Was wir von 13 Millionen bearbeiteten Produktbildern lernen können

Von Thomas Kragelund, CEO und Gründer von Pixelz

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob es einen Marktstandard für Produktfotos gibt? Und warum sich jemand für einen bestimmten Hintergrund oder eine bestimmte Ausrichtung entscheidet? Wir bei Pixelz haben uns das gefragt. Vor etwa einem Jahr haben wir über 20.000 Kundeninformationen und sieben Millionen bearbeitete Produktbilder ausgewertet, um Antworten darauf zu finden. Was wir damals herausgefunden haben, lesen Sie in unserem ursprünglichen Blogbeitrag dazu.

Nun ist ein Jahr im Internet eine ziemlich lange Zeit – was, wenn sich inzwischen neue Trends ergeben haben? Wir haben die Daten jetzt für 1&1 aktualisiert und dafür 13 Millionen bearbeitete Produktbilder analysiert – die sieben Millionen aus unserer ursprünglichen Auswertung plus sechs Millionen aktuellere Bilder.

Was wir herausgefunden haben

Wir haben die Highlights in einer übersichtlichen Infografik zusammengefasst. Eine detaillierte Analyse und konkrete Tipps für Ihr Unternehmen finden Sie weiter unten im Text.

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Dateityp, -größe und Hintergrund sind universelle Eigenschaften eines jeden Produktbilds. Die vertikale Ausrichtung eines Produkts ist etwas schwieriger zu beurteilen – doch jedes Bild zeigt ein Produkt, dessen Platzierung auf  der Y-Achse wir bestimmen können. Allgemein lässt sich sagen:

  • 71% der Bilder sind JPGs
  • 71% sind vertikal ausgerichtet
  • 72% haben einen weißen Hintergrund

Dateityp: Ein Hoch auf „König JPG“

Bei Pixelz können Sie sich die bearbeiteten Bilder als JPG, PNG, TIFF oder PSD ausgeben lassen. Wie Sie vielleicht schon vermutet haben, dominiert hierbei das JPG-Format (und wahrscheinlich werden auch TIFFs und PSDs letztlich als JPG im Internet veröffentlicht).

Warum dominieren JPGs das Internet? Die Ladegeschwindigkeit von Webseiten ist wichtiger als eine perfekte Komprimierung. JPG verwendet eine verlustbehaftete Komprimierung bei einer hohen, aber nicht perfekten Qualität. PNG dagegen nutzt eine verlustfreie Komprimierung, die jedem Zoomen standhält und Transparenz ermöglicht. JPG-Bilder sind kleiner (sie haben weniger Bytes), damit ist eigentlich alles gesagt. Denn selbst bei nur um einen Bruchteil langsameren Ladezeiten verlieren Sie im Internet Einnahmen. JPG wird also solange das Dateiformat für die meisten Produktbilder im Internet bleiben, bis entweder die Bandbreite keine Rolle mehr spielt oder irgendein neues Dateiformat alles durcheinander wirbelt.

Ein Blick auf unser Diagramm lässt vermuten, dass Bilder, die ursprünglich als PSD oder TIFF erstellt wurden, für ihren finalen Verwendungszweck verändert wurden. Bei beiden Formaten können Layer-Masken und Beschneidungspfade von den Bildbearbeitern an den Besitzer übergeben werden. Dies ist nützlich, wenn Sie Ihre Produktbilder für verschiedene Kanäle wie zum Beispiel gedruckte Kataloge, das Internet, E-Mail etc. nutzen möchten.

Hintergrund: Weiß gewinnt

Die meisten entscheiden sich dafür, den ursprünglichen Bildhintergrund durch reines Weiß zu ersetzen. Aber warum? Ein weißer Hintergrund gewährleistet ein einheitliches Erscheinungsbild und eine genaue Farbwiedergabe. Darüber hinaus gibt es weitere Vorteile:

  1. Das Entfernen des Hintergrunds vermeidet, dass der Betrachter abgelenkt wird und hält den Fokus auf Ihrem Produkt
  2. Einfarbige Hintergründe verringern die Dateigröße, da sie die Komprimierung erleichtern
  3. Da die meisten Webseiten weiß sind, fügen sich Produktbilder mit weißem Hintergrund nahtlos in die Seite ein
  4. Ein weißer Bildhintergrund sorgt dafür, dass die Farben Ihres Produkts präzise dargestellt werden – ähnlich als wenn Sie das Produkt vor einem weißen Hintergrund fotografieren

Was ist ein transparenter Hintergrund?

Eine interessante, aber nicht vollständig unterstützte Funktion. transparent4Bei Bildern mit transparentem Hintergrund ist der ursprüngliche Hintergrund ausgeschnitten und nicht ersetzt worden. Dadurch lässt sich das Produkt wie bei einer Montage überlappend darstellen oder einfacher auf Webseiten mit verschieden farbigen Hintergründen einbinden. Allerdings unterstützen JPGs diese Transparenz nicht und auch bei transparenten PNGs kann es zu Darstellungsproblemen kommen. Wenn beispielsweise eine App oder ein CMS keine transparenten Flächen unterstützt, wird ein schönes Bild schnell unansehnlich.

Vertikale Ausrichtung: Die Mitte finden

vertically-centerBilder lassen sich vertikal relativ zu ihrer Höhe entweder oben, unten oder zentriert ausrichten. Unsere Analyse hat ergeben: die vertikal zentrierte Ausrichtung ist am häufigsten vertreten. Warum Sie Ihre Produktbilder vertikal zentrieren sollten? Bei Produkten, die in ihrer Größe und Form variieren, wie beispielsweise Schmuck, Möbel oder Werkzeuge, erzeugt eine vertikal mittige Ausrichtung  klare Linien. Eine Ausrichtung unten ist dann sinnvoll, wenn Sie auf einer Kategorie-Seite einen einheitlichen Produkttyp abbilden, beispielsweise eine Seite mit verschiedenen Handtaschen.

Was heißt das für Sie?

Das entscheiden letztendlich Sie selbst! Sie müssen nicht kopieren, was alle anderen tun – aber Sie sollten nachvollziehbare Gründe für klar erkennbare Trends berücksichtigen. Natürlich lohnt es sich, anders zu sein! Vielleicht verkaufen Sie Ihre Produkte gar nicht auf großen Onlinemarktplätzen und können daher einige dort übliche Richtwerte ignorieren – oder aber Sie nutzen unterschiedliche Bilder für unterschiedliche Webseiten. Trauen Sie sich, kreativ zu sein und achten Sie gleichzeitig darauf, dass Sie Ihre Bilder für die Darstellung im Web optimieren.

Über den Autor

thomas_kragelundThomas Kragelund ist CEO und Gründer von Pixelz, einem der führenden Anbieter für Onlinehändler, Blogger, Designer, Fotografen und Webseitenbetreiber weltweit, wenn es um die gezielte Nachbearbeitung von Produktbildern geht. Kragelund vefügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung im E-Commerce.

Bilder/Grafiken: Pixelz

Kategorie: E-Business | Tipps
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