Was für ein Shop-Typ bin ich? Und welches Online-Shop-System passt zu mir?

Online verkaufen? Kein Problem – oder doch? Die Idee, einen eigenen Online-Shop zu eröffnen, ist meist schnell gefasst, vor allem, wenn man vielleicht schon ein eigenes Ladengeschäft und somit auch bereits Waren hat, die man „nur“ noch zusätzlich über das Internet vertreiben möchte. Schnell festigt sich die Meinung: „Alle verdienen doch Geld im Internet – also kann ich das auch“. Prinzipiell richtig – trotzdem gibt es ein paar Fragen, die man sich im Vorfeld stellen sollte. Eine davon ist „Mit welchem Shop soll ich mein Online-Geschäft denn starten?“ – oder kurz: „Welcher Shop-Typ bin ich“?

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen sechs Fragen an die Hand geben, mit denen Sie sich selbst ein besseres Bild darüber verschaffen können, was für ein Shop-Typ Sie sind. Meine Empfehlung: Nehmen Sie sich diese 30 Minuten Zeit – es kann Ihnen im Nachhinein einiges an Frust und Ärger ersparen.

1. Wer bin ich und was möchte ich verkaufen?

T-Shirts, Bücher, Musik oder alles zusammen? Stellen Sie sich im Vorhinein eine grobe Liste zusammen, welche Güter Sie über Ihren eigenen Online-Shop verkaufen möchten. Sind es z. B. gleichartige Waren in unterschiedlichen Varianten und Ausprägungen, wie z. B. T-Shirts in unterschiedlichen Farben und Größen oder Produkte, die sich vor allem in viele verschiedene Kategorien unterteilen lassen, wie z. B. Krimis und Romane. Vielleicht aber auch rein digitale Güter, die ausschließlich zum Download angeboten werden sollen. All das ist bei der Wahl des richtigen Online-Shops im Vorfeld zu beachten, damit das System am Ende auch das unterstützt, was Sie für Ihre Angebote benötigen.

2. Was kann ich und warum?

Anfänger oder Experte ist hier das ausschlaggebende Kriterium. Wenn Sie sich permanent damit beschäftigen, Webapplikationen selbst zu programmieren und mit Begriffen wie MySQL und PHP am Frühstückstisch hantieren – dann brauchen Sie eine andere Lösung als diejenigen, die lieber Schritt für Schritt durch die Einrichtung geführt werden möchten. Für einen Vollprofi ist es sicherlich kein Problem, die jeweils neueste Version einer Shop-App herunterzuladen und auf einem geeigneten Server selbst zu installieren, während ein Laie hier wohl verzweifelt. Grundsätzlich unterscheidet man bei den Shop-Systemen zwischen vollumfänglich betreuten und gewarteten Mietshops (Software as a Service – SaaS) und sogenannten Open-Source-Systemen, die sich vor allem durch die Fülle der Möglichkeiten und Schnittstellen auszeichnen, damit Programmierer hier jegliche Individualisierung vornehmen können, die sie benötigen.

3. Wo sollen meine Produkte überall erscheinen?

Einige Shop-Systeme bieten die Möglichkeit, die eigenen Produkte nicht nur über eine eigene Webseite anzubieten, sondern auch über externe Marktplätze und Portale wie z. B. Amazon und/oder ebay. Dies hat natürlich Vor- und Nachteile. Von Vorteil ist hierbei, dass diese Plattformen bereits einige Besucher anziehen, die dann wiederum Ihre Produkte finden und kaufen können. Auf der anderen Seite möchten die Plattformen natürlich auch Geld dafür haben (meist x % vom Verkaufspreis) und Sie sind dort als Anbieter nicht alleine und müssen sich im Zweifel großer Konkurrenz stellen. Trotzdem kann das Angebot der eigenen Waren über solche Plattformen ein regelrechter „Booster“ für Ihr Online-Geschäft sein. Des Weiteren ist es heute unbedingt notwendig, dass der eigene Shop auch „Smartphone fähig“ ist – also bei Kunden auch auf dem eigenen Mobiltelefon angesehen werden kann und vielleicht sogar eine Möglichkeit bietet, die Produkte auf Ihrer Facebook-Seite zu platzieren. So verbinden Sie den Shop gleichzeitig mit Ihren Fans und Followern in sozialen Kanälen.

4. Wie wird mein Shop eigentlich gefunden?

Ähnlich wie bei einem Ladengeschäft in einer großen Stadt ist die Kernfrage eines Online-Shops: Wie werde ich eigentlich gefunden? In der Großstadt ist vor allem die „Lage“ eines Ladengeschäfts ausschlaggebend dafür, wie hoch die Frequenz der Laufkundschaft ist. Bei einem Online-Shop spricht man von einem sogenannten „Suchmaschinen-Ranking“, das bestimmt, wie weit oben mein Online-Shop in einer Suchmaschine wie z. B. Google angezeigt wird. Dieses Ranking wird von der Suchmaschine selber ermittelt, aber über sogenannte SEO-Maßnahmen (Search-Engine-Optimization) kann man einiges tun, um es der Suchmaschine „leichter“ zu machen. Gute Shop-Systeme bieten hier Tools zur Unterstützung an. Gerade in der Anfangszeit kann es zudem Sinn machen, gezielt über Anzeigenschaltung im Internet, sogenannte Suchmaschinenwerbung (SEA/SEM), den Shop noch bekannter zu machen. Hier kann man sehr genau bestimmen, welche Zielgruppe in welchem Moment die Anzeige sehen soll. Auch hier gibt es Tools und Services, die einem dabei helfen.

5. Wo befindet sich der Shop?

Die technische Umgebung, in welcher die Shop-Software selbst sowie sämtliche Shop-Daten hinterlegt sind, ist entscheidend dafür, wie hoch die Performance ist, sprich, wie schnell die eigenen Shop-Seiten von Kunden aufgerufen werden können. Je langsamer die Hardware, desto länger dauert es, bis eine Seite geladen ist. Kunden suchen schnell das Weite, wenn jeder einzelne Seitenaufbau viele Sekunden benötigt. Noch schlimmer ist es, wenn die Serverlandschaft komplett ausfällt, weil in diesem Fall auch der gehostete Shop nicht mehr erreichbar ist – Umsatzeinbußen sind die Folge. Wer sich also komplett selbst um seine Shop-Lösung kümmert, sollte bei der Auswahl des Hosting-Anbieters darauf achten, dass via Leistungsvertrag eine bestimmte Uptime garantiert wird, z. B. 99,99 %. Für Techniklaien empfiehlt es sich, eine Shop-Lösung zu wählen, bei der das Hosting bereits inbegriffen ist. Auf diese Weise kann man sich voll und ganz auf den eigenen Online-Shop konzentrieren, ohne sich um das Hosting Gedanken machen zu müssen.

6. Wer darf was?

Machen Sie sich im Vorfeld auch Gedanken darüber, wer die Pflege des Online-Shops übernehmen soll. Sie selbst, ein Mitarbeiter oder mehrere verschiedene Personen? Sollen alle das gleiche machen können, oder gibt es sensible Themen wie z.B. Bezahlung und Logistik, die nur von einer bestimmten Person geändert werden dürfen? Wenn das der Fall ist, so ist es wichtig, dass das Shop-System Möglichkeiten des Rechte-/Rollen-Managements bietet. Bei kleineren Online-Shops ist das jedoch meist nicht der Fall, da ohnehin alles  aus einer Hand gemacht wird.

Sie sehen, es macht durchaus Sinn, sich einige Fragen zu beantworten, bevor Sie sich für ein Shop-System entscheiden. Der Aufbau eines Shops-Systems ist immer mit Arbeit verbunden, umso ärgerlicher wäre es doch, wenn Sie nach anfänglicher Euphorie feststellen, dass der Shop eine wichtige Eigenschaft nicht hat. Noch ein letzter Tipp: Gehen Sie bei der Auswahl lieber auf Nummer sicher und entscheiden Sie sich für ein System, dass eine kostenlose Testphase, oder eine Geld-zurück-Garantie bietet. So können Sie Ihre Auswahl noch einmal in Ruhe prüfen.

Was denken Sie über den Aufbau eines Online-Shops? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Lassen Sie mich es gerne wissen.

Kategorie: E-Business | Produkte | Tipps
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