1&1 Experten-Interview: Facebook für Unternehmen

Soziale Netzwerke wie Facebook sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken und auch immer mehr große Unternehmen und Marken nutzen diesen Trend für sich. Aber auch für kleine und mittelständische Unternehmer ist Facebook eine gute Plattform, um die eigene Firma zu präsentieren. Experte Felix Beilharz erklärt im Interview, was es dabei zu beachten gibt.

Kann jedes Unternehmen Facebook für sich nutzen oder gibt es bestimmte Unternehmenstypen für die es sich besser eignet, als für andere?

Facebook ist sehr breit aufgestellt und groß, weswegen es sich eigentlich für alle Arten von Unternehmen anbietet. Man kann jetzt nicht sagen, nur Konzerne, nur kleine oder nur B2B Unternehmen profitieren von Facebook. Wenn man es richtig anstellt, eignet sich Facebook für jedes Unternehmen.

Letztlich geht es ja darum, dass Content von Firmen von möglichst vielen Leuten gesehen, wahrgenommen und auch positiv bewertet wird. Wie erreicht man also eine möglichst große Reichweite?

Das geht nur über zwei Wege. Der eine ist guter Content, der Interaktionen produziert. Die organische Reichweite auf Facebook hängt sehr stark von Interaktion ab, also Likes, Shares, Kommentare. Wenn ich das schaffe, bekomme ich auch eine gute und hohe organische Reichweite. Der andere Weg ist Anzeigen. Ich kann auf Facebook per Werbung meine Posts weiterreichen und verbreiten lassen. Natürlich nur gegen Bezahlung. Am besten ist natürlich eine Mischung aus beidem, also guter Content und gut platzierte Werbung.

Wie funktionieren solche Werbeanzeigen auf Facebook und was müssen Unternehmen da beachten?

Bei Facebook gibt es sehr viele Arten von Werbeanzeigen, je nachdem welche Ziele man damit verfolgt. Wichtig ist, sich vorher über dieses Ziel bewusst zu sein und dann gute Werbung zu generieren. Das muss man vorher aber austesten, denn man kann schwer sagen was funktionieren wird und was nicht. Mein Tipp: Verwenden Sie den Werbeanzeigen-Manager um Werbung zu generieren. Die „Hervorheben“-Funktion von Facebook sollten Sie besser links liegen lassen, denn diese hat ein schlechtes Targeting.

Was genau bedeutet Targeting in diesem Kontext?

Targeting bedeutet das genaue Ansprechen der Zielgruppe. Also zum Beispiel das Geschlecht, Alter, Wohnort etc. Dazu gibt es im Werbeanzeigen-Manager weit über 100 Filter, von Berufsgruppe bis hin zu Interessen. Aber filtern Sie nicht zu eng, denn ansonsten ist die Werbung erfolgslos. Es sollten schon minimum 1000 Personen angesprochen werden.

Gibt es bestimmte Zeitpunkte oder Wochentage, an denen Unternehmen Beiträge posten sollten?

So pauschal kann man das nicht sagen und heutzutage ist dieser Zeitpunkt auch nicht mehr entscheidend. Zum Beispiel Facebook streut seine Inhalte nach und nach. Wenn ich etwas poste, ist es also nicht für einen bestimmten Zeitraum da und dann wieder weg, sie tröpfeln nach und nach in die Timelines der User. Trotzdem macht es Sinn, dann zu posten, wenn die eigenen Fans online sind. In den Insights der Fanpage kann man genau sehen, wann die meisten Fans online sind und so Beiträge genau timen.

Auf einigen Seiten sieht man immer häufiger Hashtags. Funktionieren diese überhaupt außerhalb der Twitter-Welt und werden Sie auch genutzt?

Nicht wirklich. Hashtags funktionieren zwar auf Facebook, können aber nicht richtig eingesetzt werden. Die Facebook-Suche ist leider zu schlecht und findet diese Hashtags nicht richtig und vor allem nicht immer alle Beiträge mit diesem Hashtag. Dadurch wird die Funktion leider irrelevant. Die wenigsten Menschen verstehen auf die Funktion der Hashtags und zur Reichweite trägt es auch nichts bei. Das wird sich vielleicht ändern, wenn Facebook diese Trending Topic Funktion flächendeckend ausrollt, die es in den USA schon länger gibt. Erst dann werden sich Hashtags auch auf Facebook lohnen.

Wenn diese Funktion eingeführt wurde, welche Hashtags  können Unternehmen dann nutzen?

Hier gibt es zwei gute Ansätze. Der eine ist, Hashtags zu verwenden, die gerade alle verwenden, also gerade im Trend sind. So wie der Hashtag #dressgate, als es die Diskussion um das Kleid gab, das je nach Betrachter blau-schwarz oder gold-weiß war. Der andere Ansatz ist, einen eigenen Hashtag zu kreieren, #1und1hosting beispielsweise. Diesen Hashtag verwenden dann nur wir und alle die über uns sprechen. So kann man auch sehr gut schauen, was über das eigene Unternehmen im Netz gepostet wird.

Sollten Unternehmen, die eigene Videos produzieren, diese direkt auf Facebook posten oder reicht da eine Verlinkung zum YouTube-Kanal?

Das ist eine gute Frage. Beide Wege sind auf jeden Fall sinnvoll und haben ihren Nutzen. Auf YouTube sind die Videos auf jeden Fall nachhaltiger, da über die YouTube- und Google-Suche die Videos auch nach Jahren noch gut gefunden werden. Auf Facebook verbreitet sich so etwas eher organisch im Newsfeed. Die wenigsten werden hier gezielt nach Videos suchen. Trotzdem ist hier meisten die Reichweite höher. Mein Rat wäre deswegen, es auf beiden Kanälen hochzuladen und dann eine gute Kombination aus beidem zu finden. Also akute und aktuelle Videos eher auf Facebook und nachhaltige Videos besser auf YouTube veröffentlichen.

Felix Beilharz
Felix ist „einer der führenden Berater für Online- und Social Media Marketing“ (RTL). Der vierfache Buchautor lehrt an mehreren Universitäten und Hochschulen, hält europaweit Vorträge und berät sowie trainiert Unternehmen zum erfolgreichen Einsatz von Onlinemarketing- und Social-Media-Instrumenten.
Mehr unter www.felixbeilharz.de.

 

 

Kategorie: E-Business
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