Domainumzug, Inhaberwechsel und IDN – die große Domainbegriffssammlung Teil 5

Domainumzug, Inhaberwechsel und IDN – die große Domainbegriffssammlung Teil 5 (c) 1&1 / Shutterstock

Wie kann eine Domain zu einem anderen Provider umgezogen werden? Wie funktioniert die Übertragung einer Domain auf einen neuen Inhaber? Und wieso ist die Private Domain Registrierung ein nützlicher Dienst für Domaininhaber? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie im fünften Teil des 1&1 Domain Glossars.

Domain Transfer

Als Domain Transfer bezeichnet man den Vorgang, wenn Domaininhaber eine registrierte Webadresse zu einem neuen Provider wie 1&1 umziehen. Zum Umzugsverfahren hat ICANN  verbindliche Regeln für alle Registrare festgelegt:

  1. Der Domaininhaber weist sich zunächst gegenüber dem zukünftigen Registrar aus.
  2. Danach beantragt er beim bisherigen Registrar den Umzug für die Domain und fordert einen entsprechenden Autorisierungscode, der auch AuthInfo genannt wird.
  3. Der zukünftige Registrar leitet den Antrag an die übergeordnete Registry weiter.
  4. Der alte Registrar kontaktiert nun den aktuellen Registrar und fordert ihn zur Zustimmung oder Ablehnung auf (erfolgt innerhalb von fünf Tagen keine Antwort, gilt das als Zustimmung).
  5. Der aktuelle Registrar sendet eine E-Mail an den Domaininhaber bzw. den Admin-C.
  6. Die administrative Kontaktperson oder der Domaininhaber bestätigt nun den Transfer (bleibt die Bestätigung aus, gilt dies als Ablehnung).
  7. Der aktuelle Registrar leitet die Bestätigung oder Ablehnung an die übergeordnete Registry weiter.
  8. Als letzten Schritt ändert die Registry den Umzug zum neuen Domainprovider in ihrer Datenbank ab.

Die Dauer des Domainumzugs hängt von der gewählten Domainendung ab. In der Regel ist der eigentliche Domainumzug innerhalb von 1-2 Tagen abgeschlossen. Wie Sie Ihre Domain bei 1&1 in nur drei Schritten umziehen können, erfahren Sie hier.

Inhaberwechsel

Bei einem Inhaberwechsel gibt der aktuelle Domaineigentümer seine Rechte an einer Domain an einen neuen Inhaber ab. Dabei wird der bestehende Vertrag durch den bisherigen Domaininhaber gekündigt und ein neuer Vertrag zwischen dem künftigen Eigentümer und der Registry beziehungsweise dem Registrar geschlossen. Hier erfahren Sie, wie Sie den Wechsel Schritt für Schritt bei 1&1 vornehmen können und was dabei zu beachten ist.

Multi-Year Renewal

Wenn Sie die ideale Webadresse für Ihr Projekt gefunden haben, wollen Sie diese am liebsten für immer behalten. Doch die Domain Name Registries begrenzen, für wie viele Jahre Sie Ihren Domainnamen registrieren und im Voraus verlängern können. Dabei variiert der Registrierungszeitraum von einem Jahr bis maximal zehn Jahre. Bei 1&1 haben Sie die Möglichkeit, Ihre perfekte Domain direkt für zwei Jahre zu sichern.

Private Domain Registrierung

Bei vielen Domainregistrierungen sind die Domainbetreiber und Registrare dazu verpflichtet, die Registrierungsdaten über WHOIS-Datenbanken bekanntzugeben. Mit dem Dienst “Private Domain Registrierung” werden die vertraulichen Daten eines Domaineigentümers abgeschirmt und stattdessen werden die Kontaktdaten des Treuhänders veröffentlicht. Dieser Service schützt die persönlichen Daten vor Missbrauch durch kriminelle Dritte. Der Domaininhaber behält natürlich alle Rechte an seiner Domain, auch wenn die Daten eines anderen Eigners veröffentlicht werden. Detailliert erklärt unser Domain-Experte Thomas Keller in diesem Artikel, warum die „Private Domain Registrierung“ ein nützlicher Dienst ist.

IDN

IDN steht für internationale Domainnamen (internationalized domain name): Umgangssprachlich werden sie auch Umlautdomain oder Sonderzeichendomain genannt. Entsprechend handelt es sich um Domainnamen, die Umlaute, diakritische Zeichen oder auch Buchstaben aus anderen Alphabeten als dem lateinischen Alphabet beinhalten. Ursprünglich waren Sonderzeichen nicht im Domain Name System (DNS) vorgesehen, sie wurden erst im Nachhinein durch den Internetstandard „Internationalizing Domain Names in Applications“ (IDNA) eingeführt. Prinzipiell sind beinahe alle Unicode-Zeichen in IDNs erlaubt. Jedoch regelt jede Domain Name Registry bzw. NIC individuell, welche Zeichen sie für die Registrierung von Domains zulässt.

TMCH

Trademark Clearinghouse oder kurz TMCH bietet Unternehmen und Markeninhabern die Möglichkeit, ihre Markenzeichendaten in eine zentralisierte Datenbank aufnehmen zu lassen. Mit der Einführung der neuen Top Level Domains (nTLDs), wurde das Domain Name System (DNS) deutlich erweitert und Marken und Unternehmen haben entsprechend eine größere Auswahl von Webadressen zur Verfügung. Auf der anderen Seite nimmt die Bedrohung auf das geistige Eigentum von Domaininhabern zu, da sich durch die Erweiterung des TLD-Spektrums mehr Chancen für Cybersquatting und andere Aktivitäten bieten, die potentiell gegen das Urheberrecht verstoßen. Als Organisation, die die Domain Namensvergabe im Internet überwacht, hat die ICANN mit dem TMCH Mechanismen entwickelte, mit denen Domaininhaber ihre Marken-Rechte während der DNS-Erweiterung schützen können.

WDRP

Diese Abkürzung steht für „Whois Data Reminder Policy“. Damit ist eine ICANN Richtlinie für Registrare gemeint, mit der diese angehalten werden, die Whois Datenbank aktuell zu halten. So versendet jeder Registrar ein Mal jährlich ein Mailing an alle Domaininhaber, in der diese aufgefordert werden, die beigefügten Whois-Daten auf ihre Aktualität zu überprüfen. Der Grund dafür ist, dass falsche Whois-Datensätze Anlass für die Löschung einer Domain sein können. Daher ist der Versand dieser Mail für alle Registrare einmal pro Jahr pro Domain obligatorisch.

E-Mail Verifizierung

Von der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) wird eine Gültigkeitsprüfung der für den Domain-Inhaber eingetragenen E-Mail-Adresse vorgeschrieben. Bei der Registrierung, beim Domain-Transfer oder bei der nachträglichen Änderung der E-Mail-Kontaktadressen des Domaininhabers können die Domaineigentümer zu einer zusätzlichen Bestätigung der Angaben aufgefordert werden. Diese E-Mail-Verifizierung wird notwendig, wenn die eingetragene Kontakt-Adresse des Domaineigentümers nicht im System vermerkt ist. Das ist zum Beispiel auch bei Neukunden der Fall. Zur Verifizierung wird eine E-Mail mit einem Verifizierungslink an die für den Domaininhaber hinterlegte Adresse versandt.

Sie wollen mehr über den Aufbau von Domains, ihren technischen Hintergrund und Institutionen der Domainbranchen wissen? Umfangreiche Informationen finden Sie in den anderen Teilen der Blogserie:

Teil 1 – Top Level Domain und Co

Teil 2 – So funktioniert das Domain Name System

Teil 3 – Registry, Registrar, Registrant

Teil 4 – Die wichtigsten Institutionen im Domain Business

Im letzten Teil geht es um Premium Domains, Domain Parking und Gefahren wie Domain Grabbing und Cybersquatting.

Kategorie: Tipps
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Dein Kommentar

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  1. 31. Mai 2017 um 02:28 | von Guido

    „Vielen Dank für die hilfreichen Hinweise …, .“