So funktioniert das Domain Name System: Die große Domain-Begriffssammlung Teil 2

Wie funktioniert es eigentlich, dass bei der Eingabe einer Domain die entsprechende Webseite erscheint? Wo sind die Informationen zu Domain und Webseite gespeichert und wie werden sie verknüpft? Im Rahmen unseres Domain-Glossars erklären wir in diesem Beitrag unter anderem das Domain Name System (DNS), Root-Nameserver und IP-Adressen.

Domain Name System (DNS)

Das DNS ist ein Verzeichnisdienst im Internet, das wie eine Art Telefonbuch funktioniert. Zu einem Namen sind eine oder mehrere Telefonnummern (IP-Adressen) hinterlegt, das ist notwendig, um im Internet auf jegliche Dienste zugreifen zu können. Denn nur mit dem DNS ist es möglich, eine Webseite durch die Eingabe ihrer Internetadresse (URL) aufzurufen oder eine E-Mail an einen Empfänger zu versenden. Wenn Sie beispielsweise mit der Domain www.1und1.info eine Anfrage ins Netz senden, wird diese URL vom DNS in die zugehörige IP-adresse (Bsp.: 192.0.2.42) umgewandelt und so zum richtigen Rechner geleitet.

Darüber hinaus fungiert das DNS als Verzeichnis für weitere Informationen über die Dienste, die mit einer Domain verbunden sind. So kann etwa festgestellt werden, ob ein Rechner als E-Mail-Server für die Domain dient oder wie die entsprechenden Nameserver der Domain heißen.

Root-Nameserver

Die Root-Nameserver (Root-Server) kann man sich als Gehirn des Domain Name Systems vorstellen. Jedem mit dem Internet verbundenen Endgerät wird ein Nameserver zugeteilt, der Domainnamen wie „blog.1und1.de“ auf IP-adressen übersetzen kann. Hat ein Nameserver keine Informationen zu einer angefragten Top Level Domain (TLD) gespeichert, leitet er diese Anfrage an einen der übergeordneten Root-Server weiter. Dort werden die für die TLD (hier: .de) zuständigen Nameserver ermittelt. Diese Root-Zone, eine Art globales Domain-Grundbuch, umfasst Domainnamen und IP-Adressen aller Nameserver der Top-Level-Domains und ist somit Herzstück der Netzkommunikationsinfrastruktur. Insgesamt gibt es 13 Root-Server mit unterschiedlichen Betreibern, die aber alle zentral von der ICANN koordiniert werden. So konfigurieren Sie Ihre Domain für die Verwendung eigener Nameserver.

Root-Zone

Die Zone definiert im Domain Name System den Adressbereich des Domainbaums, für den ein Nameserver (NS) zuständig ist. Die DNS Root-Zone umfasst über 1500 gTLDs, ccTLDs und IDNs, die an die Root-Zone-Datenbank gesendet werden.

URL

Der „Uniform Resource Locator“ (deutsch: „einheitliche Ressourcenanzeiger“) ist ein Standard, um bestimmte Inhalte aufzurufen. Hauptsächlich werden URLs dafür verwendet, Webseiten anzusteuern. Durch Eingabe der URL weiß der Browser, welche Seite er suchen und öffnen soll. Neben Webseiten (https) kann eine URL auch Dateiserver (ftp), Mails (mailto) oder Dateien (file) ansteuern.

IP-Adresse

Jedem Computer wird bei der Verbindung mit dem Internet eine weltweit eindeutige IP-Adresse zugeordnet. Diese 32 Bit-Nummer ist nach einem bestimmten Muster aufgebaut und kann jeweils nur Werte zwischen 0 und 255 annehmen.  Eine IP-Adresse, die fest mit einer Domain verknüpft ist, nennt man statische IP-Adresse. Werden einem Computer bei der Verbindung zum Internet wechselnde IP-Adressen zugewiesen, spricht man von dynamischen IP-Adressen. Jeder Domain wird eine eindeutige IP-Adresse zugeordnet, denn sowohl Domain als auch IP dürfen nicht doppelt vorkommen. Um Wiederholungen und Konflikte vorzubeugen, wird die IP-Adressen-Vergabe durch die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) koordiniert.

DNS-Einträge

Damit eine Domain auf allen Wegen erreichbar ist, ist eine ganze Reihe an DNS-Einträgen notwendig. Die Informationen sind in vier Spalten eingeteilt. Die erste Spalte enthält den Domainnamen des jeweiligen Eintrags und die zweite definiert den Protokolltyp (z.B.: IN = Internet). In der dritten Spalte ist der Eintrags-Typ definiert und die letzte Spalte beinhaltet den eigentlichen Wert des Eintrags, beispielsweise die IP-Adresse. Nachfolgend stellen wir einzelne Eintragstypen (Records) vor.

A-Record

Mit dem A-Eintrag wird eine IPv4-Adresse hinterlegt, unter der eine Domain aufzufinden ist. Somit sind sie die wichtigste Form der DNS-Einträge und werden zum Beispiel dafür genutzt, um einer Domain einen Webserver zuzuweisen, damit die Domain über einen Webbrowser aufrufbar ist. So ändern Sie den A-Record und AAAA-Record Ihrer Domain.

AAAA-Record

Dieser Eintragstyp entspricht dem A-Record, nur das hier dem Domainnamen eine IPv6-Adresse zugeordnet wird.

CNAME-Record

Mit einem CNAME-Record (Canonical Name Resource Records) kann eine Domain auf einen weiteren Domainnamen verweisen. Nach diesem Prinzip enthält er einen Aliasnamen für eine Domain, wenn mehrere Namen zugewiesen sind. So tragen Sie für die Subdomains Ihrer bei 1&1 registrierten Domain einen CNAME-Record ein.

MX-Record

Das MX steht hier für „Mail Exchange“. Folglich bestimmen MX-Einträge den für eine Domain zuständigen Mailserver. Gewöhnlich werden zwei Mailserver für eine Domain eingetragen. Wenn der erste Mailserver nicht erreichbar ist, wird automatisch versucht, die E-Mail an den zweiten Server zuzustellen. Die Mailserver müssen nicht unbedingt identisch mit dem Server sein, auf dem sich der entsprechende Webspace befindet. Jedoch müssen MX-Einträge direkt auf A- bzw. AAAA-Einträge verweisen, da CNAME-Einträge nicht verlässlich sind. So legen Sie eigene MX-Einträge für Ihre Domain an.

NS-Record

Ein NS-Record (Name Server Resource Record) ist ein Datensatz eines DNS-Servers. Zum einen definiert er, welche Nameserver für welche Zone zuständig ist. Zum anderen verknüpft er die einzelnen Zonen zu einem Zonen-Baum (Delegation).

PTR-Record

Pointer Resource Records ordnen im DNS einer gegebenen IP-Adresse einen oder mehrere Hostnamen zu. Hostnamen sind die eindeutigen Bezeichnungen eines Rechners im Netzwerk.

SRV-Records

Mit Service Resource Records kann über das DNS festgelegt werden, welche IP-basierende Dienste unter Domain bzw. Subdomain angeboten werden. Sie finden häufig für XMPP-, SIP- oder LDAP-Protokolle Verwendung und für die Microsoft Office 365 Nutzung.

TXT-Record

Das Text Resource Record ermöglicht, einen frei definierbaren Text in einer DNS-Zone abzulegen. So setzen oder entfernen Sie einen TXT-Record für eine Domain.

TTL

Das Feld TTL (Time To Live) ist ein Bestandteil der DNS-Eintragstypen und gibt an, wie lange (in Sekunden) diese Information noch als gültig angesehen werden darf. Ist die Zeit abgelaufen, ist eine erneute Abfrage erforderlich. Mit Hilfe dieser Angaben entscheiden die DNS-Server der Provider, wie lange sie die Datensätze in ihrem Cache behalten.

Hier können Sie bereits alles rund um Top Level Domain, Second Level Domain und Co nachlesen.

Im nächsten Teil erfahren Sie, was sich hinter den Begriffen Domain Name Registry, Registrar und Whois verbirgt.

Kategorie: Netzwelt | Tipps
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