestags-Enquete „Internet und digitale Gesellschaft“ die Arbeit auf (wir berichteten im 1&1 Blog) und geht jetzt nach rund einem Jahr auf die Zielgerade. Am heutigen Mittwoch wird der Entwurf des Abschlussberichtes im Mainzer Landtag diskutiert. Ein kurzer Blick hinter den Vorhang: Kommt niemand zu Schaden, und wird der Löwe am Ende gerettet? (Weiterlesen)
19. November 2010 | von
Michael Frenzel

56K-Modem
Schon allzu bald geht wieder ein Jahr zu Ende, und die Nikolaus-Sonderverkaufsflächen in Supermärkten erinnern uns daran, dass nun die hohe Zeit der journalistischen Jahresrückblicke beginnt. Auch das 1&1 Blog möchte da nicht draußen im Wald stehen und deshalb hier in den allgemeinen Rückschau-Rausch einstimmen.
Als Mitarbeiter eines Unternehmens, das den Beginn des Internets in Deutschland begleitet hat und der dort schon mehr als 14 Bescherungen erlebt hat, möchte ich jedoch nicht einfach nur 2010 rückbetrachten, wie es viele jetzt tun, sondern den Blick etwas weiter schweifen lassen. (Weiterlesen)
27. September 2010 | von
Michael Frenzel
Niemand will sie zahlen: Eine neue Leistungsschutz-Milliardenabgabe auf Internet-Nutzung. Jetzt formiert sich eine bisher einmalige Allianz gegen eine Zwangsgebühr. Nach Verbrauchern und Internet-Unternehmen machen deutsche Unternehmen geschlossen Front gegen die Pläne. Droht eine Leistungsschutz-Wut zum nächsten Rohrkrepierer für Lobbyisten zu werden?
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5. August 2010 | von
Michael Frenzel
Google legt sich wieder mit allen an. Der Internet-Riese, der schon mal den Autokonzern BMW mit Suchergebnis-Entzug bestrafte und mit chinesischen Behörden wochenlang um einen Kompromiss zur Zensur der google.cn Ergebnisse pokerte, hat nun die mächtigen deutschen Zeitungsverleger im Fadenkreuz.
Diese nämlich möchten gerne von den sprudelnden Gewinnen der Suchmaschine etwas in den eigenen Teich umleiten. Als Umwälzpumpe soll das sogenannte “Leistungsschutzrecht” dienen (wir berichteten dazu im Dezember).
Ein Leistungsschutzrecht wäre ein äußerst interessantes Geschäftsmodell, glauben manche Verleger-Lobbyisten. Es soll die Marktstellung ihrer Printprodukte trotz der zwischenzeitlichen Erfindung des Internets langfristig sichern. Vorausgesetzt, das neue Recht wird gesetzlich verankert.
Zahlen sollen dann aber nicht nur Google, sondern vor allem die deutsche Wirtschaft. Für jeden Unternehmens-PC und jedes berufliche genutzte Handy könnte deshalb eine monatlichen Abgabe drohen. (Weiterlesen)